Trump unter Druck:Abgestürzter US-Kampfjet in Iran: Auch zweiter Pilot gerettet
Nach dem Abschuss eines US-Kampfjets am Karfreitag hat das US-Militär nun auch das zweite vermisste Crewmitglied gefunden. US-Präsident Trump steht weiter unter Druck.
Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurde nun auch der zweite Soldat des von Iran abgeschossenen Kampfjets gerettet. Die Maschine war am Freitag in Südwest-Iran abgestürzt.
05.04.2026 | 2:04 minDie Behauptung von US-Präsident Donald Trump, die USA hätten die Lufthoheit in Iran errungen, steht auf wackeligen Füßen. Teheran ist offenbar immer noch dazu in der Lage, den USA gefährlich zu werden.
Am Karfreitag schoß Iran ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-15E ab. US-Spezialeinheiten retteten einen der beiden Besatzungsmitglieder, während die Suche nach dem zweiten bis Samstag andauerte. "Wir haben ihn", schrieb Trump schließlich am Sonntag im Onlinedienst Truth Social an die Bürger der USA gerichtet.
Das US-Militär habe den Offizier in "einer der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten" gerettet, er könne "voller Freude mitteilen", dass der Soldat zwar verletzt, aber "wohlauf" sei. In einem späteren Post schrieb Trump dann, der Soldat sei "schwer verwundet und wirklich mutig". Zudem kündigte er eine Pressekonferenz mit Vertretern der US-Armee im Oval Office in Washington an. Diese werde am Montag um 13:00 Uhr (Ortszeit, 19 Uhr MESZ) stattfinden.
Innerhalb weniger Stunden sind zwei US-Kampfjets in der Golfregion abgestürzt. Die Regierung von US-Präsident Trump gerät wegen ihrer Kriegsführung immer mehr unter Druck.
04.04.2026 | 2:00 minZDF-Korrespondent: Abschuss lässt Zweifel an Trumps Aussagen aufkommen
Der US-Präsident bleibe nach dem Vorfall in Erklärungsnot, ordnete ZDF-Korrespondent David Sauer am Samstag ein. "Das ist ja nicht nur ein PR-Problem. Das kratzt einerseits natürlich am Selbstverständnis der amerikanischen Luftwaffe."
Die haben seit über 20 Jahren so einen Abschuss durch den Feind nicht hinnehmen müssen.
David Sauer, ZDF-Korrespondent in Washington
Es lasse aber auch Zweifel an Trumps Aussagen aufkommen, wonach Iran schon längst militärisch geschlagen sei.
In Tel-Aviv haben Hunderte gegen den Iran-Krieg sowie den Einsatz der israelischen Armee im Südlibanon demonstriert. Dabei kam es auch zu Konflikten mit der Polizei.
05.04.2026 | 0:17 minNahost-Experte: Abschuss war Pech für USA
Nahost-Experte Hans Jakob Schindler geht davon aus, dass das US-Kampfflugzeug vom Typ F-15E mit schultergestützten Luftabwehrraketen abgeschossen wurde. Im ZDF-Interview sagt er:
Der Flieger war offensichtlich in sehr niedriger Höhe, möglicherweise, um irgendwelche Bomben abzuwerfen auf ein bestimmtes Ziel.
Hans Jakob Schindler, Nahost-Experte
Man müsse den Abschuss des Kampfjets in dem Kontext sehen, "dass wir hier seit vier Wochen eine Luftoperation haben, bei denen Tausende von Angriffen durch die US- und israelische Luftwaffe auf Iran geflogen wurden". Schindler spricht von "sehr viel Glück auf iranischer Seite und sehr viel Pech auf US-Seite", um diesen Abschuss zu ermöglichen.
Laut iranischen Medien wurden bei israelischen Luftangriffen auf ein Chemiewerk in Iran mindestens fünf Menschen getötet. Israels Ministerpräsident Netanjahu bestätigte die Bombardements.
05.04.2026 | 0:22 minIran betreibe hybride Kriegsführung. Diese lasse sich "nicht alleine mit konventioneller Kriegsführung gewinnen oder beantworten".
Es braucht auch hybride Elemente auf der israelischen oder der US-Seite, wie zum Beispiel, den finanziellen Druck auf das Regime wesentlich zu erhöhen, und hierzu könnten die Europäer einen wesentlichen Beitrag leisten.
Hans Jakob Schindler, Nahost-Experte
Iran setzt Belohnung für gefangen genommene oder getötete "Feinde" aus
Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, das Gebiet um die Absturzstelle zu durchkämmen. Der Gouverneur der Region versprach jedem eine Belohnung, der Feinde gefangen nehme oder töte.
Bei der Such- und Rettungsaktion der Amerikaner am Vortag stürzte offenbar ein weiteres Kampfflugzeug vom Typ A10 ins Meer. Ein US-Vertreter, der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur AP, es sei unklar, ob die A-10 - wie von iranischen Staatsmedien behauptet - von der Luftabwehr der Islamischen Republik abgeschossen worden sei oder aus anderen Gründen abstürzte.
Der A-10-Pilot schaffte es mehreren US-Medien zufolge, seine beschädigte Maschine in den Luftraum Kuwaits zu steuern und sich in Sicherheit zu bringen. Der Jet sei in den Persischen Golf gestürzt.
Eine A-10 Thunderbolt stürzte am Karfreitag in den Persischen Golf.
Quelle: AFP PHOTO / Senior Airman Danielle Carmichael / US Air ForceIran trifft zwei Black-Hawk-Hubschrauber
Zudem seien Zwei Black-Hawk-Hubschrauber getroffen sowie deren Besatzung verletzt worden, meldeten US-Medien. Die Soldaten hätten sich aber in Sicherheit bringen können.
US-Präsident Donald Trump und sein Team hatten zuletzt den Eindruck erweckt, dass US-Flugzeuge in Irans Luftraum keine Angriffe mehr fürchten mussten. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt, hieß es. Immer wieder suggerierte der Präsident: Die militärischen Fähigkeiten Teherans seien bereits nahezu vernichtet.
Die US-Armee hat bei dem seit gut einem Monat andauernden Einsatz in Iran bereits mehrere Flugzeuge verloren, darunter ein Tankflugzeug, das im Irak abgestürzt war, sowie drei F-15-Jets, die versehentlich von Kuwait abgeschossen wurden. Zudem zerstörte Iran auch einen amerikanischen Radar-Jet bei einem Angriff in Saudi-Arabien.
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