USA-Absage, Iran-Außenminister reist an:Die Iran-Diplomatie tritt auf der Stelle
Kommen neue Friedensgespräche oder nicht? Nachdem die USA ihre Reise nach Pakistan abgesagt haben, scheint nun Irans Außenminister zurückzukommen. Der aktuelle Stand.
Irans Außenminister ist zu Vermittlungsgesprächen im Iran-Krieg im Oman. Auf "X" bezeichnete Araghtschi die Gespräche als "sehr fruchtbar".
26.04.2026 | 0:21 minDie diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs kommen nicht vom Fleck. Nachdem US-Präsident Donald Trump eine zuvor angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig absagte, scheint der iranische Außenminister Abbas Araghtschi laut Staatsmedien wieder anzureisen.
Mitglieder von Araghtschis Delegation seien nach Teheran zurückgekehrt, um "die notwendigen Anweisungen zu Themen im Zusammenhang mit einer Beendigung des Krieges" entgegenzunehmen, meldete die Agentur weiter. Anschließend sollten sie am Sonntagabend in Islamabad erneut mit Araghtschi zusammentreffen.
Nach Gesprächen mit pakistanischen Vertretern hat Irans Außenminister Araghtschi Islamabad verlassen. Unterdessen sagte Trump die Reise seiner Unterhändler nach Pakistan ab.
25.04.2026 | 2:05 min
USA sagten Reise von Witkoff und Kushner ab
Der Außenminister reiste schon am Samstag nach Pakistan. Nach eigener Darstellung allerdings nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen. Der Besuch in Islamabad sei "sehr fruchtbar" gewesen, schrieb er auf der Plattform X. Teheran hatte schon zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen.
Trump begründete seine Absage unter anderem mit einem inakzeptablen Vorschlag der Iraner. Ursprünglich war geplant gewesen, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner für neue Gespräche nach Islamabad reisen sollten. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, hatte die Sprecherin des Weißen Hauses noch am Freitag mitgeteilt - was aus Teheran prompt dementiert wurde.
In Pakistan gibt es keine Gespräche zwischen USA und Iran. Wie kommt es in den USA an, dass Iran diktiert, ob überhaupt verhandelt wird? ZDF-Korrespondent David Sauer berichtet.
25.04.2026 | 1:11 minIran-Krieg: Neue Verhandlungen unklar
Wann oder ob eine zweite Verhandlungsrunde stattfinden soll, ist nun unklar. Trump schrieb mit Blick auf Iran, es gebe "innerhalb ihrer 'Führung' enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung". Niemand wisse, wer das Sagen habe, "nicht einmal sie selbst".
Trump sah in seinen Äußerungen von weiteren Drohungen oder Beleidigungen ab, stattdessen gab er sich demonstrativ gelassen. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand, sagte er. "Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen."
Deutschland soll nach dem Iran-Krieg bei der Sicherung der Straße von Hormus helfen. Dafür wird ein Minensucher plus Verband in die Region geschickt, so Boris Pistorius in der "Rheinischen Post".
25.04.2026 | 0:22 minUSA und Iran streiten über Atomprogramm
Trumps Gebaren gegenüber Iran hat sich damit deutlich gewandelt: Noch vor kurzem baute er auf maximalen militärischen Druck, setzte Teheran Fristen und drohte damit, "eine ganze Zivilisation" auszulöschen, sollte sich die Gegenseite nicht bewegen.
Streitpunkte in den Verhandlungen der Kriegsparteien sind unter anderem das iranische Atomprogramm und Teherans Entwicklung ballistischer Raketen. Die USA bestehen zudem auf einer uneingeschränkten Öffnung der strategisch bedeutenden Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Der Iran wiederum fordert unter anderem Wiedergutmachung für Kriegsschäden.
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