Olympia-Referendum: Hamburger gegen Bewerbung

Referendum in Hansestadt:Hamburger stimmen deutlich gegen Olympia-Bewerbung

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Die Hamburger haben sich in einem Referendum gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Das stand schon vor Ende der Auszählung fest.

Eine Flagge der Initiative "Olympia und Paralympics in Hamburg" hängt vor der Handeslammer Hamburg

Die Hamburger Olympia-Bewerbung steht auf der Kippe. Zur Halbzeit der Auszählung sprechen die Zahlen für die Gegner des Großprojekts.

Quelle: Witters

Hamburg scheidet nach dem Bürgerwillen aus dem Rennen um die deutsche Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Spiele aus, noch bevor es richtig angefangen hat. Die Initiatoren einer Bewerbung scheiterten wie 2015 mit ihrem Referendum. Schon vor Ende der Auszählung der Stimmen stand die Mehrheit gegen die Pläne fest, das globale Sportfest 2036, 2040 oder 2044 an Alster und Elbe zu holen.

Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt.

Hamburg: Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel in eine Wahlurne in einer Abstimmungsstelle für das Referendum über die Olympia-Bewerbung der Hansestadt.

Ende September wird entschieden, wer sich international für Deutschland bewerben darf.

31.05.2026 | 0:21 min

Tschentscher: Hamburg zieht Olympia-Bewerbung zurück

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher räumte das Scheitern des Referendums ein. "Die Hamburgerinnen und Hamburger haben entschieden, dass sich die Freie und Hansestadt Hamburg nicht um Olympische und Paralympische Sommerspiele bewerben soll", sagte der SPD-Politiker am Abend noch vor Abschluss der Stimmenauszählung.

Ich habe dem Präsidenten des DOSB, Thomas Weikert, sowie dem Vertreter Deutschlands beim IOC, Michael Mronz, soeben mitgeteilt, dass Hamburg seine Olympia-Bewerbung zurückzieht.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher

Tschentscher bedauerte das Votum, bedankte sich aber zugleich bei allen, "die das Ziel, die Spiele nach Hamburg zu holen, unterstützt haben". Aus dem ebenfalls gescheiterten Referendum von 2015 habe man gewusst, dass die Skepsis gegenüber Olympia in Hamburg größer sei als in anderen Städten.

Beim Referendum 2015 - damals ging es um eine mögliche Olympia-Bewerbung für 2024 - hatten sich 51,6 Prozent gegen eine Bewerbung um das größte Sportereignis der Welt entschieden. 48,4 Prozent votierten dafür. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 50,2 Prozent.

Blick in den Innenraum der Arena auf Schalke vor Beginn des Spiels FC Schalke 04 - SV 07 Elversberg

Nach München und Berlin hatte auch Rhein-Ruhr einen Plan für die Olympiabewerbung vorgestellt. Ein Leichtathletik-Stadion müsste gebaut werden, geschwommen würde in der Arena auf Schalke.

28.05.2025 | 1:20 min

Hamburger Linksfraktion sieht Senat blamiert

Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft zeigte sich hingegen sehr zufrieden über den Ausgang des Referendums. "Das ist ein starkes Ergebnis und eine gute Entscheidung für die ganze Stadt", sagte die Co-Vorsitzende Heike Sudmann. Die Hamburgerinnen und Hamburger hätten sich vom Senat und seiner kolossalen Olympia-Materialschlacht nicht blenden lassen. SPD, Grüne, CDU und Wirtschaft hätten zig Millionen verpulvert und Kritikerinnen und Kritiker des Olympia-Konzepts als "schlecht gelaunt" und kleingeistig diffamiert.

Diese ebenso arrogante wie unlautere Kampagne hat unsere Stadt gespalten, auch mit moralischer Erpressung und Drohungen.

Heike Sudmann, Co-Vorsitzende der Hamburger Linksfraktion

Sudmann sprach von einem Armutszeugnis für den Senat. "Der Erste Bürgermeister sowie alle Senatsmitglieder müssen Konsequenzen ziehen und sich und ihre Politik hinterfragen", forderte Sudmann. "SPD, CDU und Grüne stehen jetzt bis auf die Knochen blamiert da."

Um 22 Uhr wird ein vorläufiges Endergebnis erwartet. ZDF-Reporterin Britta Hilpert berichtet.

Erste Auszählungen zeigten bereits eine Tendenz zu "Nein", so ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert.

31.05.2026 | 1:03 min

München, Rhein-Ruhr-Region, Berlin im Rennen

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September, mit welcher Stadt oder Region er in das internationale Rennen zieht. Hamburgs Konkurrenten sind München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin. Beim Bürgerentscheid von Hamburgs Partner Kiel hatten am 19. April 63,5 Prozent dafür gestimmt, dass sich die Stadt als Segelstandort empfiehlt.

Initiator der Hamburger Bewerbung war der rot-grüne Senat. Auch die oppositionelle CDU sowie Wirtschafts- und Sportverbände stehen hinter dem Versuch. Die Linke und die AfD lehnen das Vorhaben ab. Zudem gibt es die Initiative "NOlympia". Auch von Umweltschutzverbänden gibt es Kritik.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten die ZDFheute-Nachrichten am 31.05.2026 ab 19:00 Uhr.
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