UEFA Nations League: Wie viel Neues steckt in Italiens Neustart?

Nach dritter verpasster WM in Folge:Wie viel Neues steckt in Italiens Neustart?

von Claudio Palmieri, Rom

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Nach der dritten verpassten WM in Folge geht Italien den nächsten Neustart an – mit schweren Gegnern in der Nations League, einem alten Bekannten und einer offenen Grundsatzfrage.

Italiens Cheftrainer Roberto Mancini

Roberto Mancini ist zurück. Der Trainer, der Italien 2021 zum EM-Titel führte, übernimmt zum zweiten Mal die italienische Nationalmannschaft.

25.09.2026 | 2:20 min

An Selbstvertrauen fehlt es Roberto Mancini nicht. Der große Rückkehrer auf Italiens Trainerbank begann seine zweite Amtszeit mit einem Titelversprechen.

"Ich bin sicher, dass wir in den nächsten vier Jahren etwas nach Hause holen werden", sagt der 61-Jährige vor dem Auftakt der Azzurri in der Nations League gegen Belgien im Stadio Olimpico in Rom am Freitag (20.45 Uhr).

Mancini gibt sich selbstbewusst

Dass der viermalige Weltmeister zuletzt dreimal in Folge die Teilnahme an einer WM verpasste, klammert Mancini aus. Er fange nirgends an, um zu verlieren, ordnet das einstige Offensiv-Genie von Sampdoria Genua ein:

Wir müssen wieder erfolgreich sein und versuchen, das so schnell wie möglich zu schaffen, indem wir gut und dominant spielen.

Roberto Mancini, Nationaltrainer Italiens

Forsche Töne sind nichts Neues beim sonst eher scheuen "Mancio". Schon bei seinem ersten Amtsantritt 2018 - Italien war gerade erstmals seit 1958 an der WM-Qualifikation gescheitert - kündigte er an, um EM und WM spielen zu wollen. "Wir hätten dieses Jahr den Titel geholt, dann holen wir ihn eben nächstes Jahr", meinte er 2020 zur Verlegung des Europa-Turniers.

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Mit Mancini wurde Italien 2021 Europameister

Der Rest ist Geschichte. Denn so flapsig, wie Mancini sprach, so unbeschwert trat seine Squadra lange auf. Bei der EM 2021 versetzten Chiesa, Spinazzola und Co. ganz Europa mit Tempofußball ins Staunen.

Und nach Siegen über Spanien und England hatte Mancini tatsächlich Wort gehalten. Über drei Jahre und 37 Spiele blieb Italien unbesiegt. Erfolge, die heute wie aus der Zeit gefallen scheinen.

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Vorbei die Zeiten, in denen es in Italien nur einen Nationalsport gab: den Fußball. Es gibt im Land – auch durch Einwanderung – Erfolg in anderen Sportarten. Zum Beispiel Cricket oder Rugby.

08.04.2026 | 1:58 min

Dass Mancinis WM-Ansage 2022 an Nordmazedonien zerschellte: geschenkt. Viel lauter hallt bis heute nach, dass Mancini 2023 nach Differenzen mit Italiens damaligem Verbandschef Gabriele Gravina hinschmiss - und wenig später ein Millionen-Angebot als Nationaltrainer Saudi-Arabiens annahm.

Nachfolger Spalletti blieb glücklos

Sein Nachfolger Luciano Spalletti scheiterte am Anspruch, die Nazionale wie einen Klub führen zu wollen. Bei der EM 2024 wirkte Italien taktisch und emotional ausgelaugt. Mit dem 0:3 in Norwegen zum Start der WM-Qualifikation im Juni 2025 war Spallettis Aus besiegelt. In den Playoffs war diesmal Bosnien-Herzegowina Endstation.

Ein Neustart müsse her, forderte danach der öffentliche Tenor mal wieder. Diesmal aber bitte ein echter, der den Fußball in die Neuzeit holen möge. Was seitdem geschah, erinnert eher an ein "Weiter so" auf Sicht. Im Juli sorgte die Verpflichtung der Milan-Ikonen Paolo Maldini und Leonardo als Technische Direktion kurz für Euphorie. Das Duo kam mit einem Acht-Jahres-Plan daher.

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Am Ende wurden es nur 16 Tage. Ihr Wunschtrainer Pep Guardiola entschied sich nach langen Verhandlungen, sein Sabbatical fortzusetzen. Maldinis Zweitwahl Andrea Pirlo wurden ein Sponsorenvertrag mit einem russischen Wettanbieter und seine überschaubare Trainer-Vita zum Verhängnis.

Der Nachwuchs in Italien stockt

Der neue Verbandsboss Giovanni Malagò, der sich seit 2013 in den olympischen Gremien des Landes einen Namen gemacht hat, setzte Maldini und Leonardo schließlich ein Ultimatum in der T-Frage. Beide traten ab - und Malagò holte den reumütigen Mancini zurück. Maldinis Posten übernahm der 74-jährige Claudio Ranieri. Ein verdienter Ex-Coach, der aber 2025 noch die Spalletti-Nachfolge abgelehnt hatte.

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Eine Revolution sieht anders aus - auch wenn immerhin Gianfranco Zola als Koordinator der Nachwuchsprojekte anheuerte. Zola galt einst wie Mancini, Baggio und del Piero als einer jener genialer Spieler, die der italienische Fußball früher gefühlt im Jahrestakt hervorbrachte, mittlerweile jedoch gar nicht mehr. Wie auch? Am zweiten Spieltag der Serie A waren nur 28 Prozent der eingesetzten Spieler Italiener.

Die ersten Erfolge, die Mancini einfordert, müssen derweil in vier Spielen binnen zehn Tagen her. Die Gegner: Belgien, die Türkei und Frankreich. Die Grundsatzfrage, wie nachhaltig Italiens nächster Neustart ist, werden diese Duelle aber nicht beantworten können.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über dieses Thema berichtete Sportstudio online im Beitrag "Alle Hoffnungen ruhen auf Mancini" am 25.09.2026 um 12:06 Uhr.

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