Israel und USA greifen Iran an:Luftschläge gegen Iran: Was wollen die USA erreichen?
Die USA wollen mit ihren Luftschlägen offenbar einen Regimewechsel in Iran erzwingen. Was Donald Trump sich davon verspricht und wie erfolgsversprechend das Vorhaben ist.
Die USA beteiligen sich am israelischen Militärschlag gegen Iran. In Israel wurde unterdessen Luftalarm ausgelöst, um auf einen Gegenschlag des Iran vorbereitet zu sein – ZDFheute live.
28.02.2026 | 55:42 minDonald Trump will das Regime Irans als eine große Bedrohung der USA ausschalten - das sei das Ziel der Angriffe, die Israel und die USA seit Samstagmorgen gegen Iran ausführen.
"Unser Ziel ist es, die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen, indem wir die unmittelbaren Bedrohungen durch das iranische Regime ausschalten", erklärte Donald Trump in einer Ansprache.
Die Videobotschaft von Donald Trump (engl. Original):
Israel und die USA greifen Iran an. Sehen Sie hier das Statement von Präsident Donald Trump im englischen Originalton und in voller Länge.
28.02.2026 | 7:59 minUSA: Iran darf niemals Atomwaffe besitzen
Trump nannte dabei unter anderem das iranische Atomprogramm, das iranische Raketenprogramm und die iranische Marine. "Dieses terroristische Regime darf nie eine Atomwaffe besitzen", so Trump.
Israel und die USA haben Iran angegriffen, aus mehreren Städten werden Explosionen gemeldet. Israel sprach von einem "Präventivschlag". Als Reaktion feuerte Iran Raketen auf Israel ab.
28.02.2026 | 2:38 minAuch zählte er eine Reihe von Verbrechen, Terrorakten und Gewalttaten auf, die der iranischen Regierung zugerechnet werden, ob als direkt Verantwortliche oder Unterstützer anderer Terrorgruppen, wie der Hamas.
Verhandlungen zwischen den USA und Iran über eine nukleare Abrüstung Irans waren zuletzt erfolglos verlaufen. Die US-Verteidigungsministerium bezeichnen den Angriff auf den Iran als "Operation Epic Fury", zu deutsche "Operation gewaltige Wut".
Alle aktuellen Entwicklungen zum Angriff auf den Iran lesen Sie in unserem Liveblog:
ZDF-Korrespondent: Historische Rede Trumps
Es war wohl eine historische Rede, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen bei ZDFheute live. Trump habe darin deutlich gemacht, dass es den USA letztendlich um einen Regimewechsel in Iran gehe.
Er setze dabei auf die iranische Bevölkerung, "die nach dieser Militärkampagne aufgefordert ist, das Regime zu stürzen und die Macht zu übernehmen", so Theveßen. Auch forderte er die Regierungskräfte auf, ihre Waffen niederzulegen - im Gegenzug für "absolute Immunität".
In den USA gehe man davon aus "es wäre ein sogenannter großer 'Gamechanger' für die gesamte Region, wenn der Hegemon Iran (...) einen Regimewechsel hätte".
Donald Trump spricht von "großen Kampfeinsätzen" in Iran. Dabei hätten die USA vier Kategorien von Zielen im Blick, berichtet Elmar Theveßen. Der Angriff könnte noch Wochen dauern.
28.02.2026 | 3:29 minTheveßen: "Es gibt kein Zurück mehr"
Weitere Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sind damit erstmal vom Tisch, vermutet Theveßen.
"Der Präsident hat sich für die große Lösung entschieden", und nicht etwa für einen einzelnen Schlag, der signalisiert, dass man ein Entgegenkommen am Verhandlungstisch erwartet.
Die derzeitige iranische Führung (wird) auch nicht mehr als Ansprechpartner gesehen.
Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington
Innerhalb der US-Politik gebe es unterschiedliche Ansichten, ob ein großer Militärschlag die richtige Lösung für die Probleme der Region ist, aber "der Präsident hat entschieden, es gibt kein Zurück mehr, und er ist offenbar entschlossen, das bis zum Ende durchzuführen", so Theveßen.
In Israel gibt es Luftalarm, berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv. Israel habe unterdessen 70.000 Reservisten einberufen und verstärkt die Präsenz an den Grenzen.
28.02.2026 | 3:58 minExperte: Regimewechsel wird langwierig und kompliziert
Dass US-Präsident Trump sich so entschieden hat, sei durchaus überraschend, findet Sicherheits-Experte Hans-Jakob Schindler vom International Centre for Counter-Terrorism.
"Es ist äußerst kompliziert, diesen Regimechange nur durch Luftschläge herbeizuführen, und es wird auch - wenn es klappen sollte - eine sehr lange Zeit dauern", erklärt er bei ZDFheute live.
Iran-Experte Hans-Jakob Schindler ordnet die aktuelle Lage in der Region nach dem Angriff der USA und Israels bei ZDFheute live ein.
28.02.2026 | 22:47 minDie Opposition habe keine "Machtmittel" zur Hand: Waffen, Polizei, Geheimdienste - all das sei nach wie vor fest in der Hand des Regimes. Es sei unklar, wie genau eine Machtübernahme durch die Opposition in Iran ablaufen soll.
"Die Revolutionswächter werden natürlich nicht einfach ihre Waffen niederlegen", so Schindler. Es werde wieder zu viel Gewalt auf den Straßen kommen "und Donald Trump hat sich gerade dafür verantwortlich gemacht."
Immer wieder gibt es neue Explosionen in Iran. In Teheran ist das Verteidigungsministerium und der Sitz des Geheimdienstes getroffen worden, berichtet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.
28.02.2026 | 4:21 minSchindler: "Muss keine Veränderung in Richtung Frieden sein"
Dennoch habe Trump in dem Punkt recht, dass das Regime nun zum ersten Mal seit 47 Jahren ernsthaft in Gefahr ist, zu wackeln.
Die "Proxys", die Stellvertreter des Iran - Hisbollah, Hamas, Huthis et cetera - seien so geschwächt wie nie. Und auch Iran selbst sei militärisch in keiner starken Position.
Es bleibt wenig, was dieses iranische Regime tun kann, außer zu versuchen, schlicht und ergreifend zu überleben.
Experte Hans-Jakob Schindler, International Centre for Counter-Terrorism
"Aber es muss nicht unbedingt eine Veränderung in Richtung Frieden und Demokratie sein", auch eine Militärdiktatur der Revolutionswächter sei möglich, sagt er mit Verweis auf deren starke Position im Staat.
Die Interviews führte Marc Burgemeister, zusammengefasst hat sie Marie Ahlers.