US-Präsident Trump: Iran kann "in einer Nacht" ausgelöscht werden

Pressekonferenz im Weißen Haus:Trump: Iran kann "in einer Nacht" ausgelöscht werden

Katharina Schuster

von Katharina Schuster, Washington D.C.

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US-Präsident Trump hat Iran mit massiven Luftangriffen gedroht. "Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein", so Trump.

Präsident Donald Trump spricht am Montag, dem 6. April 2026, im James-Brady-Pressekonferenzraum des Weißen Hauses in Washington mit Reportern.

Das Weiße Haus hatte zuvor Medienberichte bestätigt, nach denen ein Vorschlag für eine 45-tägige Waffenruhe mit Iran auf dem Tisch liegt.

Quelle: AP | Mark Schiefelbein

Seit mehr als einem Monat tobt ein Krieg in Iran. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus betont US-Präsident Donald Trump nun, Iran könne in einer Nacht ausgelöscht werden. Vor den anwesenden Journalistinnen und Journalisten sagt er, dass dies schon morgen Nacht der Fall sein könnte.

Das ganze Land kann in einer einzigen Nacht lahmgelegt werden, und diese Nacht könnte schon morgen sein.

Donald Trump, US-Präsident

Alle Brücken und alle Kraftwerke des Irans könnten binnen "vier Stunden" zerstört werden, sollte die Wasserstraße von Hormus nicht geöffnet werden. Diese ist für den weltweiten Öltransport wichtig.

Die Karte zeigt die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen Oman, den VAE und Iran. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und verflüssigten Gases (LNG) muss durch die Straße von Hormus.

Innenpolitisch ist das Thema ein großes für den US-Präsidenten, weil die Menschen unter den gestiegenen Benzinpreisen leiden. Besonders hart trifft es die ländliche Bevölkerung. Trumps Kernwählerschaft.

Erst am Sonntag hatte Trump auf seiner Onlineplattform "Truth Social" geschrieben: "Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben." Trotz aller Drohgebärden betont Trump im Weißen Haus: "Wir wollen nicht, dass das passiert." Die USA könnten Iran sogar künftig bei einem Wiederaufbau helfen.

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Die Frist für sein Ultimatum hat US-Präsident Trump offenbar erneut verschoben. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen ordnet die neusten Entwicklungen ein.

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Trump: Iraner wollen Freiheit

Ursprünglich war Trumps Ultimatum schon vor einigen Tagen ausgelaufen. Dann erklärte der US-Republikaner, die Frist laufe bis Dienstagabend US-Ostküstenzeit (2 Uhr am Mittwochmorgen deutscher Zeit). Halte sich Iran nicht an das Ultimatum, müsse das Land mit einer weitreichenden Zerstörung seiner Infrastruktur rechnen, so Trump.

Ein Reporter fragt den US-Präsidenten auf der Pressekonferenz, ob die Drohung, Irans Infrastruktur anzugreifen und die Stromversorgung zu kappen, nicht die Bevölkerung für die Handlungen des Regimes bestrafen würde. "Sie wären bereit, das für ihre Freiheit in Kauf zu nehmen", entgegnet Trump.

Die Iraner wollten, dass die US-Angriffe fortgesetzt würden. Sie "wollen Freiheit". "Sie haben in einer Welt gelebt, von der Sie nichts wissen", fügt er hinzu. "Es ist eine gewalttätige, schreckliche Welt, in der man erschossen wird, wenn man protestiert."

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Trump begrüßt Waffenruhe, Iran zurückhaltend

Zuvor hatte Trump den Vorschlag einer 45-tägigen Waffenruhe begrüßt. Am Rande einer Osterveranstaltung im Weißen Haus betonte er: "Das reicht zwar nicht aus, ist aber ein sehr wichtiger Schritt." Verhandlungen dazu würden laufen.

Iran ließ bislang allerdings nicht erkennen, dass es sich darauf einlässt. Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass Teheran auf ein "endgültiges Ende des Konflikts" poche.

Trump: Rettung des zweiten Piloten "historisch"

Bevor die US-Regierung auf Fragen zu Verhandlungen mit Iran einging, war die Rettung von zwei Besatzungsmitgliedern eines vom Iran abgeschossenen US-Kampfjets im Fokus. Bei dem Rettungseinsatz seien mehr als 170 Militärflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen eingesetzt worden, so Trump.

Am Freitag war ein Kampfjet vom Typ F-15E mit zwei amerikanischen Besatzungsmitgliedern über Iran abgeschossen worden. Der Pilot sei kurz darauf von US-Spezialeinheiten im Südwesten des Irans gerettet worden, erklärt Trump.

Bei der Suche nach dem zweiten Crewmitglied lieferten sich Iran und die USA einen Wettlauf. Denn: Iranische Kräfte suchten bereits nach dem Soldaten. Es war eine Belohnung auf seine Ergreifung ausgesetzt.

Am Wochenende wurde der zweite Pilot dann durch US-Militär gerettet. "Das ist eine Rettung von historischer Bedeutung", betont Trump bei der Pressekonferenz.

Er war ziemlich schwer verletzt und saß in einem Gebiet fest, in dem es von Terroristen der Islamischen Revolutionsgarde, einer brutalen Gruppe, sowie von belagerten Militärs, Milizen und lokalen Behörden wimmelte.

Donald Trump, US-Präsident

Das angebliche Wrack des mutmaßlich abgeschossenen US-Kampfjet liegt im Zentral Iran

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Darüber hinaus erklärt CIA-Direktor John Ratcliffe, die CIA habe "sowohl menschliche Ressourcen als auch hochmoderne Technologien" eingesetzt, um den zweiten US-Soldaten zu finden. Die Suche vergleicht er mit der "Suche nach einem einzigen Sandkorn mitten in der Wüste".

Ratcliffe bestätigt, dass der Auslandsgeheimdienst der USA (CIA) eine Täuschungsaktion gestartet habe, um die Iraner zu verwirren, die nach dem Soldaten suchten. Zu Beginn seiner Ausführungen betont er zudem "die einzigartige Tradition der US-Streitkräfte, dass wir keinen Mann und keine Frau zurücklassen".

Katharina Schuster ist Korrespondentin im ZDF-Studio in Washington D.C.

Quelle: mit Material von AFP und Reuters
Über dieses Thema berichtete die Sendung heute am 06.04.2026 ab 19:00 Uhr.

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