Sport-Club kämpft gegen den Trend:Freiburg plant Coup gegen den FC Bayern
von Andreas Morbach
Zwei Niederlagen in Folge haben die Hochstimmung beim SC Freiburg zuletzt etwas eingetrübt. Gegen den FC Bayern erwartet den Sport-Club nun der ultimative Entwicklungs-Check.
Wollen auch gegen den FC Bayern jubeln: Die Freiburger Derry Scherhant, Jordy Makengo und Igor Matanovic (v.r.n.l.).
Quelle: Ina Fassbender / AFPIgor Matanovic ist ausgebildeter Stürmer - und diese Grundausrichtung als Fußballer lässt der Spieler des SC Freiburg gerne auch mal in Interviews einfließen. Einen passenden Moment für verbalen Offensivgeist bot ihm da ganz aktuell der Donnerstagabend.
Matanovic bleibt optimistisch
"Ich mache mir nicht so viele Sorgen", sagte Matanovic nach dem 0:3 des Sport-Clubs bei der AS Monaco in der Conference League. Sein Trainer sah es nicht ganz so positiv. "Unser Lauf ist für den Moment definitiv unterbrochen", stellte Julian Schuster im Stade Louis II fest. Vier Tage zuvor hatte es beim 1:2 in Leverkusen die erste Saisonniederlage gesetzt.
Bayer Leverkusen verpasst dem SC Freiburg die erste Saisonniederlage und zieht mit den Breisgauern nach Punkten gleich. Die Werkself macht aus einem Rückstand einen 2:1-Erfolg.
19.10.2026 | 8:33 minDoch Angreifer Matanovic richtete den Blick dem eigenen Naturell entsprechend nach vorne. Am Sonntag gastiert schließlich Spitzenreiter FC Bayern München (17:30 Uhr/ZDFsport-Liveticker) im Breisgau.
Sport-Club will die Großen ärgern
"Wir sind eine gute Mannschaft, sind selbstbewusst. Vielleicht kommt das Spiel gegen die Bayern genau richtig“, räsonierte der kroatische Nationalstürmer Matanovic. Damit frischte er zugleich seine zentrale Botschaft vom Sommer auf, wonach es dem Sport-Club in dieser Saison noch öfter als in der vorangegangenen bereits gelingen werde, die Großen zu ärgern.
Die Basis für solch forsche Ankündigungen haben die Südbadener mit der kontinuierlichen Optimierung des Profi-Teams gelegt. Deshalb gab es ihrerseits auch kein großes Lamento, als Johan Manzambi, Senkrechtstarter der Vorsaison, nach der Weltmeisterschaft zu Aston Villa in die Premier League wechselte. Zum einen spülte der Transfer des jungen Schweizers 63 Millionen Euro in die ohnehin ansehnlich gefüllten Freiburger Geldsäckel. Zum anderen ist die qualitative Breite im Kader einer ihrer großen Trümpfe.
Der SC Freiburg hat in der Conference League klar bei der AS Monaco verloren. Deutschlands Paris Brunner leitete den Sieg der Monegassen ein.
22.10.2026 | 0:59 minGenerationswechsel in vollem Gang
So geht die langsame Ablösung des noch immer wertvollen Vincenzo Grifo (33 Jahre alt) durch Neu-Nationalkicker Derry Scherhant (23) nahezu geräuschlos über die Bühne. Ähnlich weit fortgeschritten ist die Erbfolge bei Kapitän Christian Günter (33), auf der linken Seite verteidigte schon im vergangenen Jahr häufig Jordy Makengo (25). Dazu fassen Spieler wie Philipp Treu (25), Yuito Suzuki (24), Niklas Beste (27) oder Max Rosenfelder (23) immer besser Tritt. Leistungsdellen wie zuletzt in Monaco sind dabei einkalkuliert.
Gerade aus den Grenzerfahrungen der zurückliegenden Woche wird sich nun auch ablesen lassen, wie tragfähig die Weiterentwicklung des Sport-Club tatsächlich ist. Die Bayern drängte Schusters Ensemble im April schon mal an der Rand einer Niederlage, unterlag nach 2:0- Führung aber noch mit 2:3. Im eigenen Stadion verlor Freiburg in der letzten Saison ansonsten gegen kein Team aus den Top 6 der Liga. Die Champions-League-Teilnehmer Leipzig und Stuttgart wurden sogar besiegt.
Mit dem 2:2 nach 0:2-Rückstand hätte Bayern in Freiburg gut leben können, doch die Münchner wollen mehr: Lennart Karl trifft in der Nachspielzeit gegen den am Ende konsternierten SC noch zum 3:2.
06.04.2026 | 13:13 minGrifos Erinnerungshilfen
Auswärts treten die Breisgauer auch bei den schickeren Adressen der Liga mittlerweile mutiger und selbtbewusster auf als früher, etwa bei den jüngsten Gastspielen in Frankfurt und Leverkusen. Bringen Schusters Eleven allerdings mal nicht ihre charakteristische Energie auf den Platz, wird das Freiburger Gebilde rasch brüchig. So geschehen in der ersten Halbzeit in Monaco.
Routinier Grifo war nach der Partie daher erst mal bemüht, das ernüchternde Resultat bei den Monegassen mit der Erinnerung an einige "tolle Heimspiele gegen Bayern" aufzuhellen. Ganz im Sinne des offensiv denkenden Mitstreiters Matanovic agierte auch Maximilian Eggestein.
An einen größeren Rückschlag durch die internationale Pleite glaube er nicht, beteuerte der Mittelfeldmotor des SC, der zudem betonte: "Bayern München ist ein schwerer Gegner. Aber auch da versuchen wir, drei Punkte zu holen, und aus dieser Woche trotzdem noch etwas mitzunehmen."