Kritik an Trumps Steuerplänen:Musk legt nach: "Tötet den Gesetzentwurf"
Ist die Freundschaft zwischen Elon Musk und Donald Trump bald beendet? Wiederholt hat der Tech-Milliardär die Steuerpläne des US-Präsidenten kritisiert - und zu Protest aufgerufen.
Vor wenigen Tagen verabschiedete Donald Trump seinen "Techbro" Elon Musk offiziell aus seiner Funktion.
Quelle: dpaDer reichste Mann der Welt, Elon Musk, verschärft seine Kritik am Steuerpaket von US-Präsident Donald Trump. Der bis kürzlich noch mit Einsparungen im Staatsapparat betraute Unternehmer kritisiert vor allem die geplante Erhöhung der Schuldenobergrenze und fordert stärkere Ausgabenkürzungen.
"Es sollte ein neuer Ausgabenentwurf ausgearbeitet werden, der das Defizit nicht massiv erhöht", schrieb Musk auf seiner Social-Media-Plattform X.
Amerika ist auf dem schnellsten Weg in die Schuldknechtschaft.
Elon Musk, Tech-Milliardär
Weiter schrieb er: "Rufen Sie Ihren Senator an, rufen Sie Ihren Kongressabgeordneten an, Amerika in den Bankrott zu treiben ist NICHT in Ordnung! Tötet den Gesetzentwurf."
Post von Elon Musk
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Zudem teilte er mehrere Posts, die das Gesetz kritisierten.
Nicht die erste Kritik Musks an Trumps Gesetz
Am Vortag hatte Musk Trumps Pläne scharf kritisiert - und das Steuer- und Ausgabengesetz als "widerliche Abscheulichkeit" bezeichnet. Die Pläne würden das "bereits gigantische" Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung in die Höhe treiben, so Musk.
Zudem warnte er Kongressmitglieder, wer dafür stimme, werde bei den Zwischenwahlen im November 2026 abgewählt. Das Weiße Haus reagierte daraufhin zunächst gelassen. Der Präsident kenne Musks Haltung zu diesem Gesetz.
Elon Musk attackiert die freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung. Auf seiner Kurznachrichtenplattform X hetzt er auf, interagiert mit Rechtsextremen und beschimpft Gegner.
11.03.2025 | 44:30 minMike Johnsen: Der Präsident ist "nicht erfreut"
Trump äußerte sich selbst nicht direkt zu Musks Kampagne gegen das Gesetz. Der republikanische Chef des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte aber nach einer Unterhaltung mit dem Präsidenten, Trump sei "nicht erfreut". Johnson habe versucht, Musk anzurufen - dieser sei aber nicht ans Telefon gegangen.
Ich hoffe, er kommt wieder zu sich. Ich würde gerne diese Woche mit ihm sprechen und hoffe, dass er mich heute zurückruft.
Mike Johnson, Republikaner
Am Mittwoch hatte das Weiße Haus selbst das Vorhaben verteidigt. "Wir stehen mit dem Gesetzentwurf sehr gut da", sagte der Leiter des Büros für Verwaltung und Haushalt des Weißen Hauses, Russ Vought. Die Prognose des Haushaltsbüros spiegele "nicht die Realität" wider.
Anstieg der US-Staatsschulden befürchtet
Das überparteiliche Congressional Budget Office (CBO) hatte zuvor festgestellt, dass die Maßnahmen des Steuerpakets die Schulden der US-Regierung in Höhe von 36,2 Billionen Dollar um 3,8 Billionen Dollar erhöhen würden.
Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller attackierte die unabhängige Behörde in den Onlinenetzwerken daraufhin als "links" und griff damit ein beliebtes Etikett der Trump-Regierung bezüglich ihrer Kritiker auf.
Der Ökonom Prof. Peter Bofinger (Universität Würzburg) mit Einschätzungen zum Inkrafttreten neuer US-Zölle auf Stahl.
04.06.2025 | 2:25 min"Big Beautiful Bill" auch bei Republikanern umstritten
Trump hat seinen Entwurf offiziell "Big Beautiful Bill" genannt. Er drängt den Senat, das Gesetz ungeachtet von Bedenken auch bei den Republikanern bis Anfang Juli zu verabschieden.
Der Entwurf sieht eine Verlängerung der massiven Steuersenkungen aus Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) vor, die sonst Ende des Jahres auslaufen würden.
Mit Hilfe der Tech-Giganten aus dem Silicon Valley hat Donald Trump das Weiße Haus zurückerobert. Wer sind diese Milliardäre? Was wollen sie erreichen? Aktualisiert am 04.03.2025.
04.03.2025 | 44:05 minZum Ausgleich sind drastische Kürzungen bei der Krankenversicherung Medicaid vorgesehen, die vor allem einkommensschwache und ältere Menschen absichert.
Das umstrittene Gesetz könnte Beobachtern zufolge das Defizit des Bundeshaushalts in den kommenden zehn Jahren um bis zu drei Billionen Dollar erhöhen.
Elon Musks irre Auftritte im Überblick:
Hitlergruß-ähnliche Geste
Nach Donald Trumps Amtseinführung am 20. Januar sorgte Musk für Aufruhr, als er bei einer Rede zwei Mal den rechten Arm in die Höhe streckte. Die Geste wurde als Hitler-Gruß kritisiert.
Quelle: AFPErst Doge-Chef, dann Rückzug
Musk hatte mehr als 250 Millionen Dollar für Trumps Wahlkampf gespendet und wurde zeitweise zu einem engen Vertrauten des Republikaners. Der beauftragte ihn nach seiner Vereidigung als Präsident als Leiter des Department of Government Efficieny, kurz Doge, mit der Kürzung der Regierungsausgaben.
Ende Mai zog sich Musk dann wieder aus dem Politikbetrieb zurück, nachdem er über Monate stark im Rampenlicht gestanden und sich regelmäßig öffentlich zu Wort gemeldet hatte. Bei seinem Abschied verwies er auf eine 130-Tage-Frist für externe Regierungsmitarbeiter.
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