Ölreserven: Internationale Energieagentur gibt Rekordmenge frei

Internationale Energieagentur:Weltweite Ölreserven: 32 Länder geben Rekordmenge frei

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Die Internationale Energieagentur will eine nie dagewesene Menge Ölreserven freigeben, die angesichts des Iran-Kriegs den Markt stabilisieren soll. Auch Deutschland beteiligt sich.

Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, aufgenommen am 11.03.2026

Die Bundesregierung plant, einen Teil der nationalen Ölreserven freizugeben. Außerdem sollen Preiserhöhungen an Tankstellen nur einmal am Tag möglich sein, so Bundeswirtschaftsministerin Reiche.

11.03.2026 | 0:27 min

Die Internationale Energieagentur IEA will als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freigeben. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer der Agentur, zu denen auch Deutschland gehört, 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer in Paris veröffentlichten Mitteilung heißt.

Noch nie wurde bei einer vorherigen gemeinsamen Aktion so viel Öl aus den Reserven angezapft. Mit dem Schritt sollen die durch den Krieg angespannten Märkte stabilisiert werden.

Deutschland gibt ebenfalls Ölreserven frei

Deutschland hatte bereits mitgeteilt, 19,5 Millionen Barrel freizugeben. Zudem sollen Tankstellen in Deutschland nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen.

Die Freigabe soll für einen je nach Land angebrachten Zeitraum gelten, hieß es von der IEA. Einige Länder würden zudem weitere Notmaßnahmen treffen.

Dr. Moritz Brake im Vordergrund mittig im Bild und im Hintergrund ein Satellitenbild von der Straße von Hormus.

Während Iran weiterhin die Straße von Hormus blockiert, greifen die USA iranische Minenleger-Schiffe an. Wie gefährlich die Schifffahrt dort aktuell ist, analysiert ZDFheute live.

11.03.2026 | 18:44 min

Sorgen um Straße von Hormus und Ölpreise

Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten beeinträchtigt die Energiemärkte enorm. Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen.

Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen befeuerten Sorgen um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung zuletzt noch.

Am Mittwoch stiegen die Ölpreise mit der Angst vor einer längeren Liefer-Unterbrechung durch die Straße von Hormus. Am Morgen wurde für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 92,31 Dollar gezahlt und damit über fünf Prozent mehr als am Vortag. Der Preisrückgang, der am Montag eingesetzt und sich am Dienstag fortgesetzt hatte, ist damit vorerst gestoppt.

Spritpreis soll nur noch einmal täglich steigen dürfen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu Maßnahmen gegen steigende Benzinpreise.

11.03.2026 | 10:05 min

IEA als Reaktion auf Ölkrise in den 70ern gegründet

Um auf Krisen vorbereitet zu sein, müssen alle 32 IEA-Mitglieder Notreserven anlegen. Insgesamt verfügen sie über Reserven in Höhe von 1,2 Milliarden Barrel und 600 Millionen Barrel an Industrievorräten. Dass zu einer gemeinsamen Freigabe von Reserven gegriffen wird, ist selten.

Seit Gründung der IEA Mitte der 1970er Jahre als Reaktion auf die damalige Ölkrise wurden fünfmal in koordinierter Weise Reserven freigegeben. Anlass waren der Golfkrieg 1990/91, die von den Hurrikans "Katrina" und "Rita" 2005 angerichteten Schäden in den USA sowie der Ausfall libyscher Ölexporte im Jahr 2011. Zuletzt wurden 2022 gleich zweimal wegen des Ukraine-Kriegs nationale Ölreserven freigegeben.

Auch Deutschland hält strategische Ölreserven für mindestens 90 Tage, um Versorgungsstörungen auszugleichen. Mit diesen sogenannten strategischen Ölvorräten könnte laut Bundeswirtschaftsministerium für drei Monate ein vollständiger Ausfall aller Importe ausgeglichen werden.

Quelle: dpa
Über den Iran-Krieg und seine Folgen berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt bei ZDFheute live am 11.03.2026 ab 15 Uhr.

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