Nahost-Konflikt weitet sich aus:Nach Hisbollah-Angriffen: Israel eröffnet Front im Libanon
Der US-israelische Krieg gegen Iran weitet sich aus. Nach Angriffen der pro-iranischen Hisbollah auf Israel reagiert die israelische Armee mit Gegenschlägen im Libanon.
Nach Attacken der libanesischen Hisbollah-Miliz schlägt Israel mit Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon zurück.
02.03.2026 | 1:43 minDer Luftkrieg der USA und Israels gegen Iran hat sich am Montag ausgeweitet. Während Israel eine neue Front gegen die Hisbollah im Libanon eröffnete, feuerte Teheran Raketen und Drohnen auf Israel, die Golfstaaten und erstmals auch auf einen britischen Stützpunkt auf Zypern ab.
In Kuwait stürzten am Montag drei US-Militärjets ab. Das US-Zentralkommando Centcom erklärte, die Maschinen vom Typ F-15E seien versehentlich von der kuwaitischen Flugabwehr ins Visier genommen worden. Alle sechs Besatzungsmitglieder der drei Jets hätten sich retten können und seien in stabilem Zustand.
Die gegenseitigen Angriffe zwischen Iran und Israel halten an. Darüber, wie die Nachbarstaaten reagieren, berichtet ZDF-Korrespondentin Golineh Atai aus Bagdad.
02.03.2026 | 1:13 minIsrael reagiert massiv auf Hisbollah-Angriffe
Die radikal-islamische Hisbollah, einer der wichtigsten Verbündeten Teherans, feuerte als Vergeltung für den Tod des iranischen
Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei in der Nacht Raketen auf Israel ab. Israels Armee fing nach eigenen Angaben ein Geschoss ab, andere seien in offenem Gelände niedergegangen.
Die israelische Armee reagierte mit massiven Luftschlägen auf die von der Hisbollah kontrollierten südlichen Vororte Beiruts und auf andere Teile des Nachbarlandes. Israel rief die Bewohner von etwa 50 Städten und Dörfern im Süden und Osten des Libanons zur Evakuierung auf.
"Das Eingreifen der Hisbollah-Miliz in diesen Konflikt, das zeigt doch, dass die ganze Region vielleicht vor einem Flächenbrand stehen könnte", sagte ZDF-Reporter Torge Bode am Morgen in Tel Aviv. Mit Blick auf die mögliche Dauer betonte er: "Sicher ist: Dieser Konflikt wird nicht übermorgen vorbei sein. Die Menschen müssen sich darauf einstellen, dass es länger dauert."
Nach libanesischen Angaben wurden bei den israelischen Angriffen mindestens 31 Menschen getötet und 149 verletzt. Israel erklärte den Hisbollah-Anführer Naim Kassem zum "Ziel für eine Eliminierung", betonte jedoch, derzeit keine Bodenoffensive zu planen.
Iran droht Israel: Öffnen "große Tore des Feuers"
Die iranischen Revolutionsgarden verkündeten, mit einer neuen Raketenwelle die "großen Tore des Feuers" auf Israel geöffnet zu haben. Kurz nach 7 Uhr Ortszeit am Montag heulten in Israel, einschließlich in Tel Aviv und Jerusalem, die Sirenen.
Israels Luftwaffe hatte in der Nacht nach eigenen Angaben ebenfalls eine neue Angriffswelle gegen Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen. In verschiedenen Teilen Teherans waren Explosionen zu hören. Nach Angaben des Roten Halbmonds sind seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe 555 Menschen in Iran getötet worden.
Die Angriffe Israels und der USA auf Iran lösen eine Kettenreaktion im Nahen Osten aus. Iran hat zu Gegenangriffen ausgeholt, die nicht nur Israel treffen. Der Krieg könnte sich ausweiten.
02.03.2026 | 2:02 minExplosionen in Dubai und Doha
Auch die Verbündeten der USA gerieten ins Visier iranischer Gegenschläge. In Dubai, der katarischen Hauptstadt Doha und im Ort Samha in den Vereinigten Arabischen Emiraten waren Explosionen zu hören.
Auf Zypern traf eine Drohne den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri. Es entstand nur geringer Schaden, doch markiert der Vorfall den ersten Angriff auf einen US-Verbündeten in Europa in diesem Konflikt. Am Montag steuerten nach britischen Angaben zwei Drohnen auf Akrotiri zu, diese seien aber rechtzeitig abgefangen worden. Iran hatte erklärt, auch Militärstellungen in benachbarten Staaten unter Beschuss zu nehmen.
Nach dem Angriff habe Iran den Fokus auf US-Basen gelegt. Jetzt versuche das Regime, zu eskalieren – und die Kosten für die Welt zu erhöhen, sagt Nahost-Experte Bruchmann bei ZDFheute live.
02.03.2026 | 14:37 minBundesregierung: Keine direkte Beteiligung
Die E3-Staaten Deutschland, Großbritannien und Frankreich erklärten, notfalls militärische Defensivmaßnahmen zu ergreifen. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, dass dies mithelfen könne, die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, "an der Quelle" zu zerstören. Die Bundesregierung schloss allerdings eine direkte Beteiligung aus.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Sonntag gesagt, der militärische Konflikt könne vier Wochen andauern. Trump rief zudem erneut die Iraner zum Sturz ihrer Führung auf. Die USA und Israel scheuen angesichts möglicher Verluste vor eigenen Bodentruppen zurück. Iranischen Sicherheitskräften sagte Trump bei Kapitulation Immunität zu, drohte bei Widerstand jedoch mit dem Tod.
Brüssel hat im Nahen Osten kaum Einfluss. Die EU verfolge die Entwicklungen mit "größter Sorge", also aus der Zuschauer-Rolle. Deutsche, französische und britische Reaktionen auf die Ereignisse.
02.03.2026 | 3:53 minFlugverkehr in Region gestört
Die Weltwirtschaft reagierte alarmiert, aber nicht panisch. Der Flugverkehr in der Region ist stark beeinträchtigt, der Flughafen Dubai - das weltweit geschäftigste Drehkreuz - blieb geschlossen. Viele Touristen sind gestrandet. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, man gehe von einer mittleren fünfstelligen Zahl von Deutschen in der Region aus. Die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus wirkte sich zudem auf den Ölpreis aus.
Die Eskalation des Iran-Kriegs wirkt sich auch auf die Finanz- und Energiemärkte aus. Iran schränkt den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, einer der wichtigsten Handelsrouten.
02.03.2026 | 2:23 minWichtige Entwicklungen zur Eskalation im Nahen Osten lesen Sie in unserem Liveblog: