Trump: Kriegsschiffe begleiten Öltanker:Straße von Hormus sichern - wie realistisch ist das?
von Oliver Klein
Trump will internationale Unterstützung für die Sicherung der Straße von Hormus - der Iran verspottet das als Hilferuf, Experten sind skeptisch. Wie realistisch sind die Pläne?
Die USA bombardierten am Samstag eine für die Ölproduktion wichtige Insel. Das Augenmerk richtet sich weiter auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus.
14.03.2026 | 1:39 minDie Spannungen am Persischen Golf haben einen neuen Siedepunkt erreicht. US-Präsident Donald Trump will Teheran mit aller Gewalt dazu bewegen, die Straße von Hormus wieder für alle Öltanker freizugeben. In einem Telefoninterview des Senders "NBC News" droht er mit weiteren Angriffen auf die Insel Kharg, das Herz von Irans Ölindustrie.
Zugleich stellt Trump militärische Hilfe vieler Länder zur gemeinsamen Sicherung des Schiffsverkehrs in Aussicht. "Viele Länder - insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormus betroffen sind - werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. "Hoffentlich China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere", ergänzte er konkret.
US-Präsident Donald Trump will die wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus mit Kriegsschiffen, auch aus anderen Ländern, sichern. Eine Einordnung dazu von David Sauer aus Washington.
14.03.2026 | 1:36 minDie iranische Führung gibt sich unbeeindruckt, verspottet auf der Plattform X Trumps Posting als "Hilferuf".
Trump hatte in den vergangenen Tagen immer wieder Begleitschutz für Öltanker in Aussicht gestellt. Wie realistisch ist diese Idee? Und wie riskant? Wie reagieren Verbündete der USA auf den Plan? ZDFheute mit einem Überblick.
Die USA haben laut Präsident Donald Trump militärische Ziele auf der iranischen Insel Kharg angegriffen. Über die Insel laufen rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte.
14.03.2026 | 1:38 minUS-Energieminister: US-Marine "noch nicht bereit"
Zunächst stößt Trumps Idee auf praktische Hürden. Erst am Donnerstag sagte US-Energieminister Chris Wright in einem Interview mit dem US-Sender "CNBC", die US-Marine sei "noch nicht bereit", Öltanker zu eskortieren. Grund sei, dass das Militär sich derzeit noch "auf die Zerstörung der Offensivfähigkeiten Irans" konzentriere. Es sei wahrscheinlich, dass die Marine bis Ende dieses Monats in der Lage sein werde, Tanker zu eskortieren, so Wright.
Verbündete reagieren teils zurückhaltend
Die Bundesregierung hatte eine deutsche Beteiligung bereits am Freitag ausgeschlossen. Aus den von Trump genannten Ländern gibt es gemischte Reaktionen:
- Frankreich: Bereits am Dienstag hatte Präsident Macron Medienberichten zufolge die Entsendung von zehn zusätzlichen Kriegsschiffen angekündigt, um Handelsschiffe zu begleiten.
- Großbritannien: Aus dem Verteidigungsministerium hieß es allgemein, man prüfe "eine Reihe von Optionen zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt". Das Problem: Die britische Royal Navy verfügt derzeit über keine größeren Schiffe in der Region, da ihre Kapazitäten durch andere Missionen im Nordatlantik gebunden sind, wie der britische Thinktank Royal United Services Institute for Defence and Security Studies (RUSI) in einer Analyse schreibt. Das letzte größere Kriegsschiff der Royal Navy in der Region wurde im vergangenen Dezember außer Dienst gestellt.
- Japan: Ein Regierungsvertreter erklärte, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entsendung japanischer Marineschiffe seien "extrem hoch".
- Südkorea: Auch aus dem südkoreanischen Präsidialamt kam eine ausweichende Reaktion. Seoul verfolge Trumps Äußerungen genau und werde "das Thema in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten", hieß es.
Die Amerikaner sind gespalten, was den Iran-Krieg angeht, berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus Washington. Trump könne sich nur bei einem Sieg ein Ende des Krieges leisten.
12.03.2026 | 2:15 minSicherung der Straße von Hormus schwierig
Experten warnen, dass es schwierig sein wird, Handelsschiffe mit militärischer Eskorte in der Straße von Hormus zu schützen, angesichts der fortdauernden Bedrohung durch Minen, kleine und schnelle Angriffsboote, Raketen oder billig hergestellte Angriffsdrohnen aus Iran. Michael Froman vom US-Thinktank Council on Foreign Relations (CFR) erklärte in einem Gespräch, Iran verfüge noch immer "über ausreichende Drohnen- und Raketenkapazitäten, um Tanker anzugreifen". Diese seien leichte Ziele, da sie sich langsam bewegen und präzisen Routen folgen müssen.
Nach Angaben von Aktivisten sollen in Iran inzwischen mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Israel will den Krieg noch mindestens drei Wochen fortsetzen. Auch Iran greift weiter Ziele an.
15.03.2026 | 1:30 minKriegsschiffe könnten bei ihren Missionen auch selbst zum Ziel werden und würden neben ihren eigenen Luftabwehrsystemen zusätzlich Schutz aus der Luft benötigen. "Weder Frankreich noch die Vereinigten Staaten, noch eine internationale Koalition oder irgendjemand sonst ist in der Lage, die Straße von Hormus zu sichern", sagte auch Adel Bakawan, Direktor des European Institute for Studies on the Middle East and North Africa Anfang der Woche.
Die wechselseitigen Angriffe in Nahost halten an. US-Präsident Donald Trump gab bekannt, nicht bereit für ein Abkommen mit Iran zu sein und drohte unterdessen mit weiteren Angriffen.
15.03.2026 | 0:22 minDazu kommt: Die Schifffahrtsindustrie selbst entscheidet mit - auch ein militärisch eskortiertes Schiff ist weder für die Reederei noch für deren Versicherer automatisch risikofrei.
Militärökonom Marcus Keupp erklärte dazu bei ZDFheute live: "So lange diese Reeder quasi Angst haben, dass da so ein kleines Roboter-Boot heranfährt und den Tanker beschädigt, so lange machen sie nichts." Auch ein Restrisiko kann die Preise für Versicherungsraten in die Höhe treiben und den Transport womöglich unwirtschaftlich machen.
Iran sei kein Ein-Personen-Regime und sei auf die Art der asymmetrischen Kriegsführung spezialisiert, sagt Militärökonom Marcus M. Keupp. Man dürfe diese Region nicht übersimplifizieren.
12.03.2026 | 22:39 minDass es also kurzfristig zu militärischem Begleitschutz für Öltanker in der Straße von Hormus kommt, ist unwahrscheinlich.
Das ist teuer (...), das dauert Wochen, so was zu organisieren - und insofern würd ich sagen: Hat der Iran durchaus Verhandlungsmasse.
Marcus Keupp, Militärökonom
Ähnliche Situation wie beim Tankerkrieg in den 80ern
Die Lage weckt Erinnerungen an den sogenannten Tankerkrieg in den 80er Jahren: Auch da attackierten Iran und Irak Öltanker im Persischen Golf. Die USA beschlossen, einige kuwaitische Tanker unter US-Flagge zu stellen und von der US Navy eskortieren zu lassen.
Trotz des massiven Schutzes durch Zerstörer und Fregatten gelang es Iran mehrfach, die Konvois erfolgreich anzugreifen - oft mit asymmetrischen Mitteln, gegen die die Hightech-Waffen der USA zunächst machtlos waren.
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