Angriff auf Iran:Eskalation in Nahost: So reagiert Deutschland und die Welt
Mit Luftangriffen auf Iran haben die USA und Israel die Lage in Nahost eskaliert. Teheran reagiert mit Angriffen auf Israel. Regierungen rund um die Welt zeigen sich alarmiert.
Israel und die USA haben Iran angegriffen, aus mehreren Städten werden Explosionen gemeldet. Israel sprach von einem "Präventivschlag". Als Reaktion feuerte Iran Raketen auf Israel ab.
28.02.2026 | 2:38 minIsrael und die USA haben Angriffe auf Iran begonnen und den Nahen Osten damit abermals in eine militärische Konfrontation gestürzt. US-Präsident Donald Trump kündigte an, das Raketenarsenal Teherans zu zerstören und die Entwicklung einer Atomwaffe zu verhindern. Wie die Welt auf die Entwicklungen reagiert - ein Überblick:
Merz, Macron und Starmer geben Erklärung ab
In einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Regierungschef Keir Starmer hieß es:
Wir waren nicht an den Militärschlägen beteiligt, stehen aber in engem Kontakt mit unseren internationalen Partnern, inklusive den Vereinigten Staaten, Israel und Partnern in der Region.
Gemeinsame Erklärung von Merz, Macron und Starmer
Weiter verurteilten sie die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region "auf das Schärfste": "Iran muss seine willkürlichen Militärschläge unterlassen." Zugleich riefen sie Iran zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf und forderten, Teheran müsse "eine Verhandlungslösung finden".
US-Präsident Trump hat den Sturz des Mullah-Regimes zum Ziel erklärt. Elmar Theveßen berichtet, die USA seien bereit, die Rahmenbedingungen für einen Regierungswechsel zu schaffen.
28.02.2026 | 2:04 minAm Abend kommt der UN-Sicherheitsrat auf Antrag Frankreichs zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Das Gremium werde um 22 Uhr (MEZ) tagen, um über die Lage in Iran und im Nahen Osten zu beraten, teilte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot mit.
Angriff auf Iran - So reagiert die deutsche Politik:
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sieht eine Berechtigung für den Angriff auf Iran. "Der Iran hintergeht seit Jahren das internationale Atomabkommen und vermittelt den Eindruck, militärische Nuklearmacht zu werden", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Nachrichtenportal "t-online". Zugleich erkenne Iran das Existenzrecht Israels nicht an, sondern wolle Israel vernichten. "Der sorgfältig über Wochen geplante und begrenzte Militärschlag hat damit eine Berechtigung." Hinzu komme "der kürzliche Massenmord und jahrzehntelange Terror der Mullahs an der eigenen Bevölkerung".
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) warnte, dass der Angriff auf Iran eine schwer zu kontrollierende Dynamik in der Region freisetzen könnte. "Die auf die Schläge Israels und der USA folgenden maßlosen Vergeltungsschläge des iranischen Regimes führen zu einer gefährlichen Eskalation der Gewalt mit derzeit unabsehbaren Folgen für die Sicherheit in der gesamten Region", erklärte Klingbeil. Er fügte hinzu: "Wir appellieren an alle Seiten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine dauerhafte Abkehr des iranischen Regimes von seinem Nuklear- und Raketenprogramm und seiner destabilisierenden Rolle in der Region zu erreichen."
Die Fraktionsvorsitzenden der AfD, Alice Weidel und Tino Chrupalla, teilten dem ZDF mit: "Mit großer Sorge haben wir die Angriffe Israels und den USA auf den Iran zur Kenntnis genommen. Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur müssen geschützt bleiben. Das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssen uneingeschränkt eingehalten werden." Die erneute Destabilisierung des mittleren Ostens liege nicht im deutschen Interesse und müsse beendet werden, so Weidel und Chrupalla.
Bundestagsvizepräsident und Abgeordneter der Grünen, Omid Nouripour, der selbst aus dem Iran stammt, äußerte sich vorsichtig und schickte Solidaritätsbekundungen an die Bevölkerung in Iran: "In diesen Stunden sind meine Gedanken bei den Menschen im Iran", schrieb er im Portal X, "bei all jenen, die sich angesichts von ständiger Angst, Gewalt, Unterdrückung und wirtschaftlicher Not nichts sehnlicher wünschen als einfach nur: Freiheit."
In einer Mitteilung des Fraktionschefs der Linken, Sören Pellmann, die dem ZDF vorliegt, hieß es: "Meine Gedanken sind jetzt ganz besonders bei den Menschen in Iran, Israel und der ganzen Region. Israel und die USA missachten mit den Angriffen auf den Iran das Völkerrecht und riskieren damit einen Krieg, der katastrophale Folgen für die gesamte Region - allen voran die Zivilbevölkerung - haben könnte." Ein Regimewechsel könne niemals "herbeigebombt" werden. "Auch eine Atombombe des Irans lässt sich nicht durch militärische Angriffe verhindern, sondern nur durch Diplomatie und Überwachung vor Ort. Dahin müssen wir zurückkehren", so Pellmann.
