Krieg in Nahost treibt Spritkosten:Ölpreise steigen: Diesel knackt die Zwei-Euro-Marke
Der Konflikt rund um den Iran wirkt sich spürbar auf den Energiemarkt aus. Diesel überschreitet die Zwei-Euro-Marke, auch Benzin wird teurer. Der ADAC rät zum Preisvergleich.
Schiffsrouten werden geändert, der Ölpreis steigt merkbar an. Welche weiteren Auswirkungen hat der Krieg in Nahost auf Europa? Und welche auf Russland, das nun am teuren Öl verdient?
03.03.2026 | 2:11 minDer Dieselpreis ist infolge der Verwerfungen des Iran-Krieges zwischenzeitlich auf mehr als zwei Euro geklettert. In der morgendlichen Preisspitze um 7:15 Uhr ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter. Der Preis schwankt allerdings, so lag er um 8:30 Uhr bei 1,991 Euro.
Auch Superbenzin der Sorte E10 legte deutlich zu und kostete in der morgendlichen Spitze 1,995 Euro pro Liter. Der Anstieg fiel aber nicht ganz so stark aus wie beim Dieselpreis, der dem ADAC zufolge deutlich sensibler auf Krisen reagiert.
Der Krieg in Nahost verteuert den Sprit - auch in Deutschland. Je länger dieser Konflikt dauert, desto mehr werden wir die Auswirkungen spüren, sagt ZDF-Wirtschaftsredakteur Frank Bethmann.
02.03.2026 | 6:36 minAn normalen Tagen sind Benzin und Diesel morgens in der Regel mehr als 10 Cent teurer als am Abend. Zuletzt hatte der schnelle Anstieg diese Entwicklung aber zumindest teilweise überlagert.
Tagesdurchschnittspreise steigen ebenfalls stark
Schon am Montag und Dienstag war der Spritpreis schnell gestiegen. Der bundesweite Tagesdurchschnittswert, der die starken Schwankungen im Tagesverlauf ausgleicht und dadurch auf lange Sicht besser vergleichbar ist, lag am Dienstag bei 1,897 Euro für einen Liter E10 und bei 1,917 Euro für einen Liter Diesel. Das waren 5,8 beziehungsweise 10,1 Cent mehr als am Montag beziehungsweise 12,1 und 17,7 Cent mehr als am Freitag.
Die Finanzmärkte reagieren empfindlich auf den Anstieg des Ölpreises. Noch gebe es aber keinen Ölpreis-Schock, so ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller.
03.03.2026 | 1:50 minEin weiterer Anstieg des Tagesdurchschnittspreises ist angesichts der aktuellen Zahlen wahrscheinlich. Dass Diesel auch in diesem Wert die 2-Euro-Marke überschritt, war zuletzt im September 2022 passiert.
Schifffahrt durch Straße von Hormus eingeschränkt
Seit der Konflikt im Nahen Osten am Samstag eskaliert ist, steigen die Preise für Öl und in der Folge auch für Sprit und Heizöl. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Straße von Hormus. Durch dieses Nadelöhr vor der Küste des Irans fährt rund ein Fünftel der globalen Öltransporte. Jede Störung dort kann die Energiepreise steigen lassen und der Iran hat den Schiffsverkehr als Reaktion auf die Angriffe eingeschränkt.
Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran. Eine Blockade würde den Handelsverkehr stark einschränken und Energiepreise steigen lassen.
18.06.2025 | 1:13 minDer Ölpreis ist - zusammen mit dem Dollarkurs - der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Spritpreis. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie wies auch darauf hin, dass der Nahe Osten derzeit auch als Lieferant von fertigem Kraftstoff - insbesondere Diesel - teilweise ausfalle.
Versorgungsengpässe werden nicht erwartet
Versorgungsengpässe seien aber nicht zu befürchten, weder bei Benzin und Diesel, noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff, hieß es zuletzt. Deutschland beziehe sein Rohöl aus rund 30 Ländern. Hauptlieferländer sind demnach Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.
Trotz steigender Öl- und Gaspreise durch den Iran-Krieg gibt es beim Gas vorerst keine Preiserhöhung. Grund sind langfristige Lieferverträge, so Kerstin Andreae vom Energieverband.
04.03.2026 | 5:10 minJe nach Tankstelle kann es große Abweichungen zum Durchschnittspreis geben. So gab es auch am Morgen noch viele Tankstellen, an denen Diesel noch unter 2 Euro pro Liter zu haben war. Gerade in Krisenzeiten lohne sich der Preisvergleich besonders, betont der ADAC.
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