Olympia 2026: Ilia Malinin - selbsternannter Gott der Vierfachen

US-Wunderläufer will Spektakel liefern:Malinin - selbsternannter Gott der Vierfachen

von Stephan Klemm

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Der US-Amerikaner Ilia Malinin gilt derzeit als größte Sensation der Eiskunstlaufszene. Bei seiner Kür am Freitag will der 21-Jährige ein Spektakel an Vierfach-Sprüngen zeigen.

Ilia Malinin am 08.02.26

Will in der Kür wieder den Salto springen: Ilia Malinin.

Quelle: Imago

Am Dienstag war im Kurzprogramm der Olympischen Winterspiele 2026 eine Demonstration der Eiskunstlauf-Moderne zu sehen, denn Ilia Malinin bezwang auf dem Eis mal wieder die Erdanziehungskraft. Zwei Vierfach-Sprünge lieferte der 21-jährige US-Amerikaner dabei, der Flip gelang makellos und an den vierfachen Lutz hängte er in einer formidablen Kombination sogar noch einen dreifachen Toeloop an.

Sportstudio: Eiskunstlauf Männer

Die Eiskunstläufer zeigen ihr Kurzprogramm.

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Die Zuschauer in der ausverkauften Milano Ice Skating Arena machten sich mit "Oh"- und "Kreisch"-Lauten Luft und drückten so ihre Verzückung aus. Gesteigert hatte Malinin diese Form der euphorischen Unterstützung sogar noch, als er nach ein paar harmlosen Gesten mit den Armen plötzlich einen Rückwärtssalto zeigte - und ihn lässig stand. Der Jubel darüber war im Publikum unermesslich. Was für eine Show.

Malinins atemberaubender Vortrag beim Kurzprogramm

108,16 Punkte erhielt Malinin für seinen atemberaubenden Vortrag, fünf mehr als der Japaner Yuma Kagiyama, sein erster Verfolger. Und das war erst das Kurzprogramm. Da ließ Malinin den vierfachen Axel aus, den Königssprung, die größte Herausforderung für Eiskunstläufer.

Bisher hat ihn nur Malinin in einem Wettkampf gezeigt. Erstmals gelang er ihm im September 2022 bei den US Classics in Lake Placid, was die Eiskunstlauf-Szene damals mit staunender Verwunderung zur Kenntnis nahm.

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Der Axel erfordert wegen des Vorwärtsanlaufs bis zur Landung sogar viereinhalb Drehungen. Bei seiner Kür am Freitag will Malinin den Axel nun vierfach zeigen, sieben Vierfachsprünge nimmt er sich insgesamt vor. Gelungen ist ihm diese außergewöhnliche Serie bereits Anfang Dezember beim Grand-Prix-Finale in Japan.

Malinin wird auch ein fünffacher Sprung zugetraut

So hoch ist Malinins Luftfahrt, so unerreicht, so aerodynamisch wundersam, dass ihm sogar ein fünffacher Sprung zugetraut wird. Die Frage scheint nur zu sein, wann er ein solches Meisterwerk zeigen wird, auch wenn offen ist, wie ein Mensch so etwas physisch überhaupt hinbekommen kann.

Doch Malinin ist eben auf verblüffende Weise in der Lage, körperliche Grenzen aufzuheben und sie so sehr zu verschieben, dass er damit seinen Konkurrenten weit voraus ist.

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Olympisches Gold hat der zweimalige Weltmeister bei den Winterspielen 2026 schon gewonnen, mit dem US-Team. Am Freitag ist bei seiner Kür in Mailand ein Stakkato an Höchstschwierigkeiten zu erwarten: Vierfach-Flip, zweimal der Lutz, dazu Rittberger, Toeloop, Salchow, hinzu kommt sein Supersprung, der vierfache Axel, und als Zugabe der Rückwärtssalto.

Auf Instagram gab sich Malinin einst selbst den passenden, sehr selbstbewussten Spitznamen "Quad God", Vierfach-Gott.

Eltern und Großvater von Malinin waren auch Eiskunstläufer

Malinin entstammt in gewisser Weise der russischen Eiskunstlauf-Schule, darauf weist ja auch sein Name hin. Seine Eltern, Tatjana Malina und Roman Skorniakow, wurden in der Sowjetunion geboren.

Sie waren selbst herausragende Eiskunstläufer, die an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnahmen, ohne dort Medaillen zu gewinnen. Wegen der großen Konkurrenz in Russland starteten die beiden allerdings für Usbekistan.

Malinins Großvater war ebenfalls auf dem Eis aktiv, als Eistänzer. Nach seiner Karriere trainierte er unter anderem seine Tochter Tatjana, Ilia Malinins Mutter.

Den Namen Malinin benutzt Ilia bewusst, weil Skorniakow der Familie als zu kompliziert für die Menschen in den USA erschien. Die Eltern betreuten ihren hochbegabten Sohn sehr intensiv, sein Vater steht auch in Mailand als Mit-Coach an der Bande.

Doch die Malinin-Skorniakows haben auch internationale Koryphäen in ihr Team integriert, etwa den Trainer Rafael Arutyunyan. Der arbeitete unter anderem mit dem herausragenden Nathan Chen aus den USA zusammen, dem zweimaligen Weltmeister und Olympiasieger von Peking 2022.

Die Malinin-Skorniakows haben noch ein Kind, Elli Beatrice. Sie ist zehn Jahre alt. Und ambitionierte Eiskunstläuferin.

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