Nach Spannungen zwischen Merz und Trump:Bundeskanzler Merz berichtet von "gutem Telefonat" mit Trump
Zuletzt war die Stimmung zwischen Kanzler Merz und US-Präsident Trump angespannt. Nun scheinen sich die Wogen geglättet zu haben, man sei sich beim Iran-Krieg einig.
Merz kritisiert den Kurs der USA, Trump droht mit einem Truppenabzug: Warum die Spannungen zwischen Washington und Berlin wachsen und was das für Deutschland und Europa bedeutet.
07.05.2026 | 55:24 minBundeskanzler Friedrich Merz sieht sich mit US-Präsident Donald Trump einig mit Blick auf das weitere Vorgehen im Iran-Krieg. Beide hätten während Trumps Rückreise aus China ein "gutes Telefonat" geführt, schrieb Merz am Freitag im Online-Dienst X. "Wir sind uns einig: Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch. Die Straße von Hormus muss geöffnet werden. Teheran darf keine Nuklearwaffen haben."
X-Post von Friedrich Merz
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Weitere Themen des Telefonats mit dem US-Präsidenten waren dem Kanzler zufolge "eine Friedenslösung für die Ukraine" sowie der Nato-Gipfel im türkischen Ankara Anfang Juni. Details nannte Merz nicht. "Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken Nato", schrieb er lediglich.
Trump will mehr als 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen, auch andere Stützpunkte in Europa sind betroffen. Militärexperte Ralph Thiele erläutert, was das für Europa bedeutet.
04.05.2026 | 4:53 minVerhältnis zwischen Trump und Merz zuletzt angespannt
In den vergangenen Wochen hatten Äußerungen von Merz zum Iran-Krieg für Verstimmung in Washington gesorgt. Der Kanzler hatte den USA vorgeworfen, "offensichtlich keine Strategie" im Iran-Krieg zu haben und sagte mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Teheran, da werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung".
Trump hatte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers reagiert und Merz Ende April vorgehalten, er wisse nicht, wovon er rede. Der Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühle. Anfang Mai kündigte er dann den Rückzug Tausender US-Soldaten aus Deutschland an.
Dass Trump so "hart austeilt", sei "ein Muster", so ZDF-Korrespondent David Sauer aus Washington, es ginge immer gegen Personen und Staaten, die Trump und den USA beim Krieg gegen Iran nicht folgen wollten.
29.04.2026 | 2:52 minMerz: Würde meinen Kindern von USA-Aufenthalt abraten
Wie lange diesmal die gute Stimmung zwischen den beiden Staatsmännern anhält, hängt davon ab, wie Trump die jüngste Äußerung von Merz über die USA aufnimmt. Seinen Kindern würde er derzeit von einem Aufenthalt in den USA abraten, sagte Merz am Freitag beim Deutschen Katholikentag in Würzburg. Grund sei das "gesellschaftliche Klima", das sich in den Vereinigten Staaten "plötzlich" entwickelt habe.
Also ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Merz stellte sich beim Katholikentag in einer Diskussionsrunde den Fragen junger Menschen. Dabei betonte er mit Blick auf die USA: "Ich bin ein großer Bewunderer Amerikas - meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu." Dabei verwies er auch auf die Berufs- und Karrierechancen in den Vereinigten Staaten. "Die Frage, was gut ausgebildete junge Menschen erreichen können, die ist bis vor Jahr und Tag in Amerika noch ganz anders beantwortet worden als heute." Heute hätten "die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden".
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