Erklärung im Kanzleramt:Merz: Sicherung der Straße von Hormus "nach Friedensschluss"
Kanzler Merz hat eine deutsche Beteiligung an der Sicherung der Straße von Hormus an einen Friedensschluss im Iran-Krieg geknüpft. Mit Iran wolle Deutschland nun wieder sprechen.
Das Pressestatement von Bundeskanzler Friedrich Merz zu der aktuellen innen- und außenpolitischen Lage in voller Länge.
09.04.2026 | 20:17 minBundeskanzler Friedrich Merz hat erklärt, Deutschland werde sich erst nach einem Friedensschluss im Iran-Krieg an einer Sicherung der Straße von Hormus beteiligen. Merz sagte, er habe US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat zugesichert, "dass Deutschland nach einem Friedensschluss helfen wird, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu sichern - wenn es dafür denn ein Mandat und ein tragfähiges Konzept gibt". Trump respektiere, dass für ein Engagement Deutschlands in der Frage die genannten Voraussetzungen erfüllt sein müssten, betonte Merz.
Er weiß, dass wir in Deutschland hier eine besondere Anforderung haben an Militäreinsätze außerhalb des Bündnisgebietes.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Trump habe in dem Telefonat nicht mit einem Abzug von US-Soldaten gedroht. "Wir haben weder über den Abzug gesprochen noch über die Einschränkung der Nutzung der Militärinfrastruktur, die von den amerikanischen Streitkräften in Deutschland vorgehalten wird", sagte Merz.
Nach dem Treffen mit Nato-Generalsekretär Rutte im Weißen Haus hat US-Präsident Trump seine scharfe Kritik am Bündnis wiederholt. Die Nato habe den USA in entscheidenden Momenten nicht geholfen.
09.04.2026 | 0:26 minMerz: "Frieden ist noch nicht erreicht"
Mit Blick auf die jüngst beschlossene Waffenruhe zwischen den USA, Israel und Iran sagte Merz: "Wir haben auf diplomatischer Ebene einen ersten Lichtblick zu verzeichnen." Die Ankündigung einer maßlosen Eskalation sei damit zunächst abgewendet. Er mahnte jedoch auch: "Dieser Frieden ist noch nicht erreicht." Die letzten 24 Stunden hätten gezeigt, wie fragil der Frieden sei und wie weit die Positionen noch auseinander lägen.
Es brauche vor allem eine "tragfähige Verständigung" für die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus. An einem Erfolg habe Deutschland ein "fundamentales Interesse".
Trotz vorläufiger Waffenruhe ist unklar, ob das Abkommen auch langfristig hält und wie sich die innere Lage im Iran entwickelt. Nahost-Experte Cornelius Adebahr ordnet die Situation ein.
09.04.2026 | 4:04 minMerz: Deutschland nimmt Gespräche mit Iran auf
Merz sagte darüber hinaus, die Bundesregierung nehme wieder Gespräche mit der iranischen Führung auf. Dies geschehe in Abstimmung mit den USA und den europäischen Partnern. Dies sei auch der Zweck des Telefonats, das er heute noch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten führen werde.
Ziel sei es, einen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Krieges in der Region zu leisten, sagte Merz. Er betonte, es öffne sich jetzt "ein Zeitfenster für eine Verhandlungslösung".
Wir wollen das schnelle Ende einer militärischen Eskalation.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Merz kritisiert Israels Militärschläge im Libanon
Merz kritisierte zudem die israelische Kriegsführung im Libanon. Man sehe die Lage in der gesamten Region mit großer Besorgnis, sagte er - aber mit besonderer Besorgnis die Lage im Süden des Libanon. "Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte den Friedensprozess als Ganzes zum Scheitern bringen. Und das darf nicht geschehen", betonte Merz. "Deswegen habe ich gestern auch mit weiteren Staats- und Regierungschefs die israelische Regierung gebeten, ihre nochmals verschärften Angriffe zu beenden."
Wegen massiver israelischer Angriffe steht die Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel, den USA und Iran auf der Kippe.
Nach der vereinbarten Waffenruhe zwischen den USA und Iran hat das israelische Militär die libanesische Hauptstadt Beirut massiv bombardiert. Welche Folgen hat das für die ohnehin schon brüchige Waffenruhe?
09.04.2026 | 2:11 minSpritpreise: Merz dämpft Erwartungen auf Entlastungen
Mit dem Iran-Krieg und der Lage in Nahost verbunden sind allerdings auch drängende innenpolitische Fragen. Die Bundesregierung sucht nach Wegen, die steigenden Spritpreise abzufedern und Autofahrer zu entlasten. Nachdem die 12-Uhr-Regel aus dem Hause der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nicht den gewünschten Effekt gebracht hat, wird erneut über eine Erhöhung der Pendlerpauschale debattiert. Merz zeigte sich jüngst offen dafür, der Koalitionspartner SPD sieht die Idee kritisch und auch in der Kanzlerpartei CDU gibt es Zweifel an der Effektivität einer solchen Maßnahme.
Die Bundesregierung berät heute über Entlastungen für Verbraucher. Der Präsident des Bundeskartellamts fordert die sinkenden Ölpreise schnell an die Verbraucher weiterzugeben.
09.04.2026 | 2:05 minIm Kanzleramt dämpfte Merz dann am Donnerstagnachmittag die Erwartungen auf schnelle Entlastungen für die Bürger. Die Koalition setze ihre Beratungen auch in den kommenden Tagen und Wochen fort, sagte er.
Rechnen Sie nicht mit kurzfristigen Entscheidungen.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Er habe Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Reiche gebeten, Entscheidungen vorzubereiten. Es dürfe aber keine Markteingriffe geben, die zu Versorgungsengpässen führten, wie sich dies in einigen anderen Ländern abzeichne.
Falls die Preise entgegen der aktuellen Entspannungssignale international weiter und dauerhaft deutlich steigen, dann werden wir mit gezielten Entlastungen reagieren.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
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