Einigung auf Übergangsregierung:USA: Gaza-Friedensplan geht in zweite Phase über
Die Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde haben sich auf eine Übergangsregierung für den Gazastreifen geeinigt. Laut den USA beginnt damit Phase zwei des Friedensplans.
Im Gazastreifen soll eine Übergangsverwaltung aus Technokraten die Regierung übernehmen.
Quelle: APDie Umsetzung des Gaza-Friedensplans geht nach Angaben der USA in die zweite Phase. Dabei gehe es um die Entwaffnung der Hamas, die Bildung einer technokratischen Übergangsregierung und den Beginn des Wiederaufbaus im Gazastreifen, teilte der US-Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X mit.
X-Post von Witkoff
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Teil der ersten Phase der Waffenruhe war die Übergabe lebender und toter Geiseln der Hamas an Israel. Die Leiche einer letzten toten Geisel wurde aber bisher nicht aus dem Gazastreifen nach Israel überstellt. Witkoff schrieb, die USA erwarteten, dass die Hamas dieser Verpflichtung noch nachkomme.
Trotz leichter Verbesserungen seit der Waffenruhe ist die humanitäre Lage in Gaza verheerend. Es fehle weiterhin an Lebensmitteln, Strom, Wasser und Medizin, so das Deutsche Rote Kreuz.
10.01.2026 | 0:53 minÜbergangsregierung für Gazastreifen steht
Zuvor waren die Mitglieder der Übergangsregierung aus palästinensischen Technokraten bekanntgegeben worden. Die Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde hatten sich nach Angaben der ägyptischen Regierung auf die Zusammensetzung geeinigt.
Das Komitee soll den großflächig zerstörten Gazastreifen vorübergehend verwalten und "sofort alle Aufgaben und alle Verantwortungen im Gazastreifen übernehmen, um das tägliche Leben und die Grundversorgung zu verwalten", hieß es von den Teilnehmern des Treffens in Kairo laut Al-Kahira News.
Hamas und Palästinenser wollen Übergangsverwaltung unterstützen
Palästinensischen Medien zufolge besteht die Übergangsregierung aus 14 Mitgliedern, wobei der Leiter des Komitees, Ali Schaath, vorübergehend einen zweiten Posten innehat. Palästinensischen Beobachtern zufolge haben alle 14 keinerlei Verbindungen zur Hamas. Dies ist im Gaza-Plan so vorgesehen.
Der UN-Sicherheitsrat hatte dem US-Friedensplan für den Gazastreifen im November zugestimmt.
18.11.2025 | 0:23 minSchaath war allerdings früher stellvertretender Verkehrsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die Teile des Westjordanlandes verwaltet. Israel hatte sich in der Vergangenheit vehement dagegen ausgesprochen, dass die PA in Zukunft eine Rolle im Gazastreifen spielen könnte.
Mehrere Gruppen, darunter die islamistischen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad erklärten, die "Anstrengungen der Vermittler" zur Bildung der Übergangsverwaltung unterstützen zu wollen. Die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geleitete Palästinenserbehörde drückte in einer von der Nachrichtenagentur Wafa verbreiteten Erklärung ebenfalls ihre Unterstützung aus.
Viele Fragen zu zweiter Phase noch ungeklärt
US-Präsident Donald Trump hatte den Friedensplan im September 2025 vorgestellt. Die Waffenruhe trat kurz darauf am 10. Oktober in Kraft. Weil viele Fragen offen sind, ist aber unklar, ob der Plan längerfristig zu einem Ende der Kämpfe führen kann.
Der zweite Teil des Plans sieht unter anderem auch vor, dass die Hamas entwaffnet werden soll, was die Terrororganisation bislang ablehnt. Eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) soll zudem im Gazastreifen für Ordnung sorgen. Ihre genaue Zusammensetzung ist allerdings ebenso offen wie die Besetzung eines internationalen "Friedensrats" unter Leitung von Trump. Parallel soll die israelische Armee aus dem Großteil des Gazastreifens abziehen und bislang gehaltene Gebiete schrittweise an die ISF übergeben.
Nach dem Friedensplan für Gaza bleiben viele Fragen offen. Hält die Waffenruhe und wer hat welche Interessen an Frieden? Viele politische Player ringen um Macht, Geld und Einfluss in der Region.
16.10.2025 | 35:57 min