Blair, Rubio, Kushner und Co.:Trumps Friedensplan für Gaza: Wer seine Ziele umsetzen soll
US-Präsident Donald Trump hat ein Gremium gegründet, das die Pläne des Gaza-"Friedensrats" umsetzen soll. Mitglied ist unter anderem der frühere britische Permierminister Blair.
Tony Blair ist eines der Mitglieder des Gründungsvorstands für den Gaza-"Friedensrat".
Quelle: action pressUS-Präsident Donald Trump hat den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair in ein Gremium berufen, das die Ziele des "Friedensrats" von Trump im Gazastreifen umsetzen soll.
Dem Exekutivgremium gehören nach Angaben des Weißen Hauses auch US-Außenminister Marco Rubio, Weltbank-Präsident Ajay Banga, der US-Geschäftsmann Marc Rowan, Trump-Berater Robert Gabriel sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve Witkoff an.
"Die Hoffnung der Menschen auf ein friedlicheres Leben" habe sich seit Beginn des Waffenstillstands nicht erfüllt, berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart.
16.01.2026 | 2:20 minDen Vorsitz des Gremiums will Trump seinem Plan zufolge selbst übernehmen. Es soll den Wiederaufbau und die Verwaltung in dem vom Krieg großflächig zerstörten Gazastreifen steuern. Das Exekutivgremium fungiert laut der "Times of Israel" als der operative Arm des sogenannten Friedensrats, der eher eine symbolische Wirkung habe.
Auch türkischer und katarischer Vertreter im Gremium
Dass dem Exekutivgremium auch der türkische Außenminister Hakan Fidan und der katarische Diplomat Hassan al-Thawadi angehören - beide aus Ländern, die Israels Krieg in Gaza scharf kritisiert haben - dürfte die Regierung in Jerusalem verärgern, schrieb dazu die Times of Israel.
Dies zeige aber, wie "nützlich" sie für Trump seien. Die beiden Länder hätten die Hamas dazu gebracht, in eine Waffenruhe einzuwilligen. Sie trat am 10. Oktober vergangenen Jahres in Kraft.
Technokratenregierung unter Aufsicht
Die von der US-Regierung zuvor ausgerufene zweite Phase des Friedensplans von Trump soll zu einem endgültigen Ende des Kriegs führen. Sie sieht auch die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas vor, was diese jedoch weiterhin ablehnt.
Der Bulgare und frühere UN-Nahostgesandte Nikolaj Mladenow soll künftig als Vertreter des "Friedensrats" die Umsetzung von Trumps Friedensplan in dem Küstengebiet überwachen. Er werde als Verbindungsmann zwischen dem "Friedensrat" und der Technokratenregierung vor Ort fungieren, teilte das Weiße Haus mit.
Trump will einen internationalen "Friedensrat" zur Überwachung der neuen Übergangsregierung im Gazastreifen einsetzen. Der US-Präsident will dem Gremium selbst vorstehen.
16.01.2026 | 0:29 minDiese Übergangsregierung wurde kürzlich aus 14 palästinensischen Technokraten, die keine Verbindung zur Hamas haben sollen, gebildet.
Zu ihrer Unterstützung werde ein weiterer Exekutivrat für den Gazastreifen eingerichtet, hieß es. Diesem Gremium gehört neben Witkoff, Kushner und Mladenow auch Blair an. Unter dem Ex-Premier hatten britische Truppen an der Seite der USA an den Kriegen in Afghanistan und im Irak teilgenommen.
Deutschland signalisiert Unterstützung für Friedensrat in Gaza
Israel und die radikal-islamische Hamas hatten im Oktober einem Friedensplan Trumps zugestimmt. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats vom November autorisierte den Friedensrat, die Internationale Stabilisierungstruppe im Gazastreifen aufzustellen.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte am Freitag die Bereitschaft Deutschlands unterstrichen, Verantwortung bei der weiteren Entwicklung im Gazastreifen zu übernehmen. Er erwarte, dass die Gespräche zur Bildung des Friedensrats bald aufgenommen würden und Deutschland dazu eine Einladung erhalte, sagte der Minister in Berlin.
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