Ajatollah Ali Chamenei: Irans oberster Führer laut Trump tot

Angriff der USA und Israels:Trump: Irans geistliches Oberhaupt Chamenei ist tot

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Mehr als drei Jahrzehnte lenkte Ajatollah Ali Chamenei die Geschicke Irans: Nun ist der Staatsführer nach Angaben von Donald Trump tot. Das erklärte der US-Präsident am Abend.

Archiv: Ajatollah Ali Chamenei (l), Oberster Führer des Iran, in einer Sitzung in Teheran.

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei ist nach Angaben von US-Präsident Trump tot.

Quelle: dpa

Irans Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump tot. Das schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Aus Iran lag dafür zunächst keine Bestätigung vor.

Trump bezeichnete Chamenei als "einen der bösartigsten Menschen der Geschichte". Viele Angehörige der Revolutionsgarden, der Armee und der Polizei in Iran wollten nicht mehr kämpfen und suchten nach Immunität durch die USA, fügte Trump hinzu. Er äußerte die Hoffnung, sie würden sich friedlich mit den "iranischen Patrioten" zusammentun.

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Dies sei die größte Chance für das iranische Volk, sich sein Land zurückzuholen. Die Bombardierungen sollen Trump zufolge die gesamte Woche über ununterbrochen fortgesetzt werden "oder so lange wie nötig, um unser Ziel des Friedens im gesamten Nahen Osten und sogar auf der ganzen Welt zu erreichen". Die USA und Israel hatten zuvor nach wochenlangen Drohungen mit massiven Luftangriffen auf Iran begonnen.

Erste Berichte über Chameneis Tod: Jubel in Teheran

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor in einer Fernsehansprache bereits erklärt, dass sich die Anzeichen verdichteten, dass der 86-Jährige nicht mehr am Leben sei. "Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass der Tyrann nicht mehr lebt", sagte er.

In Teheran war nach ersten Berichten über Chameneis Tod spontan Jubel ausgebrochen. Bewohner der iranischen Hauptstadt berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien. Die Nachricht war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die in Iran über Satellit empfangen werden können. Auf den Straßen waren Hupkonzerte zu hören.

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Wer Chamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäußert. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen. Nach der Verfassung müsste der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, den Nachfolger bestimmen. In den vergangenen Jahren war immer wieder sein Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand.

Chamenei seit 1989 an der Macht

Die meisten der rund 90 Millionen Iranerinnen und Iraner haben nie einen anderen Staatschef erlebt als den Ajatollah mit dem schwarzen Turban, der ihn als Sayyid ausweist, einen angeblichen Nachkommen des Propheten Mohammed.

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Der 86-Jährige war seit 1989 die höchste Autorität der Islamischen Republik. Ihm oblag die letzte Entscheidung in allen politischen, militärischen und religiösen Fragen. Er setzte die konservative Politik seines Vorgängers und Gründers der Islamischen Republik, Ajatollah Ruhollah Chomeini, fort. Unter seiner Herrschaft unterstützte Iran unter anderem die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah-Miliz im Libanon.

Proteste in Iran blutig niedergeschlagen

Nach innen regierte Chamenei mit harter Hand. Kritik an seiner Person wurde nicht geduldet, Proteste gegen das islamische Herrschaftssystem ließ er wiederholt blutig niederschlagen. Bei den schwersten Massenprotesten seit Jahren wurden im Januar nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA mehr als 7.000 Menschen getötet, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Herbst 2023 stand die Islamische Republik mehrfach am Rande eines offenen Kriegs. Im vergangenen Jahr attackierte Israels Militär Iran gemeinsam mit den USA. Auch nichtstaatlichen Verbündeten Irans versetzte Israel empfindliche Schläge, etwa der Hisbollah und der Hamas - der Sturz des syrischen Langzeitmachthabers Baschar al-Assad schwächte darüber hinaus die Stellung Teherans in der Region.

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Quelle: KNA, Reuters, dpa
Über dieses Thema berichteten am 28.02.2026 mehrere Sendungen, unter anderem heute spezial ab 16:59 Uhr und heute Xpress ab 14:12 Uhr.
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