Verbraucher leiden weltweit:Ölpreis steigt weiter - trotz freigegebener Reserven
Es wird international viel für eine Entspannung an den Ölmärkten getan - bislang zeigen die Bemühungen allerdings wenig Erfolg. Die Preise klettern weiter in die Höhe.
In der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus spitzt sich die Lage zu. Derweil gibt es weitere Zerstörungen in Iran und Libanon. Nach UN-Angaben sind im Libanon fast 700.000 Menschen auf der Flucht.
12.03.2026 | 2:14 minAn den Ölmärkten zeichnet sich auch nach der Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) keine Entspannung ab.
Sorgen vor einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus halten die Preise auf dem höchsten Niveau seit Jahren - ein schlechtes Omen für Autofahrer in Deutschland und weltweit.
Die hohen Preise machten das Geschäft der Tankstellenpächter kaputt, so Rabl vom Tankstellen-Interessenverband. Die Gewinne kämen in die Taschen der Öl-Konzerne.
11.03.2026 | 9:05 minTrump spielt Gefahr herunter
Während Iran droht, kein Tropfen Öl für die USA und ihre Partner werde die Meerenge passieren, spielt US-Präsident Donald Trump die Gefahr herunter. Öltanker sollten die Straße von Hormus durchfahren, sagte er am Mittwoch. Dass Iran die Gewässer vermint habe, wie mehrere Medien berichteten, glaube er nicht.
Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus liegt zwischen Iran und dem Oman. Sie gehört zu den wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels.
Die Straße von Hormus ist das "Öl-Nadelöhr" der Welt.
IEA gibt Rekordmenge an Reserven frei
Unterdessen suchen Regierungen nach Wegen, mehr Öl auf den Weltmarkt zu pumpen. Die IEA gab am Mittwoch bekannt, eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freizugeben. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Rohöl an den Markt geben.
Ihr Ziel: die durch den Krieg angespannten Märkte zu stabilisieren.
Preise steigen trotz der Maßnahmen weiter
Doch die Ölpreise steigen weiter kräftig. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen wieder mehr als 100 Dollar und damit rund neun Prozent mehr als am Vortag. Bei der US-Sorte WTI fiel der Anstieg ähnlich aus.
Gegen die hohen Spritpreise plant die Regierung neue Maßnahmen. Sie will nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlauben und teilweise Ölreserven freigeben. ZDFheute live analysiert.
11.03.2026 | 21:37 minDie Ölpreise waren in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.
Überbrückung könnte funktionieren - aber dauert
Die freigegebene Reserve könnte derweil ausreichen, um die Blockade der Straße von Hormus einige Zeit zu überbrücken. Nach Angaben der IEA passierten die Meerenge im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Millionen Barrel pro Tag. Die angekündigten 400 Millionen Barrel würden also genügen, um einen Ausfall für 20 Tage auszugleichen.
Allerdings dürfte es Wochen oder sogar Monate dauern, bis das Öl ankommt.
Die Bundesregierung sagt den steigenden Spritpreisen den Kampf. Florian Neuhann schätzt die Wirkung der Maßnahmen ein.
11.03.2026 | 1:20 minBundesregierung: Nur eine Spritpreis-Erhöhung am Tag
So versprachen etwa die USA, sich mit 172 Millionen Barrel zu beteiligen. Kommende Woche solle es losgehen, doch die komplette Auslieferung könne rund 120 Tage dauern.
Krieg im Nahen Osten, schwankende Ölpreise, nervöse Märkte: Welche Auswirkungen hat Trumps Politik auf Europa, auf die globale Wirtschaft und den Krieg in der Ukraine?
11.03.2026 | 61:36 minDie Schockwellen des Iran-Krieges sind derweil für Verbraucher in aller Welt zu spüren: In Deutschland stieg diese Woche selbst der Durchschnittspreis für die günstigste gängige Benzinsorte E10 auf über zwei Euro pro Liter. Die Bundesregierung will Tankstellenbetreibern deshalb verbieten, die Preise mehr als einmal täglich anzuheben.
Asien leidet ganz besonders
Auch in den USA - selbst einer der größten Ölproduzenten der Welt - zeigen die Tankstellen die höchsten Preise seit 2024 an.
"Man konzentriert sich sehr darauf, die Möglichkeiten des Iran weiter drastisch zu reduzieren", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen über die US-Taktik in der Straße von Hormus.
12.03.2026 | 2:15 minBesonders gravierend dürften die Folgen derweil für Asien sein. Vier von fünf Ölfässern, die die Straße von Hormus passieren, gehen nach IEA-Angaben dorthin. Viele Aktienmärkte in Asien gingen infolge der steigenden Ölpreise bereits auf Talfahrt, etwa in Japan.
Trump vor innenpolitischen Schwierigkeiten
Aus Sorge vor einer Energieknappheit sind etwa Beamte in Thailand angewiesen, von zu Hause zu arbeiten, auf Reisen zu verzichten und die Treppe statt eines Aufzugs zu benutzen, wie mehrere Medien berichteten. Auf den Philippinen ordnete die Regierung demnach eine Vier-Tage-Woche für Beamte an.
Für Trump könnten die steigenden Preise auch innenpolitisch zum Problem werden - seine Bemühungen, die Reeder zur Durchfahrt der Straße von Hormus zu bewegen, verpufften bisher. Zur Not werde er die Schiffe mit der Marine eskortieren, hatte der US-Präsident bereits vor Tagen angekündigt. Trotzdem wird laut IEA nicht einmal ein Zehntel der zuvor üblichen Ölmenge durch die Straße von Hormus transportiert.
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