Schlagabtausch um Iran-Krieg:Nach Streit mit Merz: Trump prüft Truppenabzug aus Deutschland
Donald Trump schreibt auf Truth Social, die USA prüften eine Reduzierung der amerikanischen Truppen in Deutschland. Zuvor hatte der US-Präsident Kanzler Merz scharf kritisiert.
Dass Trump so "hart austeilt", sei "ein Muster", so ZDF-Korrespondent David Sauer aus Washington, es ginge immer gegen Personen und Staaten, die Trump und den USA beim Krieg gegen Iran nicht folgen wollten.
29.04.2026 | 2:52 minDie USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er am Mittwochabend auf seiner Plattform Truth Social.
Trump stellt US-Truppen in Deutschland infrage
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen.
Die erneute Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen Iran geäußert hatte.
Der Iran-Krieg ist "nicht unser Krieg", heißt es aus Berlin, auch Kanzler Merz distanziert sich. US-Präsident Trump kritisiert das scharf - welche Konsequenzen hat das?
12.04.2026 | 3:45 minKonflikt um Iran-Politik spitzt sich zu
"Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb Trump am Dienstag über Merz (CDU) auf Truth Social. "Ich mache in Bezug auf Iran, was andere Nationen oder Präsidenten schon längst hätten tun sollen".
Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!
Donald Trump, US-Präsident
Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass Iran über Atomwaffen verfüge. Nimmt man Trumps Äußerungen zum Maßstab, scheint das persönliche Verhältnis zu Merz auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein.
Präsident Trump hat Kanzler Merz nach dessen Äußerungen zum Vorgehen der USA in Iran kritisiert. "Es sind sehr scharfe Worte, die der Präsident da gewählt hat", so Elmar Theveßen.
29.04.2026 | 2:13 minMerz kontert Kritik - "Verhältnis unverändert gut"
Merz trat diesem Eindruck jedoch entgegen. "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut", sagte er.
Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Über Monate pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein recht gutes Verhältnis zueinander. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben.
Bundeskanzler Merz glaubt, einen guten Zugang zu US-Präsident Trump zu haben. Der Iran-Krieg hatte zuletzt zu Spannungen geführt.
20.04.2026 | 0:36 minMerz sieht fehlende Strategie der USA im Iran-Krieg
"Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen", sagte der Bundeskanzler bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.
Kanzler Merz hat beim Besuch einer Schule in Marsberg Kritik am US-Vorgehen im Iran-Krieg geäußert. Den USA fehle es an einer Strategie, so Merz. Diana Zimmermann ordnet die Äußerungen ein.
27.04.2026 | 1:00 minDie Amerikaner seien in Iran "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen". Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. "Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", sagte Merz. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung."
Warum US-Stützpunkte in Deutschland strategisch so wichtig sind
In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte, die bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner - etwa im Nahen Osten - von enormer Bedeutung sind: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert oder auch Verletzte versorgt.
In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Stützpunkte unterhalten die USA in Italien und in Großbritannien.
Nicht die Nato habe im Iran-Krieg versagt, sondern die US-Regierung habe kein strategisches Ziel definiert, so Ex-US-General Ben Hodges. Zudem sei die Waffenruhe nicht wirklich eingetreten.
09.04.2026 | 20:48 minTruppenabzug unterliegt gesetzlichen Hürden
Der US-Kongress hatte Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus beschlossen: So darf die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Danach müssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen.
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