Iranische Warnungen per Funk:Straße von Hormus: Reeder stoppen Schiffe
Ein Fünftel der Öltransporte passiert die Straße von Hormus. Schiffe melden, Iran warne nach den US-israelischen Angriffen vor der Durchfahrt. Viele Reedereien stoppen die Fahrt.
Warum die Straße von Hormus so wichtig ist
18.06.2025 | 1:13 minMehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser haben Fahrten durch die Straße von Hormus eingestellt. Satellitenbilder zeigten, dass sich Schiffe vor großen Häfen wie Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten stauten und die Straße von Hormus nicht passierten. "Unsere Schiffe werden für einige Tage stillliegen", zitiert die Agentur Reuters einen führenden Manager eines großen Handelshauses.
Nach den US-israelischen Angriffen auf Iran hätten mehrere Schiffe in der Region eine Funkdurchsage von den iranischen Revolutionsgarden erhalten, wonach "kein Schiff die Straße von Hormus passieren darf", zitiert die Agentur Reuters einen Vertreter der EU-Marinemission Aspides. Die britische Behörde für den Seehandel teilte mit, bei ihr seien ebenfalls entsprechende Berichte eingelaufen.
ZDF spezial zur Eskalation in Nahost
28.02.2026 | 43:10 minWarnung per Funk: Maschinen stoppen
Die Revolutionsgarden hätten die Passage praktisch geschlossen, vermeldete die den Garden nahe stehende Nachrichtenagentur Tasnim. Besatzungen würden per Funk aufgefordert, die Maschinen zu stoppen. Es werde mit dem Entern gedroht. Eine offizielle Bestätigung aus Iran liegt nicht vor. Die britische Marine erklärte, die Anweisungen seien nicht rechtsverbindlich.
Die deutsche Container-Reederei Hapag-Lloyd teilte mit, sie setze alle Durchfahrten durch die Straße von Hormus bis auf Weiteres aus. Die französische Reederei CMA CGM wies ihre Schiffe an, einen Schutzhafen anzulaufen. Die dänische Reederei Maersk teilte mit, sie stimme sich mit Sicherheitspartnern ab, man nehme jedoch weiterhin Fracht im Nahen Osten an.
Welche Pläne verfolgen die USA und Israel mit den Angriffen auf Iran? ZDF-Korrespondenten Thomas Reichart aus Tel Aviv und Claudia Bates aus Washington ordnen ein.
28.02.2026 | 5:29 minPreisanstieg beim Öl?
Die Tankervereinigung Intertanko teilte mit, die US-Marine habe vor Fahrten in der gesamten Region gewarnt - dem Persischen Golf, dem Golf von Oman, dem Nordarabischen Meer und der Straße von Hormus - da sie die Sicherheit der Schifffahrt nicht garantieren könne. Auch das griechische Schifffahrtsministerium riet Schiffen, die Region zu meiden.
Die Einschränkungen betreffen den Transport von Rohöl, Treibstoff und Flüssigerdgas, wie Händler erklärten. Eine Blockade der Meerenge könnte die Energiepreise steigen lassen und die Weltwirtschaft unter Druck setzen. Rund 20 Prozent des weltweit verschifften Öls, unter anderem von den Förderländern Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait und dem Iran, werden durch die Straße von Hormus transportiert. Hinzu kommen große Mengen an Flüssigerdgas aus Katar. Bei 14 LNG-Tankern war bereits zu beobachten, dass sie langsamer fuhren, wendeten oder stoppten.
In einem Bericht der Bank Barclays hieß es:
Die Ölmärkte könnten am Montag mit ihren schlimmsten Befürchtungen konfrontiert werden
Barclays Bank
Iran würde sich auch selbst schaden
Die Analysten gingen "nach derzeitigem Stand" davon aus, dass die Ölsorte Brent die Marke von 100 US-Dollar erreichen könnte. Mit Blick auf die sich zuspitzende Sicherheitslage im Nahen Osten kämpfe der Markt mit "der Gefahr einer möglichen Versorgungsunterbrechung". Am Freitag hatte sich Öl der Sorte Brent um rund zwei Prozent auf 72,48 Dollar pro Fass (159 Liter) verteuert.
Allerdings ist auch Iran selbst auf den Transport über die Golf-Häfen angewiesen, eine Sperrung der Meerenge würde daher auch der iranischen Wirtschaft massiv schaden. Auch die Beziehungen zum wichtigen Kunden China würden leiden - die Volksrepublik ist mit mehr als 90 Prozent der bei weitem wichtigste Abnehmer iranischen Öls.
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