Iran attackiert Anlagen am Golf:Chamenei will Straße von Hormus länger blockieren
Iran hat eine neue Angriffswelle gegen die Öl-Infrastruktur der Golfstaaten gestartet - und der oberste Anführer des Landes droht eine längere Schließung der Straße von Hormus an.
Der neue oberste Anführer des Iran, Modschtaba Chamenei, gibt sich in einer Botschaft unnachgiebig: weitere Blockade der Straße von Hormus, Rache an den USA und Israel.
12.03.2026 | 2:47 minWährend US-Präsident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellt, nehmen die iranischen Streitkräfte immer stärker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier. Jetzt ruft der neue oberste Anführer des Landes, Modschtaba Chamenei, dazu auf, die für die Schifffahrt äußerst wichtige Straße von Hormus ins Visier zu nehmen.
Mit den Attacken will die Regierung in Teheran vermutlich die Kosten für eine Fortsetzung des Krieges in die Höhe treiben. Seit Beginn des Krieges war der Ölpreis zuletzt auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.
Chamenei: Straße von Hormus als "Hebel" nutzen
Fast zwei Wochen nach Beginn des Iran-Krieges rief Modschtaba Chamenei in seiner ersten Botschaft zu einer fortgesetzten Blockade der Straße von Hormus auf. Chameneis Statement wurde im iranischen Staatsfernsehen verlesen - seit seiner Ernennung ist er nicht öffentlich in Erscheinung getreten.
Der Hebel der Blockade der Straße von Hormus muss auf jeden Fall genutzt werden.
Modschtaba Chamenei, Oberster Führer Irans
Die Internationale Energie-Agentur sprach derweil von einer beispiellosen Störung der Ölversorgung, der Ölpreis stieg zeitweise wieder über 100 Dollar.
Iran nimmt Ölinfrastruktur in den Golfstaaten ins Visier
Iran startete zugleich auch eine neue Angriffswelle gegen die Ölinfrastruktur in den Golfstaaten. Die Lage im Überblick:
Knapp zwei Wochen nach Kriegsbeginn greift Iran weiter Staaten in der Golfregion an. Zunehmend gerät der Energiesektor ins Visier – mit möglichen Folgen für Ölpreise und die Weltwirtschaft.
12.03.2026 | 1:32 minIn Bahrain griff Iran nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben.
Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala mutmaßlich von iranischen Drohnen getroffen. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video war zu sehen, wie ein großer Feuerball über einem der Tanks aufsteigt. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff.
Der Iran-Krieg treibt den Ölpreis hoch und verschafft Russland als einem der größten Erdöl-Exporteure weltweit höhere Einnahmen. Experten bezweifeln aber, dass der Effekt anhält.
12.03.2026 | 2:48 minIrak: Toter bei Angriff auf Tanker
Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf vor der Küste des Iraks kam nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher.
Zudem wird von Drohnenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak berichtet: Laut dem britischen Militär sollen mehrere US-Militärangehörige verletzt worden sein. Auch ein italienischer Stützpunkt ist laut italienischen Behörden getroffen worden.
Im Persischen Golf wurden zwei Öl-Tanker getroffen. Der Irak stellte vorerst den Betrieb aller Öl-Terminals ein. Um den Ölpreis zu stabilisieren, geben die USA Teile ihrer Reserven frei.
12.03.2026 | 0:18 minStraße von Hormus: Marine rettet Besatzung aus Schiff
Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormus ebenfalls von iranischen Raketen getroffen. Die "Mayuree Naree", die von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei Geschossen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden, wodurch am Heck und im Maschinenraum ein Brand ausgelöst wurde, teilte die thailändische Marine mit.
Frachtschiff "Mayuree Naree" in der Straße von Hormus nach iranischem Angriff in Flammen. (11. März 2026)
Quelle: epaAuch andere Golfstaaten melden Angriffe
Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten am frühen Morgen, die Luftabwehr bekämpfe eine Bedrohung durch Raketen. In Dubai stürzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein Wohngebäude. Ein Brand wurde unter Kontrolle gebracht, niemand wurde verletzt, wie die Behörden mitteilten.
Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Das Verteidigungsministerium von Kuwait teilte mit, die Luftabwehr des Golfstaats habe eine Reihe feindlicher Drohnen abgefangen, die in den Luftraum im Norden des Landes eingedrungen seien.
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