FIFA-Kongress in Vancouver:Irans Fußball-Präsident an Einreise nach Kanada gehindert
Irans Fußball-Präsident Mehdi Tadsch wurde die Einreise nach Kanada verweigert. Der Vorwurf: Kontakte zu den iranischen Revolutionsgarden.
Nicht beim FIFA-Kongress dabei: Irans Fußball-Präsident Mehdi Tadsch
Quelle: dpa | Saeid ZareianDer Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, ist auf dem Weg zum FIFA-Kongress in Vancouver laut Medienberichten bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen worden. Das berichteten mehrere iranische Medien. Auch der Generalsekretär und der stellvertretende Generalsekretär sollen "mit dem ersten Flug" zurückgekehrt sein, hieß es.
Laut dem Portal "Iran International" war Tadsch am Montag ein Visum ausgestellt worden, das am Dienstag dann wegen seiner Verbindung zur iranischen Revolutionsgarde (IRGC) wieder einkassiert wurde. Die IRGC gilt in Kanada als terroristische Vereinigung.
"Ob der Iran wirklich die WM spielt? Keiner weiß es so genau. Fakt ist: Hier in Vancouver sind keine Iraner zu sehen", so ZDF-Sport-Reporter Markus Harm.
29.04.2026 | 3:07 minUnterschiedliche Angaben zu den Gründen
Die kanadische Regierung erklärte, sie könne sich wegen Datenschutzgesetzen nicht zu Einzelfällen äußern. Ottawa bekräftigte in einer Erklärung jedoch, dass "IRGC-Funktionäre in Kanada nicht zulässig sind und in unserem Land nichts zu suchen haben".
Kanadas Außenministerin Anita Anand wurde von US-Medien indes so zitiert, dass ihrem "Verständnis" nach iranischen Funktionären die Einreise "unbeabsichtigt" verwehrt worden sei.
Funktionäre beleidigt? Visaprobleme?
Einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge sollen die drei Fußballfunktionäre bei ihrer Ankunft von der dortigen Einwanderungsbehörde beleidigt worden sein. Daraufhin habe die iranische Delegation beschlossen, die Teilnahme am FIFA-Kongress abzusagen und sei zurückgeflogen. Dass iranische Funktionäre in Vancouver fehlen, hatte der iranische Verband auf dpa-Anfrage zuvor noch mit Visaproblemen begründet.
US-Außenminister Rubio hat eine Teilnahme Irans an der Fußball-WM als alleinige Entscheidung Teherans bezeichnet. "Es gibt keine Aussage der USA, dass sie nicht kommen dürften", so Rubio.
24.04.2026 | 0:58 minIn Vancouver treffen sich in dieser Woche Vertreter aller Nationalverbände zum letzten FIFA-Kongress vor der Fußball-Weltmeisterschaft, für die Kanada neben Mexiko und den USA Gastgeber ist.
Das Turnier beginnt am 11. Juni, Iran zählt zu den WM-Teilnehmern und trifft in der Gruppenphase auf Neuseeland, Belgien und Ägypten. Die Spiele sind in Los Angeles und in Seattle angesetzt. Die Frage, ob der Iran angesichts des Kriegs mit den USA an der WM teilnehmen wird, sorgt seit Wochen für Wirbel.
Präsident schon bei der WM-Auslosung nicht dabei
Verbandspräsident Tadsch hatte ohne US-Visum schon im Dezember nicht an der WM-Auslosung in Washington teilnehmen können. Auch beim Kongress des asiatischen Kontinentalverbands AFC zu Wochenbeginn fehlten Vertreter Irans. Bei einer Ansage wurde lediglich verkündet, dass die iranischen Funktionäre von FIFA-Präsident Gianni Infantino für die WM-Qualifikation geehrt werden sollen, "sobald sie ankommen".
FIFA-Chef Gianni Infantino hatte unlängst noch beteuert, Iran werde "auf jeden Fall" teilnehmen. Die Mannschaft habe sich sportlich qualifiziert und werde ihre Spiele wie geplant in den USA austragen. US-Präsident Donald Trump veränderte seine Position diesbezüglich gleich mehrmals. Die Spieler seien in den USA willkommen, sagte Außenminister Marco Rubio zuletzt.
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