Friedensrat und Exekutivkomitee:Israel zeigt sich verärgert wegen Gaza-Gremiums-Besetzung
Die USA stellen ein internationales Aufsichtsgremium für den Gazastreifen zusammen. Die Besetzung sorgt in Israel für Unmut und diplomatische Spannungen mit Washington.
Israel kritisiert die Besetzung des internationalen Gremiums, das den Wiederaufbau des Gazastreifens überwachen soll. Die von den USA geplante Zusammensetzung widerspreche Israels Politik.
18.01.2026 | 0:26 minIsrael ist wegen der Besetzung eines wichtigen internationalen Aufsichtsgremiums für den Gazastreifen durch das Weiße Haus verärgert. "Die Ankündigung bezüglich der Zusammensetzung des sogenannten Gaza Executive Board", das dem "Friedensrat" unterstellt ist, sei "nicht mit Israel abgestimmt und widerspricht dessen Politik", heißt es in einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme des Büros von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Dieser habe Außenminister Gideon Saar angewiesen, sich in dieser Angelegenheit mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Verbindung zu setzen.
Trump will einen internationalen "Friedensrat" zur Überwachung der neuen Übergangsregierung im Gazastreifen einsetzen. Der US-Präsident will dem Gremium selbst vorstehen.
16.01.2026 | 0:29 minWichtige Rolle für Kritiker Israels
Die israelische Regierung teilte nicht mit, an welchen Personalentscheidungen konkret sie Anstoß nimmt. Dem Verwaltungsrat oder Exekutivkomitee sollen nach Vorstellungen von US-Präsident Donald Trump unter anderem der türkische Außenminister Hakan Fidan und ein Vertreter Katars angehören. Die Türkei hat Israel wiederholt einen "Völkermord" im Gazastreifen vorgeworfen.
In Katar hatte Israel im September trotz der Rolle des Golfemirats als Vermittler im Nahost-Konflikt den mutmaßlichen Aufenthaltsort der Hamas-Exilregierung angegriffen. Außerdem spielt Katar eine Rolle in einem Korruptionsskandal, der seit einigen Monaten Netanjahus Umfeld erschüttert.
"Die Hoffnung der Menschen auf ein friedlicheres Leben" habe sich seit Beginn des Waffenstillstands nicht erfüllt, berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart.
16.01.2026 | 2:20 minUS-Beamter: Netanjahu hat in Gremien kein Mitspracherecht
Technisch ist der Gaza-Exekutivrat sowie ein weiteres Exekutivkomitee dem "Friedensrat" unterstellt, der sich aus führenden Politikern aus aller Welt zusammensetzt und von Trump geleitet werden wird. Die Exekutivgremien werden jedoch direkter mit der Aufsicht über die Nachkriegsverwaltung in Gaza befasst sein.
Auf Netanjahus Einwände angesprochen, sagte ein ranghoher US-Beamter der US-Nachrichtenseite "Axios":
Das ist unsere Show, nicht seine Show. Wir haben in den vergangenen Monaten in Gaza Dinge erreicht, die niemand für möglich gehalten hätte, und wir werden weitermachen.
Statement eines ranghohen US-Beamten
Die UN haben die im August ausgerufene Hungersnot im Gazastreifen für beendet erklärt. Laut UN-Experten ist die Situation aber weiterhin kritisch, Gaza bleibt ein "Notfallgebiet".
19.12.2025 | 0:29 minNetanjahu sei nicht zur personellen Besetzung des Exekutivgremiums konsultiert worden, weil er in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht habe.
Er soll sich auf den Iran konzentrieren und uns Gaza überlassen. Wir werden uns nicht mit ihm streiten.
Statement eines ranghohen US-Beamten
Der UN-Sicherheitsrat hat in New York den US-Friedensplan für den Gazastreifen mit 13 von 15 Stimmen gutgeheißen. Im Plan ist die Rede von einem Staat für die Palästinenser.
18.11.2025 | 0:23 minStaats- und Regierungschefs von Trump eingeladen
Der "Friedensrat" ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza, der ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas vorsieht, was diese ablehnt. Das internationale Gremium soll die aus palästinensischen Technokraten bestehende neue Übergangsregierung des im Krieg weitgehend zerstörten Küstenstreifens beaufsichtigen.
Mehrere Staats- und Regierungschefs wurden nach Angaben vom Freitag von Trump eingeladen, in diesem "Friedensrat" mitzuwirken. Der argentinische Präsident Javier Milei bezeichnete seine Ernennung als "Ehre", auch der kanadische Premierminister Mark Carney will nach Angaben von einem seiner Berater die Einladung annehmen.
Die Staatschefs der Türkei und Ägyptens, Recep Tayyip Erdogan und Abdel Fattah al-Sisi, wurden nach Angaben ihrer Regierungen ebenfalls eingeladen.