Ajatollah Ali Chamenei: Irans oberster Führer ist tot

Angriff der USA und Israels:Iranische Staatsmedien bestätigen Tod von Chamenei

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Mehr als drei Jahrzehnte lenkte Ajatollah Ali Chamenei die Geschicke Irans: Nun ist der Staatsführer tot. Das bestätigen iranische Medien. Zuvor erklärte Trump Chameneis Tod.

Archiv: Ajatollah Ali Chamenei (l), Oberster Führer des Iran, in einer Sitzung in Teheran.

Das geistliche Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, ist tot - das bestätigte das Staatsfernsehen. Er soll bei den israelisch-amerikanischen Luftangriffen getötet worden sein.

01.03.2026 | 0:33 min

Iranische Staatsmedien haben den Tod von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei bestätigt. Er sei als "Märtyrer" getötet worden, berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars. Irans Revolutionsgarden kündigten daraufhin Rache an.

In einer von der libanesischen Hisbollah-Miliz verbreiteten Erklärung der Elitestreitmacht Irans heißt es:

Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen.

Irans Revolutionsgarden

Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump den Tod Chameneis verkündet. "Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot", schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social.

Viele Angehörige der Revolutionsgarden, der Armee und der Polizei in Iran wollten nicht mehr kämpfen und suchten nach Immunität durch die USA, fügte Trump hinzu. Er äußerte die Hoffnung, sie würden sich friedlich mit den "iranischen Patrioten" zusammentun.

Angriffe auf Teheran

Israel und die USA haben Iran angegriffen, aus mehreren Städten wurden Explosionen gemeldet. Israel sprach von einem "Präventivschlag". Als Reaktion feuerte Iran Raketen auf Israel ab.

28.02.2026 | 3:09 min

Dies sei die größte Chance für das iranische Volk, sich sein Land zurückzuholen. Die Bombardierungen sollen Trump zufolge die gesamte Woche über ununterbrochen fortgesetzt werden "oder so lange wie nötig, um unser Ziel des Friedens im gesamten Nahen Osten und sogar auf der ganzen Welt zu erreichen".

Die USA und Israel hatten am frühen Samstagmorgen nach wochenlangen Drohungen mit massiven Luftangriffen auf Iran begonnen.

Erste Berichte über Chameneis Tod: Jubel in Teheran

Bereits vor Trumps Aussage und der späteren Bestätigung durch iranische Staatsmedien war nach Berichten über Chameneis Tod in Teheran spontan Jubel ausgebrochen. Bewohner der iranischen Hauptstadt berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien.

Die Nachricht war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können. Auf den Straßen waren Hupkonzerte zu hören.

Irans Präsident Massud Peseschkian

Der Tod von Chamenei stellt Teheran vor Herausforderungen. Präsident Peseschkian, Justizchef Mohseni-Edschehi sowie ein Mitglied des Wächterrats sollen Iran vorübergehend führen.

01.03.2026 | 2:06 min

Wer Chamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäußert. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen.

Nach der Verfassung müsste der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, den Nachfolger bestimmen. In den vergangenen Jahren war immer wieder sein Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand.

Demonstrierende halten Portrait des Sohn des Schahs hoch

Die iranische Opposition im In- und Ausland ist zerstritten. Trotzdem gilt besonders eine Figur als Gegenspieler des Mullah-Regimes und möglicher Kandidat für eine neue Regierung.

28.02.2026 | 3:13 min

Israel und USA attackieren Iran

Bei den Angriffen von Israel und den USA auf Iran wurde von Israel auch Chameneis Amtssitz in einem Hochsicherheitsbereich der Hauptstadt Teheran bombardiert.

Ein vom iranischen Nachrichtenkanal Sabrin-News veröffentlichtes Satellitenfoto zeigte das vollständig zerstörte Areal des als "Beyt" bekannten Bereichs. Es war jedoch unklar, ob sich Chamenei zum Zeitpunkt der Attacke dort aufgehalten hatte.

Schaltgespräch mit Sievers Bates Reichart

Welche Pläne verfolgen die USA und Israel mit den Angriffen auf Iran? ZDF-Korrespondenten Thomas Reichart aus Tel Aviv und Claudia Bates aus Washington ordnen ein.

28.02.2026 | 5:29 min

Chamenei seit 1989 an der Macht

Die meisten der rund 90 Millionen Iranerinnen und Iraner haben nie einen anderen Staatschef erlebt als den Ajatollah mit dem schwarzen Turban, der ihn als Sayyid ausweist, einen angeblichen Nachkommen des Propheten Mohammed.

Der 86-Jährige war seit 1989 die höchste Autorität der Islamischen Republik. Ihm oblag die letzte Entscheidung in allen politischen, militärischen und religiösen Fragen. Er setzte die konservative Politik seines Vorgängers und Gründers der Islamischen Republik, Ajatollah Ruhollah Chomeini, fort.

Unter seiner Herrschaft unterstützte Iran unter anderem die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah-Miliz im Libanon.

Ein Motorrad fährt an einem Bild des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei auf einer leeren Straße vorbei, nachdem der Tod von Chamenei durch US-amerikanische und israelische Angriffe bestätigt wurde.

Über drei Jahrzehnte prägte Ali Chamenei als oberster Religionsführer die Politik Irans. Nun wurde er bei Angriffen getötet – die politische Zukunft des Iran bleibt unklar.

01.03.2026 | 2:41 min

Proteste in Iran blutig niedergeschlagen

Nach innen regierte Chamenei mit harter Hand. Kritik an seiner Person wurde nicht geduldet, Proteste gegen das islamische Herrschaftssystem ließ er wiederholt blutig niederschlagen. Bei den schwersten Massenprotesten seit Jahren wurden im Januar nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA mehr als 7.000 Menschen getötet, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Herbst 2023 stand die Islamische Republik mehrfach am Rande eines offenen Kriegs. Im vergangenen Jahr attackierte Israels Militär Iran gemeinsam mit den USA. Auch nichtstaatlichen Verbündeten Irans versetzte Israel empfindliche Schläge, etwa der Hisbollah und der Hamas - der Sturz des syrischen Langzeitmachthabers Baschar al-Assad schwächte darüber hinaus die Stellung Teherans in der Region.

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