Geheimdienste spähten Tagsabläufe aus:So wurde der Angriff auf Chamenei vorbereitet
Der Angriff auf Irans Obersten Führer war offenbar das Ergebnis hochpräziser Geheimdienstarbeit. Monatelang verfolgten CIA-Analysten jede Bewegung von Ali Chamenei. Was wir wissen.
Die Angriffe auf Iran hatten am Samstag begonnen.
Quelle: APDer Angriff auf Irans Obersten Führer Ali Chamenei war keine spontane Entscheidung, sondern wurde monatelang vorbereitet. Nach Recherchen der "New York Times" basierten die Luftschläge auf detaillierter Geheimdienstarbeit. Bei den Angriffen am Samstagmorgen töteten Israel und die USA nicht nur Ajatollah Chamenei, sondern auch mehrere weitere hochrangige Militärführer des Landes.
Wie die iranische Staatsagentur Fars News Agency berichtete, wurde Chamenei "in seinem Büro" getötet, während er "seiner Arbeit nachging". Auf Satellitenbildern des Unternehmens Airbus, die nach dem Angriff aufgenommen wurden, sind schwarze Rauchschwaden zu erkennen, die über dem Führungskomplex in Teheran aufsteigen.
Die Einschlagslöcher nach den Angriffen auf Chameneis Amtssitz.
Quelle: Airbus / ZDFCIA verfolgte Chamenei über Monate
Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf mit der Operation vertraute Personen, dass der amerikanische Auslandsgeheimdienst (CIA) Chameneis Aufenthaltsorte über Monate hinweg präzise verfolgt haben soll. Der Zeitung zufolge gelang es den Analysten, seine Bewegungsmuster so gut zu verstehen, dass die Informationen zuletzt als "hochpräzise" eingestuft wurden.
Knapp 37 Jahre lang stand Ajatollah Ali Chamenei an der Spitze Irans. Nun wurde das geistliche Oberhaupt bei den Angriffen Israels und der USA getötet.
01.03.2026 | 1:48 minDer entscheidende Hinweis kam aber offenbar erst kurz vor dem geplanten Angriff: Die CIA erfuhr laut dem Bericht, dass am Morgen des 28. Februars ein Treffen hochrangiger iranischer Sicherheitsbeamter in Teheran stattfinden sollte - und dass Chamenei persönlich anwesend sein würde.
ZDF-Korrespondent Thomes Reichart berichtet ergänzend von den Erkenntnissen der israelischen Geheimdienste: Die Tötung von Irans obersten Führer Chamenei zeige, "wie weitgehend Israels Geheimdienste offenbar Zugang haben zu höchsten iranischen Stellen und wie genau sie offenbar auch wussten und in Erfahrung bringen konnten, wie sich Chamenei bewegt, welche Routinen er hat", so Reichart.
Über die Jahre haben sich mögliche Nachfolger Chameneis positioniert, doch es bleibt unklar, welche Absprachen noch Bestand haben, sagt Iran-Korrespondentin Gaa. Zudem: aktuelle Lage aus Israel.
01.03.2026 | 21:55 minTiming des Angriffs wurde kurzfristig angepasst
Ursprünglich hatten die USA und Israel geplant, ihren Angriff nachts unter dem Schutz der Dunkelheit zu starten. Angesichts der neuen Geheimdienstinformationen änderten sie offenbar ihre Pläne.
"Wir hören, dass der eigentlich schon für die Nacht geplante Angriff verschoben wurde auf diese Morgenstunden", um die Gelegenheit zum Angriff auf Chamenei zu nutzen, sagt Reichart.
Der Tod von Chamenei stellt Teheran vor Herausforderungen. Präsident Peseschkian, Justizchef Mohseni-Edschehi sowie ein Mitglied des Wächterrats sollen Iran vorübergehend führen.
01.03.2026 | 2:06 minDie CIA leitete laut "New York Times" ihre Erkenntnisse über Chameneis genauen Aufenthaltsort an Israel weiter, das die Informationen mit eigenen Geheimdienstdaten kombinierte.
Angriff gegen 9:40 Uhr Teheraner Zeit
Gegen 6 Uhr morgens israelischer Zeit sollen die Kampfflugzeuge von ihren Stützpunkten gestartet sein. Gut zwei Stunden später, um etwa 9:40 Uhr Teheraner Zeit, schlugen die Raketen in dem Regierungskomplex ein. Hier befinden sich die Büros des Präsidenten, des Obersten Führers und des Nationalen Sicherheitsrats Irans.
Chamenei und die versammelten Sicherheitsbeamten befanden sich zu diesem Zeitpunkt demnach in verschiedenen Gebäuden des Komplexes. Beide wurden von den Raketen getroffen.
Irans geistliches Oberhaupt Ali Chamenei ist tot. "Das Regime verliert ganz klar den Mann, der alle Fäden der Macht in der Hand hatte", erklärt ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.
01.03.2026 | 2:12 minLehren aus dem zwölftägigen Krieg 2025
Unter den Getöteten befinden sich laut israelischen Angaben mehrere Schlüsselfiguren des Sicherheitsapparats: Bekannt sind Mohammad Pakpour, der Oberbefehlshaber der Islamischen Revolutionsgarde, sowie Admiral Ali Schamchani, der Chef des Militärrats. Irans staatliche Nachrichtenagentur IRNA bestätigte am Sonntag den Tod beider Männer.
Den entscheidenden Vorteil für die Planung lieferte laut dem Bericht der "New York Times" der zwölftägige Krieg des Vorjahres: Die USA hätten dabei gelernt, wie Chamenei und die Revolutionsgarde unter Druck kommunizieren und sich bewegen. Dieses Wissen sei gezielt genutzt worden, um die Fähigkeit auszubauen, den Obersten Führer zu verfolgen und seine Bewegungen vorherzusagen.
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