Nach Israels Angriffen im Libanon:Die Feuerpause im Iran-Krieg steht auf der Kippe
Nach Israels Angriffen im Libanon verschärft sich der Konflikt: Iran erwägt ein Waffenruhe-Ende und stoppt den Schiffsverkehr durch Hormus. Die Region steuert auf Spannungen zu.
Bomber der US Air Force waren schon in der Luft, als US-Präsident Trump sie kurz vor Ablauf des Ultimatums stoppte. Unklar bleibt, was die Waffenruhe mit dem Iran konkret heißt.
08.04.2026 | 3:10 minHeftige Angriffe Israels im Libanon, neuer Beschuss aus Iran auf Länder in der Region und ein erneuter Stopp für die Schifffahrt in der Straße von Hormus könnten die Waffenruhe im Iran-Krieg gefährden.
Iran erwägt nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, wegen der israelischen Angriffe auf die Hisbollah die Feuerpause mit den USA zu beenden. Aus Protest stoppte Teheran demnach auch den Schiffsverkehr durch die zentrale Meerenge und verstieß damit gegen die Vereinbarung.
Israel: Größter koordinierter Angriff gegen Hisbollah
Die israelische Armee griff den Libanon massiv an und sprach vom "größten koordinierten Angriff" auf Hisbollah‑Infrastruktur seit dem Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März. Mindestens 112 Menschen seien getötet und mehr als 800 verletzt worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit.
ZDF-Korrespondent Thomas Reichart spricht von den "heftigsten Angriffen auf den Libanon seit Beginn dieser Front des Krieges". Hinter der sogenannten "Männerfreundschaft zwischen Trump und Netanjahu" müsse man aktuell ein "gewisses Fragezeichen" machen, betont der Leiter des ZDF-Studios in Tel Aviv.
Iran und Pakistan sehen in den Angriffen einen Bruch der Feuerpause, die ihrer Ansicht nach auch für den Libanon gilt. Israels Premier Benjamin Netanjahu wies das zurück und betonte, der Waffenstillstand betreffe nur den Konflikt zwischen den USA und Iran. Israel wirft Teheran vor, seine Angriffe trotz Feuerpause fortgesetzt zu haben.
Iran und die USA haben eine vorübergehende Waffenruhe vereinbart. Die ZDF-Korrespondenten Phoebe Gaa, Elmar Theveßen und Thomas Reichart erläutern die Hintergründe.
08.04.2026 | 4:09 minNach Ankündigung der Waffenruhe: Erleichterung
Die internationale Gemeinschaft hatte mit großer Erleichterung auf die Waffenruhe-Vereinbarung reagiert. Zugleich wurden die Kriegsparteien beschworen, den diplomatischen Erfolg abzusichern.
Bundeskanzler Friedrich Merz betonte:
Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Die Börsen feierten die Waffenruhe mit einem deutlichen Anstieg der Kurse.
Die Bundesregierung fordert ein schnelles Ende des Iran-Kriegs. Heute hat Bundeskanzler Merz mit US-Präsident Trump telefoniert.
08.04.2026 | 1:17 minIran: Passage der Straße von Hormus erst nach Genehmigung
Insbesondere nach neuen Angaben aus Iran herrschte Unklarheit, ab wann und unter welchen Bedingungen die Straße von Hormus wieder passierbar wird. Der Schiffsverkehr unterliege nach wie vor "technischen Beschränkungen und der Abstimmung mit den iranischen Streitkräften", hieß es aus Teheran.
Nach Angaben von Fars passierten nur zwei Öltanker die Straße von Hormus, bevor der Schiffsverkehr aus Protest wieder eingestellt wurde.
Grundlage für weitere Gespräche: Zehn-Punkte-Plan
Kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US‑Präsident Donald Trump einigten sich die Kriegsparteien auf einen von Teheran vorgelegten Zehn‑Punkte‑Plan. Er soll ab Freitag die Grundlage für Friedensgespräche in Pakistans Hauptstadt Islamabad bilden.
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen spricht jedoch von "einer Menge Verwirrung", zu der vor allem der US‑Präsident selbst beigetragen habe. Trump habe die Waffenruhe verkündet und den iranischen Vorschlag als brauchbare Verhandlungsgrundlage bezeichnet, obwohl dieser in weiten Teilen den zuvor formulierten amerikanischen Kriegszielen widerspreche, erklärt der Leiter des ZDF-Studios in Washington.
Das Verrückte an der Geschichte ist, dass diese zehn Punkte diametral den Zielen widersprechen, die in den letzten Wochen ausgegeben worden sind.
Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington D.C.
Offiziell ist der Plan bislang nicht veröffentlicht. Laut iranischen Medien sieht er vor, die Straße von Hormus zu öffnen, während Iran die Kontrolle behält und weiter Uran anreichern darf.
Zudem fordert Teheran die Aufhebung internationaler Sanktionen und erklärt, keine Atomwaffen herstellen zu wollen. Über eine Begrenzung der Urananreicherung soll erst noch verhandelt werden.
Die Grundlage der Gespräche sei der 10-Punkte-Plan der Iraner, sagt Nahost-Experte Hans-Jakob Schindler. Die USA müssten nun die Maximalforderungen der Iraner herunterhandeln.
08.04.2026 | 10:32 minWie geht es jetzt weiter?
Pakistans Premier Shehbaz Sharif lud Delegationen der USA und des Iran zu weiteren Gesprächen am Freitag nach Islamabad ein. Nach pakistanischen Angaben könnten auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten teilnehmen.
Israel war nicht an den Verhandlungen beteiligt, unterstützt laut Netanjahu aber Trumps Entscheidung für die Feuerpause. Voraussetzung sei, dass Iran die Straße von Hormus öffnet und seine Angriffe einstellt. Zudem pocht Israel darauf, dass Irans Atom- und Raketenprogramm keine Bedrohung darstellt.
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