Trump: Iran macht in der Straße von Hormus "schlechte Arbeit"

Teheran kontrolliert Meerenge weiter:Trump: Iran macht in der Straße von Hormus "schlechte Arbeit"

|

Der Streit zwischen den USA und Iran um die Blockade der Straße von Hormus geht trotz Waffenruhe weiter. Trump wirft der Führung in Teheran vor, "sehr schlechte Arbeit" zu machen.

Tanker in der Straße von Hormus

Teheran meldete gestern eine erneute Sperrung der Straße von Hormus und warnte Schiffe vor der Durchfahrt.

09.04.2026 | 0:22 min

Kurz vor dem geplanten Beginn von Verhandlungen in Pakistan zu einer dauerhaften Beilegung des Konflikts wackelt die von Iran und den USA vereinbarte befristete Waffenruhe bereits: Die Kriegsparteien streiten unter anderem um die Öffnung der Straße von Hormus.

Trump warnt Iran vor Mautgebühren in der Straße von Hormus

Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump hält sich Iran bei der Öffnung der für die globale Energieversorgung bedeutenden Meerenge nicht an das Abkommen über eine zweiwöchige Waffenruhe. Iran leiste hier "sehr schlechte Arbeit", die man auch als "unredlich" bezeichnen könne, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Er kritisierte weiter:

Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!

Donald Trump auf Truth Social

Trump drohte Iran aber zunächst nicht unmittelbar mit Konsequenzen.

Ex-US-General Ben Hodges vor einer Weltkarte, auf der die Nato und weitere Weltmächte markiert sind.

Israelische Angriffe im Libanon, Spannungen in der Nato und eine fragile Waffenruhe - ZDFheute live zieht ein Zwischenfazit.

09.04.2026 | 28:40 min

Kurz zuvor hatte Trump bereits geschrieben, es gebe Berichte, wonach Teheran Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser "jetzt damit aufhören!". In einem weiteren Post betonte er, dass man "sehr bald" Öl wieder fließen sehen werde, "ob mit oder ohne die Hilfe Irans".

Iran: Werden nicht auf unsere "legitimen Rechte" verzichten

Das Geistliche Oberhaupt in Iran, Ajatollah Modschtaba Chamenei, kündigte indes eine neue Phase in der Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge an. In einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung heißt es, Iran strebe keinen Krieg an, werde aber nicht auf seine Rechte verzichten.

Wir haben den Krieg nicht gesucht und wir wollen ihn nicht, aber wir werden in keinem Fall auf unsere legitimen Rechte verzichten.

Modschtaba Chamenei, Geistliches Oberhaupt in Iran

Am Donnerstagmorgen verkündete das iranische Militär, die Straße von Hormus wieder gesperrt zu haben. Zudem warnte die Marine der iranischen Revolutionsgarden vor Seeminen. Die Streitkräfte publizierten am späten Mittwochabend (Ortszeit) eine Karte, auf der eine Gefahrenzone in den gewöhnlichen Schifffahrtswegen der Meerenge verzeichnet ist.

Schaltgespräch Hayali Gerlach

Iran werde versuchen, aus der wirtschaftlichen Situation "maximales Kapital zu schlagen", sagt Nahost-Experte Daniel Gerlach.

08.04.2026 | 5:46 min

In Anbetracht der Kriegssituation im Persischen Golf werde allen Schiffen dazu geraten, eine Alternativroute weiter nördlich zu nutzen. Die neue, von den Revolutionsgarden empfohlene Route verläuft entlang der Insel Larak unweit der Südküste Irans.

Berichte: Nur wenige Schiffe passieren Straße von Hormus

Der US-Sender CBS berichtete unter Berufung auf den Informationsdienst Marine Traffic, dass in den zwei Tagen seit Ankündigung der Waffenruhe lediglich ein Dutzend Schiffe die Meerenge passiert hätten. Dabei handelt es sich um einen Bruchteil des Schiffsverkehrs vor Beginn des Iran-Kriegs.

In Friedenszeiten werden in der Meerenge nach Angaben des Brancheninformationsdienstes Lloyd's List etwa 120 Durchfahrten pro Tag gezählt. Damit wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormus abgewickelt.

Nils Haupt

In der Straße von Hormus sitzen immer noch Schiffe der deutschen Reederei Hapag-Lloyd fest. Für die Crews sei das traumatisch, sagt Sprecher Nils Haupt bei ZDFheute live.

08.04.2026 | 9:13 min

Blockierte Meerenge treibt globale Öl- und Gaspreise in die Höhe

Iran hatte Anfang März als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Angriffe die Straße von Hormus blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Meerenge in den Golf von Oman kam damit praktisch zum Erliegen, die Weltmarktpreise stiegen seither rasant an.

Der Konflikt hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf Iran begonnen. Die aktuelle Feuerpause war nur Stunden vor Ablauf eines Ultimatums zustande gekommen. Trump hatte für diesen Fall mit Angriffen auf iranische Kraftwerke und Brücken sowie der Zerstörung einer "ganzen Zivilisation" gedroht.

Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 10.04.2026 ab 05:30 Uhr und im heute journal am 09.04.2026 ab 21:45 Uhr.

Mehr zum Konflikt in Nahost

  1. Friedrich Merz spricht im Bundeskanzleramt am 09.04.2026.

  2. Menschen gehen zwischen den Trümmern eines Gebäudes und Autos hindurch, aufgenommen am 09.04.2026

    Nach Israels Angriffen im Libanon:Feuerpause im Iran-Krieg steht auf der Kippe

    mit Video1:38

  3. Fluggäste warten am Morgen im Flughafen Hannover-Langenhagen.

    Öffnung der Straße von Hormus:Werden Flüge wieder billiger?

    Wolf-Christian Ulrich, London
    mit Video2:05

  4. Öl-Pumpen auf dem San-Ardo-Ölfeld in den USA

    Waffenruhe in Iran treibt Börsen an:Ölpreis fällt deutlich unter 100-Dollar-Marke

    mit Video0:24