Luftalarm in Israel und den Golfstaaten:Iranische Gegenschläge: Raketen auf US-Militärbasen
von Nils Metzger
In Reaktion auf den US-israelischen Angriff haben iranische Streitkräfte Ziele in der ganzen Region angegriffen. Betroffen war neben Israel auch eine US-Marinebasis in Bahrain.
Israel und die USA haben Iran angegriffen, aus mehreren Städten werden Explosionen gemeldet. Israel sprach von einem "Präventivschlag". Als Reaktion feuerte Iran Raketen auf Israel ab.
28.02.2026 | 2:38 minIran hat am Samstag mit Raketen auf den Angriff des israelischen und des US-Militärs reagiert. Ziel waren dabei auch US-Militärstandorte in der gesamten Region. Mehrere Golfstaaten vermeldeten am Samstagmorgen iranische Raketenangriffe. Betroffen war etwa die Juffair-Marinebasis der Fünften US-Flotte in Bahrain. Augenzeugenvideos zeigten eine Explosionswolke, die über dem Hafengelände aufstieg.
Das US-Militär und das Innenministerium von Bahrain bestätigten einen Angriff. "Bewohner sind aufgefordert, ruhig zu bleiben und den nächsten sicheren Ort aufzusuchen", schrieb das bahrainische Innenministerium auf der Plattform X. Am frühen Nachmittag gab es auf der US-Militärbasis am Hafen eine zweite Explosion. Videos zeigen eine iranische Shahed-Drohne, die in einer amerikanischen Radaranlage einschlug.
Luftangriff auf US-Ziel in Bahrain
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Ziele in der ganzen Region betroffen
Auch die US-Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten verbreitete eine Warnmeldung. US-Bürger sollten sich in Schutzräume begeben. Augenzeugenvideos zeigen, wie am Himmel über Abu Dhabi Flugabwehrraketen aufsteigen. Eine Person sei in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach einem iranischen Raketenangriff von Trümmerteilen getötet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM.
Das katarische Außenministerium vermeldete den Abschuss von bislang drei iranischen Angriffswellen. Videos aus einem Industriegebiet in der Hauptstadt Doha zeigten, wie Trümmerteile einer abgefangenen Rakete mit einer großen Explosion einschlugen und Autos in Brand steckten. Eine Menschenmenge flüchtete; Angaben zu möglichen Opfern liegen noch nicht vor.
Donald Trump spricht von "großen Kampfeinsätzen" in Iran. Dabei hätten die USA vier Kategorien von Zielen im Blick, berichtet Elmar Theveßen. Der Angriff könnte noch Wochen dauern.
28.02.2026 | 3:29 minDer Luftraum über Katar und Bahrain wurde für den zivilen Luftverkehr gesperrt, vermeldete das Fachportal Flightradar24.
Raketeneinschlag in Bahrain
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Auch nahe des Flughafens der nordirakischen Stadt Erbil gab es Raketeneinschläge. Dort sind ebenfalls US-Soldaten stationiert. Die Bundeswehr hatte ihre Ausbildungsmission im Nordirak in Reaktion auf die Spannungen bereits vor mehreren Wochen reduziert und Soldaten nach Jordanien verlegt.
Immer wieder gibt es neue Explosionen in Iran. In Teheran ist das Verteidigungsministerium und der Sitz des Geheimdienstes getroffen worden, berichtet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.
28.02.2026 | 4:21 minDas sind die US-Militärstandorte im Nahen Osten
Auch in Kuwait, wo die US-Armee ein wichtiges Kommandozentrum unterhält, und im Golfstaat Katar, in dem die US-Luftwaffe einen Stützpunkt betreibt, berichteten Augenzeugen ebenfalls von Explosionen. Das katarische Verteidigungsministerium teilte mit, mehrere Raketen seien abgefangen worden, bevor sie den Luftraum des Landes erreicht hätten.
