IOC-Reform: Prämien für Olympia-Starter und neuer Vergabemodus

Das IOC stellt sich neu auf:Prämien für Olympia-Starter und neues Vergabeverfahren

von Christoph Schneider, Lausanne

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Bei der 146. IOC-Sitzung geht es um olympische Zukunftsfragen: Was wird aus dem Skimountaineering und der Nordischen Kombination? Und es gibt Geld für alle Teilnehmer.

Schweiz, Lausanne: Die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, hält während der 146. Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im SwissTech Convention Centre eine Rede.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry eröffnet die 146. Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne.

Quelle: dpa

Nach den Spielen ist vor den Spielen. So erfolgreich die vergangenen Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo aus Sicht des IOC auch waren, so will die große Olympiagemeinschaft auch die Weichen für die nächsten Spiele zuverlässig stellen: 2028 Sommerspiele in Los Angeles (USA), 2030 Winterspiele in den französischen Alpen, 2032 Sommerspiele in Brisbane (Australien) und 2034 Winterspiele in Salt Lake City (USA). Die zentrale Frage dabei: Welcher Kurs soll eingeschlagen werden?

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Dreistufiger Prüfprozess der olympischen Sportarten

Dafür sollen sämtliche Veranstaltungen auf den Prüfstand. So wurde das in der im vergangenen Jahr gegründeten Arbeitsgruppe zum olympischen Sportarten-Programm innerhalb des IOC verabredet unter dem Vorsitz des österreichischen IOC-Mitglieds Karl Stoss. Vor ein paar Wochen gab es dann die Ergebnisse. Geeinigt hat sich die Arbeitsgruppe auf einen dreistufigen Prüfprozess - nämlich der Sportart, der Disziplin und der Veranstaltung.

Konkret: Man schaut sich den Wassersport (Sportart) an, dann die Disziplin Schwimmen und schließlich die Veranstaltung wie etwa 100-Meter-Schmetterling. Und dann wird umfassend geprüft. Um 14.15 Uhr startete Karl Stoss mit der persönlichen Vorstellung bei der Session, eine Viertelstunde benötigte er dafür - Rückfragen keine. 

Für die Nordische Kombination könnte es eng werden

Erfahrungen der vergangenen Olympischen Winterspiele zeigen, dass das erstmals durchgeführte Skibergsteigen rundherum gut ankam. So gibt es den Vorschlag, das Skimountaineering auch bei den nächsten Winterspielen in den französischen Alpen wieder aufzunehmen. Die Vollversammlung wird darüber am Donnerstag abstimmen - die Zustimmung gilt als Formsache.

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Anders sieht es aus bei der Nordischen Kombination (NoKo), also der Kombination von Skispringen und Skilanglauf. Es ist eine der ältesten Disziplinen seit Bestehen olympischer Winterspiele. Doch ob die NoKo weiter zum olympischen Programm gehören wird, ist fraglich. Aktuell läuft die Auswertung einer globalen Attraktivitätsstudie - anhand von 14 Indikatoren soll geprüft werden, wie beliebt die Veranstaltung ist. Ergebnisse liegen noch nicht vor, sollen aber in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Danach will das IOC eine Entscheidung treffen.  

Vergabeverfahren zu Ausrichterstädten wird reformiert

Eine andere Entscheidung wurde aber am Mittwochnachmittag einstimmig getroffen - das Vergabeverfahren künftiger olympischer Spiele wird verändert. Heißt konkret: Es gibt einen klaren Zeitplan, was künftige Olympiabewerbungen angeht. Im kommenden März wird ein zwei Jahre dauernder Auswahl- und Prüfprozess für all die interessierten Regionen und Städte weltweit starten, die Interesse an der Ausrichtung olympischer Sommerspiele haben. Im Verlauf dieses Prozesses sollen die Beteiligten sich austauschen und Rückmeldungen geben.

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Im Sommer 2029 wird dann die IOC-Vollversammlung entscheiden, wo die olympischen Sommerwettbewerbe 2036 stattfinden. Damit gibt es einen Fahrplan für den Deutschen Olympischen Sportbund - DOSB. Genau rechtzeitig, denn Ende September entscheidet der DOSB über die Olympiabewerbung zwischen der Region Köln-Rhein-Ruhr und den Städten München und Berlin. Wen am Ende der DOSB in die Bewerbungsrallye schicken wird, ist offen.

Prämie für Olympiateilnehmer kommt

Und eine Überraschung gibt es noch am Ende des ersten Tages: Es gibt Geld für die Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmer rückwirkend - ab den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Hierzu wird ein Fonds von 140 Millionen US-Dollar pro Olympische Spiele bereitgestellt. Das verkündete der Vorsitzende der Athletenkommission, der ehemalige spanische Basketballer Pau Gasol:

Dieser Zuschuss steht jedem Olympiateilnehmer zur Verfügung - nicht nur Medaillengewinnern, nicht nur Athleten aus bestimmten Ländern. Jedem Olympiateilnehmer.

Pau Gasol, Vorsitzender der Athletenkommission

Das Geld soll auf Antrag ausgezahlt werden. Internationale Athletenvertreter hatten zwar einen anderen Betrag reklamiert, 25.000 Dollar, doch es ist ein wichtiger Schritt und ein echter Paradigmenwechsel, denn IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte in der Vergangenheit Prämien stets abgelehnt. Deshalb will das IOC das ausdrücklich nicht als Preisgeld sehen, sondern als Anerkennung einer langen Reise mit viel Engagement.

Friedrich Merz im Sport-Outfit, Mittig die Olympischen Ringe, links das Dach des Bundestags in Anschnitt.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete ZDFsportstudio am 24.06.2026 um 22:17 Uhr in dem Beitrag "IOC-Session überrascht mit zwei Neuerungen".
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