Trump geht Merz scharf an - Kanzler bleibt bei Kritik

Reibereien um Iran-Krieg:Trump geht Merz scharf an - Kanzler bleibt bei Kritik

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Friedrich Merz hatte die USA deutlich für ihr Vorgehen in Iran kritisiert. Die Antwort von US-Präsident Donald Trump war scharf - der Kanzler lässt das nun abprallen.

Trump: "Merz wisse nicht, wovon er spreche"

Dass Trump so "hart austeilt", sei "ein Muster", so ZDF-Korrespondent David Sauer aus Washington, es ginge immer gegen Personen und Staaten, die Trump und den USA beim Krieg gegen Iran nicht folgen wollten.

29.04.2026 | 2:52 min

Der Iran-Krieg belastet das deutsch-amerikanische Verhältnis immer mehr. Auch nach Donald Trumps scharfer Attacke gegen Bundeskanzler Friedrich Merz bleibt dieser bei seiner Kritik am Vorgehen der USA im Krieg in Iran.

Trump hatte am Dienstag auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärt: "Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für in Ordnung, wenn Iran Atomwaffen hat. Er weiß nicht, wovon er spricht!" Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!".

Merz kritisierte USA bei Schulveranstaltung

Merz hatte am Montag bei einer Schulveranstaltung mit Blick auf die Vereinigten Staaten gesagt, da werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung". Der Bundeskanzler sagte zudem, "die Amerikaner haben offensichtlich keine Strategie".

Moderatorin im Schaltgespräch mit ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann

Kanzler Merz hat beim Besuch einer Schule in Marsberg Kritik am US-Vorgehen im Iran-Krieg geäußert. Den USA fehle es an einer Strategie, so Merz. Diana Zimmermann ordnet die Äußerungen ein.

27.04.2026 | 1:00 min

Das Problem bei solchen Konflikten sei immer: "Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen", fuhr Merz fort. "Diese Geschichte ist wie gesagt zumindest unüberlegt und ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen, zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", sagte der CDU-Politiker weiter bei der Veranstaltung in Marsberg.

Merz äußert sich zu Verhältnis zu Trump

Gemessen an Trumps Reaktion scheint das persönliche Verhältnis der beiden nun auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz in Berlin allerdings entgegen. "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut", sagte er.

Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander.

Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler

Der Krieg habe "unmittelbare Auswirkungen auf unsere Energieversorgung" und "massive Auswirkungen auf unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", betonte der Kanzler. "Insofern dränge ich darauf, dass dieser Konflikt beigelegt wird."

Merz und Trump

Bundeskanzler Merz glaubt, einen guten Zugang zu US-Präsident Trump zu haben. Der Iran-Krieg hatte zuletzt zu Spannungen geführt.

20.04.2026 | 0:36 min

Risse im Verhältnis zwischen Trump und Merz

Merz sieht sich selbst als einen von wenigen Politikern, die einen guten Zugang zu Trump haben. Bereits mehrfach war er zudem im Weißen Haus zu Gast, die Treffen verliefen ohne Auseinandersetzung. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich.

Für die Kehrtwende des Kanzlers gibt es eine Reihe von Gründen:

  • Die Tatsache, dass Deutschland in die Entscheidung über den Angriff auf Iran nicht eingebunden war.
  • Die Unklarheit darüber, was eigentlich das Ziel ist.
  • Die Eskalation in der gesamten Nahost-Region.
  • Die dramatische Zuspitzung der Energiekrise durch eine Blockade der Straße von Hormus.

Hätte Iran eine Atomwaffe, so Trump bei seiner Attacke gegen Merz auf Truth Social, wäre die ganze Welt in der Gewalt des Landes. "Ich tue gerade etwas in Bezug auf Iran, was andere Nationen oder Präsidenten schon längst hätten tun sollen", so Trump. "Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!"

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Quelle: AFP, dpa, Reuters
Über den Iran-Krieg berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 29.04.2026 ab 05:30 Uhr.

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