Olympia 2026: IOC erteilt Helm-Verbot für Skeleton-Piloten

Bilder von getöteten Sportlern:Trotz IOC-Verbot: Ukrainer will Helm mit Botschaft tragen

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Er will auf im Krieg getötete ukrainische Sportler aufmerksam machen: Trotz IOC-Verbot will Skeleton-Pilot Heraskewytsch seinen Helm mit Bildern der Sportler tragen.

Der Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch ist frontal zu sehen. Er trägt einen Helm, der die verstorbenen ukrainischen Athleten abbildet.

Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch darf laut IOC seinen speziellen Helm nicht tragen. Auf diesem sind die Gesichter von getöteten ukrainischen Sportlern abgebildet.

10.02.2026 | 0:51 min

Trotz eines IOC-Verbots will der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch bei den Winterspielen weiter einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen tragen. Das Kompromiss-Angebot des Internationalen Olympischen Komitees, ausnahmsweise mit einer schwarzen Armbinde zu starten, lehnt der 27-Jährige offenbar ab.

"Nein, ich werde den Helm tragen", sagte Heraskewytsch nach einem weiteren Training in Cortina d'Ampezzo. Zuvor hatte das IOC entschieden, dass der besondere Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb einen Trauerflor tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern, sagte ein IOC-Sprecher.

Heraskewytsch will für Helm kämpfen

Heraskewytsch will diesen Beschluss nicht hinnehmen. "Wir werden weiter dafür kämpfen, mit diesem Helm teilnehmen zu dürfen. Ich glaube wirklich, dass wir damit gegen keine Gesetze und keine Regeln verstoßen", sagte er.

Vorausgegangen war der IOC-Entscheidung ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.

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IOC untersagt politische Botschaften

Der Helm sei "eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie", erklärte der 27-Jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind.

Unterstützung bekam der Sportler auch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heraskewytsch erinnere an den Preis, den die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu zahlen habe, schrieb Selenskyj auf Telegram. Eine solche Wahrheit könne nicht unbequem oder unangebracht sein. Die Ukraine halte sich an den Geist von Olympia, Angreifer Russland nicht. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.

Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die Dachorganisation.

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Skeleton-Pilot: Entscheidung bricht mir das Herz

Heraskewytsch habe den Helm bei ersten Trainingsfahrten tragen können und seine Trauer auch über seine Kanäle in sozialen Netzwerken geäußert. Dass er nun zumindest ein schwarzes Armband tragen dürfe, sei "ein guter Kompromiss", sagte der IOC-Sprecher. Nach Angaben des Skeleton-Piloten hatte ihm ein IOC-Vertreter bereits vor seiner offiziellen Anfrage die weitere Nutzung des Helms verboten. "Eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht", schrieb er zu einem Video bei Instagram.

Er verwies darauf, dass der deutsche Gewichtheber Matthias Steiner nach seinem Olympiasieg 2008 in Peking auf dem Siegerpodest ein Foto seiner bei einem Verkehrsunfall getöteten Frau gezeigt hatte. Dies sei ein Präzedenzfall. Dem IOC-Sprecher zufolge habe sich das Regelwerk jedoch inzwischen weiter entwickelt. Die beiden Fälle seien daher schwerlich vergleichbar, selbst wenn Steiner damals keine Sanktion erhielt.

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