Olympische Winterspiele 2026:IOC verkauft Shirts mit Motiv der Nazi-Spiele von 1936
Das Internationale Olympische Komitee sorgt erneut für Aufregung: Das IOC verkauft online T-Shirts mit den offiziellen Motiven der Olympischen Spiele von 1936 in Nazi-Deutschland.
Olympia-T-Shirt aus dem offiziellen Shop des IOC: "Germany Berlin 1936 Olympic Games"
Quelle: IOC/shop.olympics.comIm Olympia-Onlineshop wird das Shirt im Rahmen der sogenannten "Heritage Collection" angeboten und ist derzeit ausverkauft. Die Kollektion, so heißt es auf der Website, solle die Kunst und das Design der Olympischen Spiele feiern.
Auf dem T-Shirt ist unter den olympischen Ringen eine männliche Figur mit Lorbeerkranz über der Quadriga des Brandenburger Tors zu sehen, dazu der Aufdruck "Germany Berlin 1936 Olympic Games".
Heritage-Collection erntet Kritik
Jede Ausgabe der Heritage-Collection stehe für eine einzigartige Zeit, in der "die Welt zusammenkam, um die Menschheit zu feiern", heißt es im Online-Shop.
Im Streit um seinen Helm ist der Ukrainer Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Auf dem Helm sind Bilder von im Krieg getöteten Sportlern zu sehen.
12.02.2026 | 0:23 minDie Kollektion sorgte in den vergangenen Tagen vor allem in den Sozialen Medien für Diskussionen und Kritik. Auch Sporthistoriker Kay Schiller findet das Olympia-Shirt bedenklich. Gegenüber dem ZDF sagte er:
Das Außerordentliche von Olympischen Spielen in Diktaturen und autoritären Regimen wird durch diese Vermarktung heruntergespielt, ob gezielt oder nicht.
Kay Schiller, Sporthistoriker
Dies sei "in einer Zeit, in der die politische extreme Rechte international im Aufschwung ist, wenn nicht bereits an der Macht, besonders problematisch", führte der Sporthistoriker fort.
"Ja" zu Olympischen Spielen in München. Bei einem Bürgerentscheid hat sich eine deutliche Mehrheit dafür ausgesprochen, sich für die Spiele zu bewerben.
27.10.2025 | 1:32 minKlara Schedlich, Sprecherin für Sportpolitik der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, wirft dem IOC vor, "dass es seine eigene Geschichte offenbar nicht ausreichend reflektiert". Sie forderte, den Verkauf zu stoppen.
Die Olympischen Spiele 1936 waren ein zentrales Propaganda-Instrument des NS-Regimes. Das T-Shirt erweckt optisch den Eindruck, an diese Ästhetik anzuknüpfen.
Klara Schedlich, Sprecherin für Sportpolitik der Grünen-Fraktion
Ohne kritische Einordnung sei "diese Bildwahl problematisch und für ein T-Shirt ungeeignet", hieß es weiter.
Olympische Sommerspiele 1936 in Nazi-Deutschland
Die Nationalsozialisten nutzten die Sommerspiele in Berlin und die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, um ihre menschenverachtende und rassistische Weltanschauung zu propagieren. Das Regime wollte dabei beweisen, dass arische Menschen anderen überlegen seien.
Doch Jesse Owens, ein afroamerikanischer Leichtathlet, erschütterte den Mythos der arischen Überlegenheit der Nazis, denn bei den Olympischen Spielen 1936 gewann er gleich vier Goldmedaillen.
Der US-Leichtathlet Jesse Owens beim Start zum 200-Meter-Lauf während der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin.
Quelle: dpaIOC: "Würdigung der 130-jährigen olympischen Geschichte"
Das Internationale Olympische Komitee verteidigt den Verkauf eines T-Shirts mit einem Motiv zu den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin gegen Kritik. Auf ZDF-Anfrage erklärte ein IOC-Sprecher, mit der Kollektion solle die 130-jährige Geschichte olympischer Kunst und Designs gewürdigt werden.
Das IOC sei sich dabei selbstverständlich der historischen Probleme der Nazi-Propaganda im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 bewusst. Gleichzeitig betont das Komitee:
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass bei den Spielen in Berlin 4.483 Athleten aus 49 Ländern in 149 Medaillenwettbewerben gegeneinander antraten.
IOC-Sprecher
Dabei verblüfften viele von ihnen die Welt mit ihren sportlichen Leistungen. Der historische Zusammenhang dieser Spiele werde weiter im Olympischen Museum in Lausanne erklärt.
Die erste IOC-Präsidentin:Kirsty Coventry - Eine umstrittene Heldin
Die Anzahl der vom IOC produzierten T-Shirts zur Ausgabe von 1936 sei limitiert, weshalb sie derzeit ausverkauft seien.
Das IOC betonte, dass es damit auch sein geistiges Eigentum schütze. Denn die Markenrechte seien nur gültig, wenn diese auch weiter genutzt werden. Andernfalls könnten andere Parteien sie für andere Zwecke verwenden.
Olympische Spiele:Olympia 2026
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