Fußball-WM 2026: Diese neuen Regeln gelten bei dem Fußballturnier

Mehr Macht für VAR, Strafe bei Zeitspiel:Das sind die neuen Regeln bei der Fußball-WM 2026

von Ralf Lorenzen

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Mehr Einfluss für den VAR, weniger Möglichkeiten zum Zeitspiel. Das sind die Schwerpunkte der Regeländerungen, die erstmals bei der kommenden Fußball-WM praktiziert werden.

Wales - Iran, WM 2022: Referee Mario Escobar zeigt Torwart Wayne Hennessey (rechts) die Rote Karte

Neue Regeln gibt es auch für den Platzverweis.

Quelle: Imago / Anadolu Serhat

So gravierend wie die Einführung von Gelben und Roten Karten bei der WM 1970 sind die aktuellen Regeländerungen nicht. Das International Football Association Board (IFAB) als oberstes Gremium der Regelhüter hat vor der kommenden Fußball-WM jedoch zahlreiche Anpassungen beschlossen. Diese betreffen vor allem den Videoassistenten (VAR) und die Eindämmung von Zeitspiel.

FIFA-Kongress in Vancouver

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VAR-Einsatz bei Eckstößen

Der 2018 erstmals bei einer WM angewendete Videoassistent darf künftig mehr Situationen überprüfen. So kann er auch bei Eckbällen eingreifen, wenn aus ihnen direkt ein Tor entsteht und die Entscheidung möglicherweise falsch war. Bisher beschränkte sich die Kontrolle auf die Torentscheidung selbst. Die Überprüfung soll in Echtzeit erfolgen, um den Spielfluss möglichst wenig zu stören.

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"Wichtig wird sein, dass sich der VAR nach einer falsch gegebenen Ecke sofort einschaltet und wir nicht jedes Mal zwei Minuten warten müssen", sagt ZDF-Experte Thorsten Kinhöfer. Die Umsetzung der Eckstoß-Regel ist für nationale Wettbewerbe nicht verpflichtend.

Gelb-Rot kann überprüft werden

Zudem darf der VAR künftig eingreifen, wenn eine zweite Gelbe Karte eindeutig falsch gezeigt wurde. Bleibt ein berechtigter Platzverweis durch Gelb-Rot jedoch aus, darf der VAR nicht eingreifen.

Neu ist außerdem, dass der Videoassistent Spielerverwechslungen auch dann korrigieren darf, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft verwarnt oder bestraft wurde. Bislang war dies nur innerhalb eines Teams möglich.

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"Nach zehn Jahren Erfahrung wurde deutlich, dass das Protokoll von einer begrenzten Anpassung profitieren würde, um seltene, aber eindeutig unfaire Situationen abzudecken", erklärte der walisische Vertreter Noel Mooney im Rahmen der IFAB-Sitzung im Februar. Das IFAB wird von den britischen Verbänden und der FIFA getragen.

Kritik vom DFB

Kritischer sieht das unter anderem Jochen Drees, VAR-Chef des DFB: "Das läuft der bisherigen Richtung entgegen. Man öffnet damit wieder den Bereich der Ermessensentscheidungen." Auch ZDF-Experte Kinhöfer warnt: "Die Entwicklung geht dahin, dass es immer weniger Akzeptanz für die Unparteiischen gibt, anstatt diese zu stärken."

Ein weiterer Schwerpunkt der Reformen ist die Bekämpfung von Zeitspiel. Die bereits eingeführte Acht-Sekunden-Regel für Torhüter wird ausgeweitet. Künftig soll ein sichtbarer Countdown auch bei Einwürfen und Abstößen gelten, dann jedoch mit einer Frist von fünf Sekunden. Bei Verstößen wechselt der Ballbesitz.

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Auszeit nach Behandlungspausen: Wird Foulspiel belohnt?

Auch Auswechslungen werden reguliert: Sie müssen innerhalb von zehn Sekunden abgeschlossen sein. Wird die Zeit überschritten, muss der eingewechselte Spieler mindestens eine Minute warten oder bis zur nächsten Spielunterbrechung draußen bleiben.

Spieler, die auf dem Feld behandelt werden, sollen das Spielfeld für eine Minute verlassen. Ausnahme: Die Behandlung erfolgt nach einem Foul mit Gelber oder Roter Karte. Für Torhüter gilt diese Regel zunächst nicht, allerdings sind Tests angekündigt. Kritiker warnen jedoch, dass dadurch Fouls indirekt belohnt werden könnten.

Für Spieler gilt: Hände weg vom Mund

Neu ist auch eine strengere Linie bei Unsportlichkeit: Spieler, die sich bei verbalen Attacken hinter der Hand verstecken, sollen künftig mit Rot bestraft werden. "Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu", sagte Fifa-Boss Gianni Infantino, der sich für die Regel eingesetzt hatte. Ebenso gibt es Rot, wenn Spieler aus Protest das Spielfeld verlassen - auch für Trainer und Offizielle, die dies anweisen.

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Unabhängig vom IFAB plant die FIFA zusätzliche Änderungen: So sollen künftig in jeder Halbzeit feste dreiminütige Trinkpausen eingeführt werden - unabhängig von der Witterung. Kritiker vermuten dahinter auch die Möglichkeit weiterer Werbepausen.

Außerdem soll die bisher übliche Streichung Gelber Karten erst nach dem Viertelfinale abgeschafft werden. Stattdessen sollen Verwarnungen bereits nach der Gruppenphase gelöscht werden.

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von Markus Harm
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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ZDF und ARD am 30.04.2026 ab 6:50 Uhr.

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