Iran-Krieg: Pistorius schickt Minensucher ins Mittelmeer

Möglicher Einsatz in Straße von Hormus:Pistorius schickt Minensucher ins Mittelmeer

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Verteidigungsminister Boris Pistorius bereitet vorsorglich einen Einsatz deutscher Minenschiffe in der Straße von Hormus vor. Diesen knüpft er aber an Bedingungen.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius

Deutschland soll nach dem Iran-Krieg bei der Sicherung der Straße von Hormus helfen. Dafür wird ein Minensucher mit Begleitung vorsorglich ins Mittelmeer geschickt.

25.04.2026 | 0:22 min

Zur Vorbereitung eines möglichen Einsatzes in der Straße von Hormus hat Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) angekündigt, deutsche Marineeinheiten ins Mittelmeer zu verlegen. Wann genau sie aufbrechen sollen, sagte er nicht.

Wir werden einen Minensucher ins Mittelmeer verlegen und ihm ein Führungs- und Versorgungsschiff zur Seite stellen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in der "Rheinischen Post"

Die autonome Drohne Seehund fährt im Hafenbecken am Marinestützpunkt Kiel.

Die Deutsche Marine bereitet sich auf einen möglichen internationalen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus vor. Dafür gelten einige Bedinungen – vor allem eine Waffenruhe.

23.04.2026 | 2:41 min

Ende der Iran-Kämpfe ist Bedingung für Einsatz

Pistorius betonte, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit Iran.

Zudem erinnerte er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich ist. "Um Zeit zu sparen, haben wir uns entschieden, einen Teil der deutschen Einheiten frühzeitig ins Mittelmeer zu verlegen, um dann - nach Mandatsbeschluss - keine weitere Zeit zu verlieren."

Unsere Marine ist richtig gut darin, Minen aufzuspüren und zu räumen. Das könnten wir leisten, um in der Meerenge von Hormus zu einer freien und sicheren Schifffahrt und Navigation beizutragen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in der "Rheinischen Post"

Vizeadmiral Jan Christian Kaack (l), Inspekteur der Marine, und Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders (3. MGschw), sprechen während des Pressetermins der Deutschen Marine zum Thema "Minenabwehr" am Marinestützpunkt Kiel.

Deutsche Marine in der Straße von Hormus - noch vor ein paar Wochen undenkbar. Nun bereiten sich in Kiel Schiffe und Besatzung auf einen möglichen Einsatz vor, um Minen zu räumen.

23.04.2026 | 2:41 min

Straße von Hormus blockiert

Infolge des Iran-Kriegs ist die Straße von Hormus derzeit blockiert. Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine wichtige Schifffahrtsroute für den Ölhandel - die Blockade belastet daher die Weltwirtschaft.

Mit Blick auf die Rechtsgrundlage für einen solchen Einsatz nannte Pistorius es eine "angemessene und denkbare Option", das EU-Mandat für die Marinemission "Aspides" im Roten Meer zu erweitern. "Ein UN-Mandat wäre sicher besser, ist aber im Augenblick nicht wahrscheinlich."

Die Grafik erklärt, welche Arten bei Seeminen gibt. Treibminen, Ankerminen und Grundminen

Minenboote und Luftaufklärung angeboten

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angeboten, dass Deutschland sich an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus beteiligen könnte. Vor gut einer Woche hieß es aus Regierungskreisen, dass die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Luftaufklärung bereitstellen könnte.

Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen vor. Derzeit laufen diplomatische Bemühungen um eine Lösung des Konflikts.

Bundeswehr besitzt zehn Minenboote

Die Marine verfügt über zehn Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse, die in Kiel stationiert sind.

Die Bundeswehr nutzt unterschiedliche Systeme zur Räumung von Seeminen. Der Seehund ist ein unbemanntes, ferngesteuertes Minenräumschiff.

Die Boote sind mit Drohnen ausgerüstet, die auf verschiedene Arten Gegenstände wie Minen orten können. Anschließend können Minentaucher die Sprengkörper unschädlich machen.

Die Bundeswehr räumt Seeminen unter anderem mit der Unterwasserdrohne "Seefuchs". Der "Seefuchs C" hat Sprengstoff dabei und sprengt sich mit der Mine, der "Seefuchs I" identifiziert Minen.

Minensuchboote in Kiel
:Marine bereit für möglichen Einsatz in Straße von Hormus

Deutsche Marine in der Straße von Hormus - noch vor ein paar Wochen undenkbar. Nun bereiten sich in Kiel Schiffe und Besatzung auf einen möglichen Einsatz vor, um Minen zu räumen.
von Henner Hebestreit 
mit Video2:41
Vizeadmiral Jan Christian Kaack (l), Inspekteur der Marine, und Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders (3. MGschw), sprechen während des Pressetermins der Deutschen Marine zum Thema "Minenabwehr" am Marinestützpunkt Kiel.
Quelle: dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 25.04.2026 ab 9:30 Uhr.

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