DFB-Kadernominierung: Jürgen Klopp setzt erste Zeichen

Vor DFB-Kadernominierung:Rückkehrer und Neulinge: Klopp setzt erste Zeichen

von Frank Hellmann

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Marc-André ter Stegen kehrt ins DFB-Tor zurück, Joshua Kimmich spielt wieder im Mittelfeld und zwei laufstarke Frankfurter sollen sich im Sturm der deutschen Nationalelf zeigen.

Jürgen Klopp

Morgen wird der Bundestrainer Jürgen Klopp seinen ersten DFB-Kader nominieren. Vieles deutet darauf hin, dass er sich mit einem XXL-Kader gleich ein Bild von vielen Kandidaten machen will.

16.09.2026 | 2:18 min

Eigentlich sollte es ja eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Bundestrainer regelmäßig bei Bundesliga-Spielen auf der Tribüne zu sehen ist. Und unter der Woche den Vereinen Trainingsbesuche abstattet. Doch Julian Nagelsmann hatte sich in seiner Amtszeit am Ende ziemlich rar gemacht, Hansi Flick galt diesbezüglich nicht gerade als fleißig und Joachim Löw, ja, der hat bekanntlich am liebsten direkt um die Ecke beim SC Freiburg vorbeigeschaut. Irgendwie ja auch bequem, aber gewiss nicht geeignet, eine bundesweite Repräsentanz aufzubauen.

Wenn nun Jürgen Klopp am Donnerstag (10 Uhr/heute live) auf dem DFB-Campus seinen mit Spannung erwarteten Kader für den Neustart der deutschen Nationalmannschaft in der Nations League mit dem anspruchsvollen Auftakt in Amsterdam gegen die Niederlande (24. September) verkündet, dann kann mit Fug und Recht behauptet werden: Der Fußballlehrer entscheidet auf Grundlage eigener Eindrücke und Gespräche.

Torwart Marc-Andre ter Stegen
Oliver Baumann
Felix Keidel von Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg
Said El Mala
Younes Ebnoutalib

Torwart Marc-Andre ter Stegen Nummer 1?

Torhüter Marc-André ter Stegen steht laut "Kicker" und "Bild" vor der Rückkehr als Nummer 1. Dahinter dürfen sich Jonas Urbig, Alexander Nübel und Finn Dahmen Hoffnungen machen.

Quelle: OlafKraak/Witters

DFB-Präsident Bernd Neuendorf spricht von einem "Vollgas-Start", weil der "Menschenfänger" Klopp bereits so präsent ist. Und weil dessen Zahnpasta-Lächeln überall auffällt.

Klopps Stippvisiten kommen in der Liga gut an

Seinen Ruf als überragender Kommunikator hat Klopp jedenfalls mit seinen Stippvisiten von Bundesliga-Partien an den ersten drei Spieltagen beim FC Bayern, FC Augsburg, VfB Stuttgart und FSV Mainz 05 gefestigt, darüber suchte der 59-Jährige den direkten Austausch mit den Trainern Vincent Kompany (Bayern), Sebastian Hoeneß (Stuttgart) oder Adi Hütter (Frankfurt). Verbrieft ist auch ein längeres Gespräch auf dem Platz im Schatten der Frankfurter Arena mit Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib.

Das DFB-Team bestreitet die ersten Spiele unter Jürgen Klopp im Rahmen der Nations League in den Niederlanden (24. September), gegen Griechenland (27. September), gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober). Am Donnerstag (10 Uhr) gibt der Bundestrainer in Frankfurt sein Aufgebot bekannt.

Für die Spiele wird Klopp angeblich mehr als die von der UEFA in Artikel 28 der Regularien für die Nations League festgelegten 23 Akteure pro Spiel nominieren. Dann müssten jedes Mal die überzähligen Akteure auf die Tribüne.


Der junge Draufgänger gehört wie der laufstarke Frankfurter Sturmkollege Jonathan Burkardt zu jenem Prototyp Stürmer, der zum bevorzugten Klopp-Stil mit hohem Pressing perfekt passt. Weniger hingegen Deniz Undav, der nach Medieninformationen bereits persönlich von Klopp informiert wurde, dass er vorerst nicht dabei ist.

Im Hintergrund der DFB-Campus in Frankfurt, rechts daneben die Köpfe von Julian Nagelsmann und Jürgen Klopp

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Schon Nagelsmann fremdelte bisweilen mit dem 30-Jährigen, der vielleicht nicht jeden Laufweg macht, aber in 13 Länderspielen neun Mal traf. Nur beim sieben Jahre jüngeren Ebnoutalib kommt hinzu, dass auch der marokkanische Verband intensiv um den "Frankfurter Bub" buhlt. Der Dreifachtorschütze vom ersten Spieltag hat seine Berufung selbst in einem Video aus einem Einkaufszentrum bestätigt.

Marc-André ter Stegen wird endlich die Nummer eins

Damit sickert nach und nach durch, auf wen Klopp setzt. Der bei Ajax Amsterdam sofort anerkannte Marc-André ter Stegen soll mit 34 Jahren endlich den ersehnten Platz als Nummer eins bekommen, während sich die Torhüter Alexander Nübel, Jonas Urbig und Finn Dahmen dahinter einreihen. Raus ist der 36 Jahre alte Oliver Bauman, den Nagelsmann mit der ziemlich überflüssigen Rückholaktion von Manuel Neuer für die WM brüskiert hatte.

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Überdies will Klopp offenbar Joshua Kimmich dort einsetzen, wo der DFB-Kapitän auch beim FC Bayern am stärksten ist: im zentralen Mittelfeld. Und weil an Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung nach dem Rücktritt von Antonio Rüdiger nicht gerüttelt wird, deutet sich die erste Achse an. Erfahrene Haltepunkte benötigt eine Nationalelf beim Neustart, wenn Trainingszeit so knapp bemessen ist wie in diesem vollgepackten Länderspielfenster.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Vermutlich wird Klopp nicht nur viel Personal, sondern auch zwei Systeme testen, die sich stark ähneln: ein 4-2-3-1 und ein 4-3-3. Von der Dreierkette bzw. Fünferkette hält der Erfolgscoach wenig. Geschätzt werden schnelle Flügelspieler, und daher ist es nur logisch, wenn Said El Mala (1. FC Köln), Kevin Schade (FC Brentford) und auch Karim Adeyemi (FC Barcelona) eine Einladung erhalten.

Dagegen dürfte Leroy Sané (Galatasaray Istanbul) durchs Rüttelsieb rauschen. Der 30-Jährige hat genug Chancen erhalten und ist bei Teilen des deutschen Publikums nicht mehr wohlgelitten, was aber Klopp natürlich kaum als Entscheidungsgrundlage nimmt. Sondern die eigenen Eindrücke.

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Quelle: Reuters

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Quelle: Frank Hellmann
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 16.09.2026 im ZDF-Morgenmagazin ab 5:30 Uhr. Am 17.09.2026 berichtet ZDFheute live ab 10 Uhr über die Bekanntgabe des Kaders.

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