Krieg in Nahost:Bundesregierung startet Rückholaktion für vulnerable Gruppen
Viele Menschen sind wegen des Nahost-Krieges an Flughäfen gestrandet. Die Bundesregierung startet eine Rückholaktion. Ein erster Flieger soll sich auf den Weg nach Maskat machen.
Wegen der Angriffe auf Iran ist der Flugverkehr im Nahen Osten fast vollständig ausgefallen. Tausende Menschen sind an Flughäfen gestrandet. Diana Zimmermann berichtet.
02.03.2026 | 1:16 minFür in Nahost gestrandete Deutsche ist es ein Hoffnungsschimmer: Heute will die Bundesregierung ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere starten. Nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist ein erster Flug nach Maskat geplant, mit dem Menschen aus der Hauptstadt des Oman geholt werden sollen. Bereits am Dienstag kamen Urlauber mit ersten Linienmaschinen nach Deutschland.
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen in der Region weiterhin Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten in der Region haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
Nach einer Sitzung in Berlin kündigte Außenminister Johann Wadephul an, gestrandete Deutsche aus dem Nahen Osten zurückzuholen - zunächst Kinder, Kranke und Schwangere.
02.03.2026 | 2:20 minDiese Gruppen haben Vorrang
Bei vielen Touristen ist die Verzweiflung groß. Der Bundesregierung wurde vorgeworfen, nicht genug für gestrandete Urlauber zu tun. Schließlich kündigte Wadephul an, alte, kranke und schwache Menschen sowie Kinder und schwangere Frauen nach Deutschland zurückzubringen. "Wir müssen schauen, wen wir dort mitnehmen können", sagte er dem Sender Welt TV am Dienstag.
Die Passagiere müssten zunächst aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman ausreisen. Das Auswärtige Amt habe in diesem Zusammenhang sein Personal verstärkt, sagte Wadephul.
Aber es hängt natürlich auch davon ab: Wer schafft diesen Landweg. Wer kann sich ein Fahrzeug besorgen.
Johann Wadephul, Außenminister
Laut Lufthansa soll ein Jet vom Typ Airbus A340-300 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Menschen nach Hause bringen. Weitere Flüge sind dem Außenminister zufolge in den kommenden Tagen geplant.
Wegen des Krieges im Nahen Osten ist der internationale Flugverkehr beeinträchtigt, viele Verbindungen wurden gestrichen.
02.03.2026 | 1:30 minWas bedeutet die Regelung für andere Reisende?
Allen anderen deutschen Staatsbürgern außerhalb dieser besonders hilfsbedürftigen Gruppe müsse man entweder noch einen längeren Aufenthalt zumuten oder anbieten, direkt von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus nach Deutschland zu fliegen. "Ich bin guter Dinge, dass wir jetzt in den nächsten Tagen vorankommen", so dass "die allermeisten der deutschen Touristen endlich zurückkommen können nach Deutschland", sagte Wadephul.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen mit Luft- und Raketenangriffen auf Iran begonnen. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion. Wann dieser Krieg endet, ist völlig unklar.
Viele Reisende sitzen in der Krisenregion fest. Airlines wie Emirates und Veranstalter wie TUI organisieren Rückholflüge – in Frankfurt landete bereits eine erste Sondermaschine.
03.03.2026 | 1:46 minErste Maschinen von Fluggesellschaften am Dienstag gelandet
Am Dienstagnachmittag landete erstmals nach zahlreichen Flugausfällen wieder eine Maschine der Fluggesellschaft Emirates aus Dubai in Frankfurt am Main. Am späten Abend kam ein weiterer Flieger am Flughafen München an. An Bord waren nach Angaben eines Sprechers des Reisekonzerns Tui unter anderem rund 200 Tui-Gäste.
Viele Deutsche sitzen wegen des Kriegs in der Golfregion fest. In Frankfurt landete ein erstes Flugzeug – weitere Flüge sind geplant.
03.03.2026 | 1:47 minSPD-Außenpolitiker fordert weitere Rückholflüge und erweiterten Personenkreis
Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic forderte die Bundesregierung auf, den Kreis der Menschen zu erweitern, die von Evakuierungsflügen profitieren. "Wir sprechen über Zehntausende deutsche Staatsangehörige in der Region. Es müssen weitere Unterstützungspläne folgen", sagte er dem Magazin "Focus".
Besonders dringlich sei die Situation einiger junger Menschen, die für ein Freiwilliges Soziales Jahr vor Ort seien, teils auch im Auftrag der Bundesregierung: "Sie und ihre besorgten Eltern erwarten zu Recht eine schnelle und sichere Lösung."
Auch andere Länder bringen mittlerweile nach der Eskalation im Nahen Osten erste Evakuierungsflüge für ihre Staatsbürger auf den Weg.
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