UN-Menschenrechtskommissar verurteilt Angriffe durch USA und Israel
Auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte alle Parteien auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Ich verurteile die Militärschläge Israels und der Vereinigten Staaten von Amerika heute Morgen im gesamten Iran sowie die anschließenden Vergeltungsangriffe des Iran", erklärte Türk in Genf. Die Angriffe würden lediglich zu "Tod, Zerstörung und menschlichem Elend" führen.
Wie immer in jedem bewaffneten Konflikt sind es die Zivilisten, die letztlich den höchsten Preis zahlen.
Volker Türk, UN-Menschenrechtskommissar
Israel und die USA greifen Iran an. Sehen Sie hier das Statement von Präsident Donald Trump im englischen Originalton und in voller Länge.
28.02.2026 | 7:59 minEU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Entwicklung als "äußerst besorgniserregend". Die Nato teilte unterdessen mit: "Die Nato verfolgt die Entwicklungen im Iran und in der Region aufmerksam", sagte Sprecherin Allison Hart.
Katar, Saudi-Arabien und Oman fordern Ende der Kämpfe
Der Emir von Katar und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman forderten in einem Telefonat "eine sofortige Beendigung jeglicher Eskalation", wie das Büro des katarischen Herrschers Scheich Tamim bin Hamad al-Thani mitteilte.
Israel befinde sich im Ausnahmezustand und schalte in den Kriegsmodus, berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv.
28.02.2026 | 1:59 minDer Oman hatte bei den jüngsten indirekten Atomgesprächen zwischen den USA und Iran als Vermittler fungiert. Das Außenministerium in Maskat äußerte nun sein "tiefes Bedauern über die von Israel und den Vereinigten Staaten gegen die Islamische Republik Iran eingeleiteten Militäreinsätze" und warnte vor "einer Eskalation des Konflikts mit schwerwiegenden Folgen für die Region".
"Ich bin bestürzt. Aktive und ernsthafte Verhandlungen wurden erneut untergraben", erklärte der omanische Außenminister Badr Albusaidi, der bei den indirekten Atomgesprächen in Genf dabei gewesen war, im Onlinedienst X.
Ich fordere die Vereinigten Staaten dringend dazu auf, sich nicht weiter hineinziehen zu lassen. Dies ist nicht Ihr Krieg.
Badr Albusaidi, omanischer Außenminister
Iran-Experte Hans-Jakob Schindler ordnet die aktuelle Lage in der Region nach dem Angriff der USA und Israels bei ZDFheute live ein.
28.02.2026 | 22:47 minRussland: USA und Israel haben "gefährliches Abenteuer gestartet"
Das russische Außenministerium erklärte: "Washington und Tel Aviv haben wieder einmal ein gefährliches Abenteuer gestartet, das die Region schnell an den Rand einer humanitären, wirtschaftlichen und - das kann nicht ausgeschlossen werden - radiologischen Katastrophe bringt."
Die Absichten der Aggressoren sind eindeutig und wurden offen vorgetragen: Die verfassungsmäßige Ordnung und die Regierung eines Landes zu zerstören, das für sie unerwünscht ist und das sich weigert, sich ihrem Diktat der Gewalt und des Hegemonismus zu unterwerfen.
Mitteilung des russischen Außenministeriums
Aus Chinas Außenministerium hieß es: "Irans Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität sollten respektiert werden."
Libanon will nicht in Konflikt hineingezogen werden
Der Libanon erklärte derweil, das Land wolle nicht in den Konflikt hineingezogen werden. Regierungschef Nawaf Salam erklärte im Onlinedienst X:
Ich wiederhole, dass wir nicht akzeptieren werden, dass jemand das Land in Abenteuer hineinzieht, welche seine Sicherheit und Einheit gefährden.
Nawaf Salam, libanesischer Regierungschef
Iran antwortet auf den Angriff der USA und Israels mit Vergeltungsschlägen. Diese hätten noch den Charakter von Nadelstichen, könnten aber zu einem Flächenbrand führen, so Phoebe Gaa.
28.02.2026 | 1:13 minAngesichts der "ernsten Entwicklungen in der Region" rief Salam sein Volk dazu auf, "mit Weisheit und Patriotismus zu handeln und die Interessen des Libanon und des libanesischen Volkes über alle anderen Erwägungen zu stellen". Behörden befürchten, dass die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon sich in den Konflikt einschalten könnte.
Unmittelbar vor Beginn der israelischen Angriffe auf Iran hatte Israel nach eigenen Angaben Angriffe auf Einrichtungen der Hisbollah im Libanon ausgeführt. Die staatliche Nachrichtenagentur des Landes berichtete, dass die israelischen Angriffe eine Bergregion trafen, in der die Hisbollah stark vertreten ist.
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