Von den USA genutzte Militärbasen in der Golfregion
Quelle: ZDFDie staatliche Nachrichtenagentur Bahrains bezeichnete den Angriff als "eklatante Verletzung der Souveränität und Sicherheit des Königreichs". Man verurteile diese "heimtückische Aggression, die eine direkte Bedrohung für das Königreich und seine Bürger darstellt, auf das Schärfste", hieß es. Das saudi-arabische Außenministerium sprach seinen "Schwesterstaaten" in einem Statement die volle Solidarität aus:
Das Königreich Saudi-Arabien verurteilt in strengster Form die verräterrische iranische Aggression und die offene Verletzung der Unabhängigkeit der Vereinigten Arabischen Emirate, des Königreichs Bahrain, des Staates Katar, des Staates Kuwait und des haschemitischen Königreichs Jordanien.
Außenministerium von Saudi-Arabien
Die USA betreiben eine ganze Reihe an Militärbasen in der Golfregion. Die Standorte hatten sich seit Tagen auf eine militärische Auseinandersetzung mit Iran Vorbereitet. Bislang gibt es keine bestätigten Berichte über Opfer in den Golfstaaten durch die Luftangriffe.
In Israel gibt es Luftalarm, berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv. Israel habe unterdessen 70.000 Reservisten einberufen und verstärkt die Präsenz an den Grenzen.
28.02.2026 | 3:58 minRaketenalarm in Israel
Die iranischen Revolutionsgarden gaben in einer Stellungnahme an, in einer ersten Welle 20 Raketen auf Israel abgefeuert zu haben. Im Laufe des Tages folgten weitere Raketenangriffe. In der Großstadt Tel Aviv und anderen Landesteilen gab es wiederholt Raketenalarm und die Explosionen von Abfangraketen waren zu hören.
Anders als bei der Konfrontation mit Israel im Juni 2025 setzt Iran nicht auf eine einzelne große Angriffswelle, sondern auf wiederholte Angriffe mit Pausen dazwischen. Damals gab es auch keine iranischen Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten oder dem Nordirak, wie sie aktuell erfolgen. Zu Schäden oder Opfer in Israel gibt es bislang keine bestätigten Meldungen. Ein Militärsprecher sagte am Samstagmittag, es habe bisher keine nennenswerten Treffer iranischer Raketen gegeben. Die israelische Bevölkerung ist offiziell aufgefordert, keine Bilder oder Meldungen über Schäden zu verbreiten.
Iran-Experte Hans-Jakob Schindler ordnet die aktuelle Lage in der Region nach dem Angriff der USA und Israels bei ZDFheute live ein.
28.02.2026 | 22:47 minPro-iranische Milizen bislang zurückhaltend
Keine größeren Aktivitäten gegen Israel oder us-amerikanische Stellungen sind von den mit Iran verbündeten Milizen in der Region bekannt. Entlang der israelisch-libanesischen Grenze blieb es bislang ruhig. Iran hat über Jahrzehnte und mit großem finanziellen Aufwand Milizen ihrer "Achse des Widerstands" genannten Allianz unterstützt. Aus den schiitischen Gebieten des Irak ist derzeit keine größere Mobilisierung dieser Kräfte bekannt. Schon bei der letzten Konfrontation mit Israel im Juni 2025 hatten diese sich weitgehend zurückgehalten.
Hans-Jakob Schindler, Nahost-Experte beim International Centre for Counter-Terrorism, sagte im Interview auf ZDFheute live, dass Iran derzeit nur begrenzte militärische Mittel zum Gegenschlag habe. Die eigene Luftverteidigung wurde von Israel im Juni 2025 im weitgehend ausgeschaltet. Zwar wurden mit Russland neue Verträge geschlossen, um neue Waffensysteme geliefert zu bekommen, das sei bisher nicht geschehen. "Es bleibt nur die Zermürbungstaktik auf die israelische Wirtschaft", so Schindler.