Spritpreise: Deutschland gibt Ölreserven frei - Tankregel geplant

Reaktion auf hohe Spritpreise:Deutschland gibt Ölreserven frei - Tankregelung geplant

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Die Bundesregierung plant, einen Teil der Ölreserven des Landes freizugeben. Außerdem ist geplant, dass Spritpreis-Erhöhungen an Tankstellen bald nur einmal täglich möglich sind.

undesministerin fuer Wirtschaft und Energie Katherina Reiche (CDU) spricht am Rednerpult

Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) reagiert auf steigende Spritpreise und will Ölreserven freigeben. Außerdem sollen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich anheben dürfen.

11.03.2026 | 2:34 min

Deutschland gibt einen Teil der nationalen Ölreserven frei. Hintergrund sind die wegen des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Öl- und Spritpreise. Die G7-Staaten hatten deshalb über eine Freigabe von Reserven beraten. Mit dem Schritt erhofft man sich eine Beruhigung der Märkte und dass der durch den Krieg ausgelöste rasante Ölpreisanstieg abgefedert wird.

Die IEA hatte am Dienstag wegen der angespannten Lage an den Ölmärkten eine Sondersitzung abgehalten. Es gehe darum, die aktuelle Versorgungssicherheit und die Marktbedingungen zu beurteilen, was Einfluss auf eine folgende Entscheidung über die mögliche Freigabe von nationalen Ölreserven habe, hieß es von der IEA. Agenturchef Fatih Birol habe das Treffen mit den Regierungen der IEA-Mitgliedstaaten einberufen.

Hohe Spritpreise in Deutschland

Gegen die hohen Spritpreise plant die Regierung neue Maßnahmen. Sie will nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlauben und teilweise Ölreserven freigeben. ZDFheute live analysiert.

11.03.2026 | 21:37 min

IEA gibt Rekordmenge an Öl frei

Am Mittwoch dann haben die 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) einstimmig die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus ihren strategischen Reserven beschlossen. Das ist die größte Menge in der Geschichte der Organisation. Sie übertrifft die Freigabe von knapp 183 Millionen Barrel nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 deutlich.

400 Millionen Barrel entsprächen in etwa der Menge, die vor dem Krieg innerhalb von 20 Tagen durch die Straße von Hormus transportiert wurde. Weiter hieß es, dass 19,5 Millionen davon aus den deutschen Reserven kommen sollen. Das wäre rund ein Fünftel der Vorräte hierzulande.

Christian Siervers im Schaltgespräch mit Tomaso Duso

In Deutschland sind die Spritpreise stark gestiegen. Das liege daran, dass fünf große Unternehmen "die Wertschöpfungskette dominieren", sagt der Chef der Monopolkommission, Duso.

11.03.2026 | 5:40 min

Tankregelung soll Spritpreise senken

Die Bundesregierung greift angesichts der stark gestiegenen Spritpreise ein und will Verbraucherinnen und Verbraucher entlasten. Tankstellen in Deutschland sollen künftig nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen.

Dieses aus Österreich bekannte Modell wolle die Bundesregierung im Hinblick auf die wegen des Iran-Kriegs enorm gestiegenen Preise so rasch wie möglich einführen, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in Berlin. "Dagegen sind Preissenkungen jederzeit zulässig", erläuterte sie.



Hohe Spritpreise in Deutschland

Seit dem Iran-Krieg sind die Preise an Deutschlands Zapfsäulen deutlich gestiegen. Tankstellenbetreiber hätten darauf keinen Einfluss. Sie sprechen von "Raubtierkapitalismus".

08.03.2026 | 1:32 min

Ölpreise seit Iran-Krieg enorm angestiegen

Die Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen. Zuletzt haben Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen die Sorge um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung befeuert.

In Deutschland sind seit Ausbruch des Iran-Kriegs die Spritpreise deutlich gestiegen. In der Politik läuft eine Debatte über mögliche Gegenmaßnahmen und Entlastungen der Verbraucher. Deutschland bekommt sein Rohöl überwiegend nicht aus dem Nahen Osten. Deutschland hält strategische Ölreserven für mindestens 90 Tage, um Versorgungsstörungen auszugleichen.

Dietmar Woidke im Interview

Im europäischen Vergleich hat Deutschland die mit Abstand höchsten Spritpreise, sagt Dietmar Woidke, Ministerpräsident in Brandenburg. Der Staat müsse jetzt handeln.

10.03.2026 | 4:50 min

Tankstellenverband begrüßt neue Preis-Regelung

Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) begrüßte die vorgeschlagene Regelung für deutsche Zapfsäulen. "Das ist ein erster Schritt in eine sehr, sehr richtige Richtung", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Tankstellen seien für die Preiserhöhungen nicht verantwortlich, sondern die Mineralölgesellschaften, so der TIV-Sprecher weiter. Der Verband vertritt die Interessen von rund 1.000 kleineren Tankstellenpächtern.

Die schieben uns die Preise durchs Internet direkt auf die Zapfsäule.

Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands TIV

Die Tankstellenpächter wunderten sich selbst, wie sich die Preise gerade entwickelten. "Nirgendwo in Europa sind die Spritpreise in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie in Deutschland", so der Verband.

Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über das Thema berichtete unter anderem ZDFheute live in dem Beitrag "Ölpreis: Droht eine neue Energiekrise?" am 09.03.2026 ab 19:30 Uhr und phoenix vor ort am 11.03.2026 ab 12:20 Uhr.

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