Iran und USA - Vance warnt: Keine "Spielchen" spielen

Iran stellt Bedingungen für Gespräche:Vance warnt Iran: Keine "Spielchen" spielen

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Kurz vor den geplanten Iran-Friedensverhandlungen erhöhen Washington und Teheran den Druck. US-Vizepräsident Vance warnt Iran, Präsident Trump droht und Iran stellt Bedingungen.

US-Vizepräsident J.D. Vance geht an Bord der Air Force Two, um nach Pakistan zu den Friedensgesprächen mit Iran zu reisen.

Am Samstag sollen die geplanten Friedensgespräche zwischen Iran und den USA beginnen. Doch die Positionen beider Seiten liegen weit auseinander.

10.04.2026 | 1:36 min

Vor dem erwarteten Beginn der Friedensgespräche zwischen den USA und Iran in Pakistan haben beide Seiten den Druck erhöht.

Vance warnt Iran: Keine "Spielchen" spielen

Der US-Vizepräsident und designierte Verhandlungsführer JD Vance sagte vor seinem Abflug vom Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews bei Washington, die US-Regierung werde "versuchen, positive Verhandlungen zu führen". Er fügte an:

Wenn die Iraner bereit sind, ernsthaft zu verhandeln, sind wir bereit, ihnen die Hand zu reichen. Wenn sie versuchen, Spielchen mit uns zu spielen, werden sie feststellen, dass unser Verhandlungsteam wenig aufgeschlossen dafür ist.

JD Vance, US-Vizepräsident

Auch US-Präsident Donald Trump legte rhetorisch noch einmal nach. Der "New York Post" sagte Trump, sollten die USA keinen Deal mit der iranischen Führung erzielen, werde das US-Militär Munition und Waffen einsetzen, mit denen die im Nahen Osten stationierten Schiffe der US-Marine derzeit "beladen" würden. Trump sprach von einem "Neustart", der derzeit laufe. Zuvor hatte er in seinem Onlinedienst Truth Social vom "gewaltigsten Neustart der Welt" geschrieben.

Zum ersten mal Beginn seit Beginn des Irankriegs treffen sich die USA und Iran zu Friedensgesprächen.

ZDF-Korrespondent David Sauer ordnet die Erfolgschancen der geplanten Friedensverhandlungen in Pakistan ein.

10.04.2026 | 1:22 min

Iran besteht auf Waffenstillstand im Libanon

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte im Onlinedienst X, "ein Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe der iranischen Vermögenswerte" müssten "noch vor Beginn der Verhandlungen" umgesetzt werden.

Die Lage im Libanon, wo Israel auch nach Abschluss der Feuerpause massiv gegen die Hisbollah-Miliz vorging, bleibt ein erheblicher Streitpunkt vor den Verhandlungen. Israel und die USA bestreiten, dass die Waffenruhe auch für den Libanon gilt, wie es der Vermittler Pakistan ursprünglich mitgeteilt hatte. Bei den israelischen Angriffen wurden seit Beginn der Iran-Feuerpause nach libanesischen Behördenangaben hunderte Menschen getötet.

Vance führt US-Delegation an, Ghalibaf verhandelt für Iran

Bei den Verhandlungen in Pakistan soll JD Vance die Delegation aus Washington anführen, zu der auch der Sondergesandte Steve Witkoff sowie der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner zählen. Auf Seiten Irans werden Parlamentspräsident Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi als Unterhändler genannt.

Schaltgespräch mit Wulf Schmiese zum Iran

Bundeskanzler Friedrich Merz halte Iran für militärisch nicht besiegbar, sagt ZDF-Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese. Daher nehme man den Gesprächsfaden mit Teheran wieder auf.

09.04.2026 | 2:55 min

Auf diesem Niveau hatten die beiden Länder zuletzt im Jahr 2015 verhandelt, als der damalige US-Außenminister John Kerry das von US-Präsident Trump später verworfene Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms mit Teheran aushandelte.

Nach mehr als fünf Wochen Krieg hatten die USA und Iran am Mittwoch eine zweiwöchige Feuerpause bekannt gegeben. Beide Seiten vereinbarten einen Stopp der Angriffe, Iran sagte die Wiederöffnung der von ihm blockierten Straße von Hormus zu. Ob es aber tatsächlich zu den Verhandlungen kommt, ist noch unklar.

USA und Iran in zentralen Streitpunkten weit voneinander entfernt

Auf dem Tisch liegen neben der Lage im Libanon zahlreiche Streitpunkte, bei denen eine Annäherung noch in weiter Ferne zu liegen scheint. Die USA haben einen 15-Punkte-Plan vorgelegt: Sie streben seit Jahren danach, das iranische Atom- und Raketenprogramm nachhaltig so weit einzuschränken, dass von Iran keine Bedrohung mehr ausgeht. Auch fordern sie die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus.

Aus Teheran liegt ein 10-Punkte-Plan vor, in dem Iran die Kontrolle über die für die Weltwirtschaft extrem wichtige Meerenge am Persischen Golf für sich beansprucht und Mautgebühren für die Durchfahrt verlangt. Auch wird eine Aufhebung aller internationalen Sanktionen sowie ein Ende aller Militäreinsätze in der Region gefordert.

Schaltgespräch mit ZDF-Korrespondenten David Sauer, Isabelle Schaefers und Thomas Reichart

Trump hat den Bündnispartnern in der Nato gedroht und Unterstützung in der Straße von Hormus eingefordert. Die ZDF-Korrespondenten David Sauer, Isabelle Schaefers und Thomas Reichart ordnen ein.

09.04.2026 | 4:20 min

Trump warnte Teheran im Vorfeld der geplanten Gespräche davor, Durchfahrtsgebühren für die Straße von Hormus zu erheben. "Das sollten sie besser nicht tun", erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social.

Pakistan als Vermittler angeschlagen

Derweil erhielt auch die Vermittlerrolle Pakistans erhebliche Kratzer. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif beschimpfte Israel im Onlinedienst X als "das Böse und einen Fluch für die Menschheit" sowie einen "krebsartigen Staat auf palästinensischem Land". Das Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu nannte die Äußerungen "empörend".

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen und der Tötung des obersten Führers Ali Chamenei begonnen. Iran reagierte mit der Schließung der Straße von Hormus sowie Angriffen auf Israel und Ziele in mehreren Golfstaaten.

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, etwa die heute-Nachrichten am 10.04.2026 ab 19 Uhr.

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