Konflikt im Nahen Osten:Iran-Eskalation: Das Wichtigste zum Krieg mit Israel und USA
Israel und die USA greifen Iran an - das Teheraner Regime reagiert mit Gegenschlägen. Wie die Eskalation bisher abläuft und wie die Kriegsparteien vorgehen. Ein Überblick.
Israel und die USA haben Iran angegriffen, aus mehreren Städten wurden Explosionen gemeldet. Israel sprach von einem "Präventivschlag". Als Reaktion feuerte Iran Raketen auf Israel ab.
28.02.2026 | 3:10 minIsrael und die USA haben am Samstagmorgen koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele in Iran gestartet. Teheran meldete als Reaktion Angriffe auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Israel nennt seine Operation "Brüllen des Löwen", die USA sprechen vom "Einsatz gewaltiger Zorn".
Angriff auf Iran: Welche Militär-Einsätze sind bekannt?
Israels Generalstabschef Ejal Zamir sprach vom größten Einsatz in der Geschichte der israelischen Luftwaffe. Explosionen wurden außer in der Millionenmetropole Teheran unter anderem aus Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris gemeldet. Auch nahe der Kulturmetropole Isfahan gab es Explosionen - dort befindet sich ein zentrales Nuklearzentrum, das bereits im vergangenen Jahr Ziel von US-Bombardierungen war. Getroffen wurden Berichten zufolge Raketendepots, Luftverteidigungsanlagen und Ziele nahe Regierungsgebäuden.
Bisher bekannte Orte, an denen Raketen Iran getroffen haben.
Quelle: ZDFDie USA setzten derweil Marschflugkörper, Raketen und Kampfjets gegen Iran ein - unter anderem auch Jets von Flugzeugträgern in der Region, berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Im Fokus stünden die Flugabwehr des Iran sowie ballistische Raketen und Abschussbasen, aber auch Atomeinrichtungen sowie die militärische und politische Führung des Landes.
US-Präsident Trump hat den Sturz des Mullah-Regimes zum Ziel erklärt. Elmar Theveßen berichtet, die USA seien bereit, die Rahmenbedingungen für einen Regierungswechsel zu schaffen.
28.02.2026 | 2:04 minDie iranischen Streitkräfte attackierten nach eigenen Angaben als Reaktion Ziele in Israel sowie US-Militärstützpunkte in der Region. Angegriffen wurden demnach Ziele in Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Auf diese Staaten hat Iran Gegenangriffe ausgeführt
Quelle: ZDFIn Israel wurde bis zum frühen Abend wiederholt Raketenalarm ausgelöst. In mehreren israelischen Ortschaften wurden im Laufe des Tages Gebäude von iranischen Raketen getroffen. Der israelische Luftraum wurde für den zivilen Luftverkehr geschlossen. Israel habe im Land "alle Aktivitäten ausgesetzt", berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv.
Das Land befindet sich im Ausnahmezustand.
Thomas Reichart, ZDF-Korrespondent
Wie heftig Israel unter Beschuss steht und was diese Eskalation für das Land bedeutet. Darüber berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv.
28.02.2026 | 1:24 minWas sagt US-Präsident zum Angriff auf Iran?
US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben Amerikanerinnen und Amerikaner verteidigen - vor einer Bedrohung durch die iranische Führung. Er zielte zudem in einer Videobotschaft auf das iranische Atomprogramm ab: "Sie dürfen nie eine Atomwaffe besitzen." Zudem ermutigte Trump die Iraner zu einem Machtwechsel.
Die Stunde eurer Freiheit ist gekommen.
US-Präsident Donald Trump in Richtung der iranischen Bevölkerung
"Das wird wahrscheinlich für Generationen eure einzige Chance sein." Er fügte hinzu: "Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung." Er forderte die Revolutionsgarden, Streitkräfte und auch Polizei auf, ihre Waffen niederzulegen.
US-Präsident Trump meldete sich mit einer Videobotschaft zu Wort – aufgezeichnet in der Nacht in seinem Privatanwesen in Florida. Welche Botschaft sendet er damit an Amerika und an den Iran?
28.02.2026 | 4:11 minDie US-Regierung wolle Rahmenbedingungen schaffen, die einen Regimewechsel ermöglichen. "Donald Trump zieht aber eine Grenze: Er wird keine amerikanischen Soldaten auf iranischem Boden einsetzen", ordnet Theveßen ein.
Wie begründet Israel die Attacke?
Israels Ministerpräsident Netanjahu begründet die Angriffe auf den Iran mit dem Schutz vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran. Gemeint ist damit Irans Atom- und Raketenprogramm. Es dürfe "nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen", sagte Netanjahu.
Wie reagiert die Führung des iranischen Regimes?
Irans Außenminister Abbas Araghtschi betont in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat das nach Artikel 51 der UN-Charta verankerte Recht seines Landes auf Selbstverteidigung. Der Iran betrachtet demnach alle Stützpunkte, Einrichtungen und Vermögenswerte der feindlichen Kräfte als legitime militärische Ziele.
Iran-Experte Hans-Jakob Schindler ordnet die aktuelle Lage in der Region nach dem Angriff der USA und Israels bei ZDFheute live ein.
28.02.2026 | 22:47 minDie iranischen Revolutionsgarden schränkten den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ein. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt werde. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Passagen im weltweiten Energiehandel.
Wie ist die Situation in Iran?
Abgesehen von offiziellen Mitteilungen dringen nur wenige Informationen nach außen. Die Behörden verhängten eine Internetsperre. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass bei einem Raketenangriff im Südiran mindestens 85 Schülerinnen einer Grundschule getötet worden seien - die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Augenzeugen berichteten per SMS, dass sich in der Millionenmetropole Teheran lange Schlangen an Tankstellen gebildet hätten. Viele Menschen versuchten, die Hauptstadt zu verlassen. Viele Geschäfte waren demnach geschlossen.
Wie die Menschen in Iran auf die Angriffe reagieren. Einschätzungen von ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa aus Istanbul.
28.02.2026 | 1:18 minWie könnte es weiter gehen?
Iran drohte mit einer "vernichtenden Antwort". Religionsführer Chamenei hatte bereits zuvor vor einem "umfassenden Regionalkrieg" gewarnt. US-Regierungsmitarbeiter sprechen laut US-Fernsehsender CNN von einer Operation, die über Tage oder Wochen andauern könne. Es sei "kein kleiner Schlag".
US-Präsident Trump hat am Samstag verschiedene Szenarien für das weitere Vorgehen in Iran angedeutet. "Ich kann aufs Ganze gehen und die komplette Sache übernehmen, oder es in zwei oder drei Tagen beenden und den Iranern sagen: 'Wir sehen uns in ein paar Jahren wieder, falls ihr anfangt, (eure Atom- und Raketenprogramme) wieder aufzubauen'", sagte er in einem Telefoninterview des US-Nachrichtenportals "Axios". "Auf jeden Fall wird es mehrere Jahre dauern, bis sie sich von diesem Angriff erholt haben", sagte Trump demnach.