Westjordanland: Kritik an Israels Plänen – auch aus Deutschland

Auch Deutschland unterzeichnet Erklärung:Zahlreiche Staaten kritisieren Israels Westjordanland-Pläne

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Mehr als 80 Staaten haben Israels Vorhaben im Westjordanland kritisiert, darunter Deutschland. Netanjahu will den Erwerb von Land in der Region für israelische Siedler erleichtern.

Siedler nehmen an einer Einweihungszeremonie für eine neu legalisierte jüdische Siedlung, Yatziv, angrenzend an die palästinensische Stadt Bayt Sahur im Westjordanland teil.Siedler nehmen an einer Einweihungszeremonie für eine neu legalisierte jüdische Siedlung, Yatziv, angrenzend an die palästinensische Stadt Bayt Sahur im Westjordanland teil.

Die israelische Regierung hat einen äußerst umstrittenen Vorschlag gebilligt, der den Erwerb von Boden im Westjordanland durch israelische Siedler erleichtern soll.

16.02.2026 | 1:41 min

Deutschland und zahlreiche weitere Staaten üben Kritik an Israels Plänen für das Westjordanland. "Wir verurteilen entschieden einseitige israelische Entscheidungen und Maßnahmen, die darauf abzielen, Israels völkerrechtswidrige Präsenz im Westjordanland auszuweiten", heißt es in der Erklärung, die der palästinensische UN-Botschafter Riyad Mansour vor Journalisten in New York stellvertretend für 85 Staaten verlas.

Benjamin Netanjahu einer Karte des Westjordanlands

Landkäufe für Israelis, mehr Kontrolle durch Behörden: Was Netanjahus umstrittener Siedlungsplan für das Westjordanland bedeutet. Analyse mit Ex-Diplomat Andreas Reinicke bei ZDFheute live.

12.02.2026 | 15:20 min

Die israelische Regierung hatte zuvor einen umstrittenen Vorschlag gebilligt, der israelischen Siedlern den Erwerb von Land im Westjordanland erleichtern soll. Der Schritt könnte weitreichende Folgen für die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland haben.

Das israelische Außenministerium sprach von "Falschinformationen". Die Regierung habe lediglich eine "verwaltungstechnische Maßnahme im Bereich des Zivil- und Sachenrechts" genehmigt, hieß es in einer Mitteilung.

16.01.2026, Palästinensische Gebiete, Ras Ein al-Auja: Palästinensische Bewohner des Dorfes Ras Ein al-Auja im Westjordanland packen ihre Habseligkeiten zusammen und bereiten sich darauf vor, ihre Häuser zu verlassen, nachdem sie beschlossen haben, vor der zunehmenden Siedlergewalt zu fliehen.

Wieder haben israelische Siedler Palästinenser gewaltsam überfallen. Durch Einschüchterungen wollen sie die Bewohner vertreiben und weitere Teile des Westjordanlands besiedeln.

16.01.2026 | 2:44 min

Jerusalem soll laut Berichten ausgedehnt werden

Israelische Medien berichteten zudem, Jerusalem solle erstmals seit Jahrzehnten durch ein neues Siedlungsprojekt weiter ins Westjordanland ausgedehnt werden. Konkret sollen Hunderte neue Wohneinheiten in der Nähe einer 1967 von Israel eroberten und später annektierten Siedlung in Ost-Jerusalem gebaut werden, wie unter anderem die israelische Nachrichtenseite "Ynet" berichtete.

Die Erklärung der 85 Staaten, der sich dem Text nach auch Staaten wie Frankreich, China und Russland anschlossen, betont:

Wir bekräftigen unsere Zurückweisung aller Maßnahmen, die darauf abzielen, die demografische Zusammensetzung, den Charakter und den Status des seit 1967 besetzten palästinensischen Gebiets, einschließlich Ost-Jerusalems, zu verändern.

Erklärung von 85 Staaten

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute rund 700.000 israelische Siedler inmitten von drei Millionen Palästinensern. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Gideon Saar mit neutralem Blick bei einer Pressekonferenz.

Israels Außenminister Saar hat die Kritik an den Siedlungsbauplänen im Westjordanland zurückgewiesen.

25.12.2025 | 0:24 min

Filmschaffende kritisieren Schweigen der Berlinale zum Gaza-Krieg

Unterdessen zeigten sich mehr als 80 Filmschaffende, darunter Stars wie Javier Bardem und Tilda Swinton, in einem offenen Brief "entsetzt" über das "institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern".

Wir sind bestürzt über die Beteiligung der Berlinale an der Zensur von Künstlern, die Israels andauernden Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen ablehnen.

Schreiben von Filmschaffenden

Jurypräsident Wim Wenders hatte vergangene Woche auf einer Pressekonferenz auf eine Frage zum Nahost-Konflikt und zur Rolle des Festivals geantwortet: "Wir müssen uns aus der Politik heraushalten." Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Briefs erklärten nun, sie seien entschieden anderer Meinung: Das Kino und die Politik könnten nicht voneinander getrennt werden. Zu Gräueltaten im Iran und in der Ukraine habe sich das Festival in der Vergangenheit klar positioniert.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten die ZDF heute-Nachrichten am 16.02.2026 ab 19:00 Uhr.

Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt