Delegationen abgereist:US-Vizepräsident Vance: Keine Einigung mit Iran erzielt
Laut US-Vizepräsident JD Vance ist bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran keine Einigung erzielt worden. Zuvor hatten Medien über eine Pause der Gespräche berichtet.
Die ersten direkten Verhandlungen über ein Kriegsende von USA und Iran sind vorerst gescheitert. Beide Seiten verlassen Pakistan ohne Einigung und geben sich gegenseitig die Schuld.
12.04.2026 | 1:18 minBei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran unter Vermittlung Pakistans ist nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance keine Einigung erzielt worden.
Die schlechte Nachricht ist, dass wir keine Einigung erzielt haben.
JD Vance, US-Vizepräsident
Die ersten Gespräche zwischen den USA und Iran in Pakistan über ein mögliches Kriegsende sind gescheitert. Phoebe Gaa berichtet über die Entwicklungen vor Ort.
12.04.2026 | 1:00 minBeide Delegationen aus Islamabad abgereist
Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommen wird, war zunächst nicht bekannt. Man verlasse den Ort der Verhandlungen Islamabad und lasse einen Vorschlag für Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle, sagte Vance.
Der US-Vize bestieg nach Angaben anwesender Journalisten noch am Morgen ein Flugzeug in Richtung USA. Auch die Delegationen von USA und Iran reisten laut Medienberichten ab. Teheran plane keine weitere Verhandlungsrunde, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle.
Vermittler Pakistan rief indes beide Länder dazu auf, die vereinbarte Waffenruhe weiter einzuhalten. Dies sei "zwingend erforderlich", sagte der pakistanische Außenminister Ishaq Dar am Sonntag. Pakistan werde weiter als Vermittler dienen, um den "Dialog" zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen. Auch Australien forderte eine Fortsetzung der Feuerpause im Nahen Osten.
Seit fast sechs Wochen greifen die USA und Israel Ziele in Iran an. Dennoch bleibt ein Sieg bisher aus und die USA kämpfen zunehmend mit steigenden Kriegskosten.
10.04.2026 | 2:33 minNach 21 Stunden: Kein Deal
Nach 21 Stunden Verhandlungen hätte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte Vance. Die USA hätten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, Iran entgegenzukommen.
Der US-Vize sagte nicht im Detail, was genau die Knackpunkte waren. Er sagte lediglich, man habe bislang nicht gesehen, dass sich Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln. "Wir hoffen, dass wir es noch sehen werden." Während der Verhandlungen sei er in ständigem Kontakt mit US-Präsident Donald Trump gewesen, sagte Vance weiter.
Zuvor hatten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim, Fars und Irna übereinstimmend in der Nacht berichtet, dass die Verhandlungen am Sonntag fortgesetzt werden sollen.
US-Vizepräsident JD Vance konnte bei den Friedensgesprächen in Pakistan keine Einigung mit Iran erzielen. ZDFheute live analysiert, wie es nach den ergebnislosen Verhandlungen weitergeht.
12.04.2026 | 32:50 minIran: Erfolg des diplomatischen Prozesses hängt von Gegenseite ab
Iran warf den USA vor, die Gespräche mit "unzumutbaren Forderungen" zum Scheitern gebracht zu haben. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, die iranische Delegation habe 21 Stunden lang "unablässig und intensiv" verhandelt, um die "nationalen Interessen des iranischen Volkes zu verteidigen". Die "unzumutbaren Forderungen" der US-Seite hätten aber Fortschritte bei den Verhandlungen verhindert.
Laut dem iranischen Außenamtssprecher Ismail Baghai ging es bei den Verhandlungen um zentrale Themen wie die Straße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region. Bis in den Sonntag hinein hätten "intensive Verhandlungen" stattgefunden. Dabei seien "zahlreiche Nachrichten und Texte" zwischen den beiden Seiten ausgetauscht worden, schrieb Baghai in den frühen Morgenstunden auf X.
Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge aber "von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen", schrieb Baghai weiter.
"Nach einem Friedensschluss", so der Kanzler, sei es vorstellbar, dass Deutschland hilft, die Straße von Hormus zu sichern. Und mit dem Iran suche man das Gespräch.
09.04.2026 | 2:53 minIrans Medien: Große Differenzen bei den Verhandlungen
Iranische Medien hatten über große Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von "überzogenen Forderungen" der US-Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden.
Die USA haben einen 15-Punkte-Plan vorgelegt. Sie streben seit Jahren danach, das iranische Atom- und Raketenprogramm nachhaltig so weit einzuschränken, dass aus ihrer Sicht von Iran keine Bedrohung mehr ausgeht. Auch fordern sie die dauerhafte Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Aus Iran liegt ein 10-Punkte-Plan vor, in dem der Iran die Kontrolle über die für die Weltwirtschaft extrem wichtige Meerenge am Persischen Golf für sich beansprucht und Mautgebühren für die Durchfahrt verlangt. Auch wird eine Aufhebung aller internationalen Sanktionen sowie ein Ende aller Militäreinsätze in der Region gefordert.
Quelle: AFP
Tasnim zufolge besteht die iranische Delegation auf der "Wahrung der militärischen Errungenschaften", eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik. Den größten Streit soll es beiden Berichten zufolge jedoch bei Fragen rund um die Straße von Hormus geben.
Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und damit die großen Ölförderländer der Region mit den Weltmärkten. Der Iran hat die Kontrolle der Seestraße seit Kriegsbeginn an sich gerissen. US-Präsident Donald Trump hatte ihre Öffnung zur Bedingung für die am vergangenen Mittwoch verkündete, zweiwöchige Waffenruhe gemacht.