Entscheidung im November:Spiele in der City: Berlin beschließt Olympia-Konzept
Neben München, Köln und Hamburg will Berlin als Deutschlands Bewerber für die Olympischen Sommerspiele ins Rennen gehen. Das Konzept steht nun.
Berlin hat sein Olympia-Konzept im Detail präsentiert, es sei mit den drei Partnerländern einstimmig beschlossen worden, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner.
Quelle: dpaMit einer goldenen Rampe zum Brandenburger Tor, einem olympischen Parcours quer durch die Stadt und vielen bereits bestehenden Sportstätten will Berlin den Zuschlag bei der Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele erhalten.
"Wir sind heute einen ganz wichtigen Schritt weitergekommen und haben einstimmig das Konzept Berlin+ mit den drei Partnerländern beschlossen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nach einer Senatssitzung.
Bei der Abstimmung zur Olympia-Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region zeichnet sich Zustimmung ab. Rund vier Millionen Menschen in der Region konnten ihre Stimme abgeben.
19.04.2026 | 2:56 min"Berlin ist die Stadt mit ihrer internationalen Strahlkraft, mit der man ins Rennen gehen muss", glaubt er und sieht die Chancen der anderen deutschen Mitbewerber München, Hamburg und NRW schwinden. Das Berliner Selbstbewusstsein wird auch im Motto der Kampagne deutlich: "Klar kann man Olympia woanders machen. Wird dann halt öde."
Segeln in Rostock - Reiten in Leipzig
Gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sollen Wettkämpfe in 30 Sportarten mit 46 Disziplinen bei den Olympischen Spielen abgehalten werden. 23 Sportarten sind es bei den Paralympischen Spielen.
97 Prozent aller Wettkämpfe können in bestehenden Sportstätten stattfinden.
Berlins Sportsenatorin Iris Spranger (SPD)
Dazu sollen diverse Wettbewerbe als "Cityevents" auf dem Tempelhofer Feld oder anderen attraktiven Orten in der Hauptstadt stattfinden. "Was die Sportstätten betrifft, kann Berlin mehr bieten als jeder andere Wettbewerber."
Neues Olympiabad
Die Schwimmer werden laut Konzept in einem neuen Olympiabad neben dem Olympiastadion antreten. Das überdachte Freibad soll nach den Spielen ganzjährig den Berlinern zur Verfügung stehen.
In 17 Städten in Nordrhein-Westfalen wurde über eine mögliche Olympia-Bewerbung abgestimmt. Nach klarer Zustimmung steht fest, dass „KölnRheinRuhr“ sich für die Olympischen Spiele in Stellung bringt.
20.04.2026 | 1:58 minNeben den Wettkämpfen in der Hauptstadt sind die Reitwettbewerbe in Leipzig vorgesehen, gesegelt werden soll in Warnemünde. Das olympische Fußballturnier würde in Cottbus, Dresden, Hannover, Wolfsburg, Leipzig und Rostock ausgetragen werden.
Insgesamt aber sollen 85 Prozent aller Sportler im Olympischen Dorf wohnen, das in der Nähe der Messe Berlin gebaut wird. Es umfasst 2.400 Wohnungen und entsteht nach Angaben Wegners auch, sollte Berlin nicht den Zuschlag erhalten - wichtig in einer Stadt, in der bezahlbarer Wohnraum knapp ist.
Überschuss von 420 Millionen Euro erwartet
Die Kosten zur Durchführung der Spiele bezifferte Spranger nach externen Experten-Berechnungen auf 4,82 Milliarden Euro. Demgegenüber werden 5,24 Milliarden an Einnahmen erwartet, sodass rund 420 Millionen Euro als Gewinn erwirtschaftet würden. 25 Prozent dieses Gewinns müssten an das Internationale Olympische Komitee abgeführt werden.
Über 66 Prozent der Münchener haben für eine Bewerbung ihrer Stadt um die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 gestimmt. Doch bis zur Bewerbung gibt es noch einige Hürden zu überwinden.
27.10.2025 | 1:32 minDie Höhe der erforderlichen Investitionsmaßnahmen im Zusammenhang mit Olympia, die die öffentliche Hand tragen muss, betragen laut Spranger 1,59 Milliarden Euro. Dazu zählten etwa die Modernisierung von Wettkampfstätten oder Verkehrsprojekte. Weitere Kosten etwa für Polizei, Sicherheitsmaßnahmen, oder Verwaltung könnten im Moment noch nicht seriös beziffert werden.
Kritiker sehen "wirre Träume"
Die Olympiagegner von NOlympia kritisieren das vorgelegte Konzept vehement. "Haushaltspolitisch ist das Olympiakonzept des Wegner-Senats hochgradig unseriös. Es gibt keine transparente Prognose, wie viele Milliarden die Austragung kosten wird.", sagte Klara Schedlich, sportpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, deren Antrag auf Kosteneinsicht bislang unbeantwortet blieb.
Damit kann auch ein angebliches Überschusspotenzial nicht seriös prognostiziert werden. Als jüngste Abgeordnete sehe ich hier Milliardenkosten auf meine Generation zukommen, die für funktionierende Sportanlagen fehlen werden.
Klara Schedlich, sportpolitische Sprecherin Grünen-Fraktion Berlin
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