Straße von Hormus: Marine in Kiel bereit für möglichen Einsatz

Minensuchboote in Kiel :Marine bereit für möglichen Einsatz in Straße von Hormus

Porträt von Henner Hebestreit, ZDF-Landesstudioleiter Kiel und damit zuständiger Korrespondent für Skandinavien

von Henner Hebestreit 

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Deutsche Marine in der Straße von Hormus - noch vor ein paar Wochen undenkbar. Nun bereiten sich in Kiel Schiffe und Besatzung auf einen möglichen Einsatz vor, um Minen zu räumen.

Minentaucher der Minentaucherkompanie des Seebataillons fahren auf einem Schlauchboot während des Pressetermins der Deutschen Marine zum Thema Minenabwehr am Marinestützpunkt Kiel.

Laut dem US-Militär könnte die vollständige Entfernung der Seeminen in der Straße von Hormus ein halbes Jahr dauern. In Kiel bereiten sich Minentaucher auf den Einsatz vor.

23.04.2026 | 1:17 min

Die Deutsche Marine steht in den Startlöchern, um die Straße von Hormus von Minen zu befreien. Dabei ist der Weg in den Einsatz noch ein langer - und das nicht nur wegen der großen Distanz von Kiel zum potentiellen Einsatzort vor der iranischen Golfküste:

Denn der Bundestag muss ein entsprechendes Mandat für das Minensuchgeschwader der Deutschen Marine beschließen.

Denn die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee.

Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack

Das betont der Marine-Inspekteur. Er steht am Donnerstagmorgen auf dem Deck eines größeren Marineschiffes im Kieler Marinestützpunkt und erklärt gemeinsam mit der Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, wie ein möglicher Einsatz aussehen könnte. Auch wenn sich beide bemühen, den Eindruck zu vermeiden, ein solcher Einsatz sei schon beschlossene Sache, ist ihnen anzumerken, dass die nötigen Marineverbände sofort loslegen können, sobald der rechtliche Rahmen dafür geschaffen ist.

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Die deutsche Marine plant ihren Einsatz in der Straße von Hormus. "Wir sind mitten in den Vorbereitungen", so Fregattenkapitän Inka von Puttkamer.

23.04.2026 | 4:55 min

Soldaten gut für Minensuche ausgebildet

Bereits Anfang Mai, so ein Marinesprecher gegenüber dem ZDF, würden benötigten Schiffe schon vorab an einen Ort verlegt werden, von wo aus die Strasse von Hormus nicht mehr viele Wochen, sondern nur noch Tage entfernt sei.

Pressekonferenz der Deutschen Marine zur Minenabwehr

Die Marine bereitet sich auf eine mögliche Mission in der Straße von Hormus vor. Konkret geht es um Minensuche. Doch Mandat, Waffenruhe und die tatsächliche Minenlage sind noch unklar.

23.04.2026 | 2:21 min

Vorstellbar, dass nötiges Material wie Seedrohnen und Versorgungsgüter ebenfalls einsatznah deponiert wird und die übrige Logistik so aufgestellt ist, dass die Marine den Wunsch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) - einen wichtigen deutschen Beitrag zur Beendigung der Krise der internationalen Handelsschifffahrt zu leisten - zügig umsetzen kann.

Dass die rund 600 Soldatinnen und Soldaten des Kieler Minensuchgeschwaders entsprechend gut ausgebildet sind, um diesen durchaus herausfordernden Job zu übernehmen, daran zweifelt bei der Marine niemand. Innerhalb der Nato zählen die deutschen Minenräumer zum Besten, was das westliche Bündnis in dieser Disziplin aufs Wasser bringen kann.

Meeresboden wird durchgekämmt

Mit dem Sonar ihrer Minenjagdboote können sie den Meeresboden im Einsatzgebiet nach Auffälligkeiten absuchen: Minen schweben entweder dicht unterhalb der Wasseroberfläche und detonieren bei direktem Kontakt mit Schiffen oder lauern tief unten auf dem Meeresboden und zünden ihre gewaltigen Sprengladungen aufgrund akustischer Signaturen von Schiffsschrauben oder den Magnetfeldern großer vorbeifahrender Schiffsrümpfe.

Marineschiff am Marinestützpunkt in Kiel

Der Marinestützpunkt in Kiel bereitet sich auf mögliche Minenräumungen vor. Sollte die Waffenruhe anhalten, könnte die Marine die Sicherung und Wiederöffnung der Straße von Hormus übernehmen.

23.04.2026 | 1:37 min

Unsicherheit lähmt Schifffahrt in Straße von Hormus

Aktuell ist es völlig unklar, was dort von regulären iranischen Marineeinheiten oder Booten der Revolutionsgarden ausgelegt wurde - und ob es überhaupt Minen dort gibt.

Aber genau diese Unsicherheit reicht ja schon, um Schiffe vom Durchfahren eines Seegebietes abzuhalten. "Genau das macht Minen zu einem solch mächtigen Instrument der Seekriegsführung", sagt Fregattenkapitän Inka von Puttkamer. Allein das Gerücht, es könnten Minen vorhanden sein, treibe Versicherungsprämien für Schiffe und ihre Ladung in gigantische Höhen, und ließe Reeder aus Sorge um die Besatzungen das betreffende Seegebiet meiden. Die Folgen für die Weltwirtschaft können immens sein - wie jetzt, seit Beginn des Irankrieges zu spüren ist.

Symbolbild: Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan, Vereinigte Arabische Emirate.

Donald Trump nährt die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs und baldige Verhandlungen. Unter diesen Vorzeichen berät Kanzler Merz in Paris über eine Beteiligung der Bundeswehr.

17.04.2026 | 2:26 min

Kommen die Kräfte der Deutschen Marine tatsächlich zum Einsatz, wird es ihre Aufgabe sein, nach Minen zu suchen und sie dann entweder mit Unterwasserdrohnen direkt unschädlich zu machen. Oder mit unbemannten Überwassereinheiten ein künstliches elektromagnetisches Feld zu erzeugen, das den Minen die Vorbeifahrt eines großen Schiffes vorgaukelt und sie damit zur Explosion bringt, ohne Schaden anzurichten.

Da sich die deutschen Experten voll auf die Gefahren unter Wasser konzentrieren, kommt es darauf an, dass sie sich auf Verbände anderer Staaten verlassen können, die ihre Arbeit absichern.

  • Erstmal müssen in dem für die internationale Handelsschifffahrt so wichtigen Seegebiet die Waffen schweigen.

  • Zudem muss eine international tragfähige rechtliche Grundlage für einen solchen Einsatz geschaffen werden.

Erst danach können die Minensucher aus Kiel den Weg für die internationale Handelsschifffahrt wieder freimachen.  

Henner Hebestreit ist Leiter des ZDF-Landesstudios Schleswig-Holstein und Korrespondent für Nordeuropa. 

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen am 23.04.2026, etwa das ZDF-Mittagsmagazin ab 13:00 Uhr und heute in Deutschland

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