Reiche lässt hohe Spritpreise überprüfen:Auch Super E10 kostet jetzt mehr als 2 Euro
Der Benzinpreis von Super E10 hat an den deutschen Tankstellen ein Vier-Jahres-Hoch erreicht. Wirtschaftsministerin Reiche kündigt nun eine Kartellamtsprüfung der Preissprünge an.
Die Bundesregierung plant laut Bundeswirtschaftsministerin Reiche keine Spritpreisbremse zur Entlastung von Autofahrern. Neben Benzin stieg zuletzt auch der Dieselpreis.
04.03.2026 | 0:22 minDie Spritpreise steigen immer weiter: Einen Tag nach Dieselkraftstoff hat auch die günstigste gängige Benzinsorte Super E10 die Marke von zwei Euro pro Liter im bundesweiten Durchschnittspreis überschritten. In der Preisspitze am Morgen kostete sie 2,003 Euro, wie der ADAC mitteilte. Noch am Mittwoch war sie mit 1,995 Euro am Morgen knapp darunter geblieben.
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Auch Diesel verteuert sich weiter: Am Morgen erreichte der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt 2,086. Am Mittwoch waren es noch 2,054 Euro.
Diesel ist normalerweise billiger als E10, weil er deutlich niedriger besteuert wird. Sein Preis ist aber krisenanfälliger, auch in der Anfangsphase des Ukraine-Krieges hatte er stärker reagiert als Benzin. Einer der Gründe ist, dass Diesel auch als Ersatz für Gas verwendet wird und für die Industrie eine größere Rolle spielt.
Diesel und Benzin werden im Zuge des Nahost-Krieges gerade teurer. ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann erklärt, wie die Preise entstehen und wie die weiteren Aussichten sind.
04.03.2026 | 1:51 minDiesel und E10 im Höhenflug
Beide Preise können im Tagesverlauf auch wieder ein gutes Stück weit sinken - das entspräche der Entwicklung in normalen Zeiten. Zuletzt hatte der allgemeine Anstieg dies aber überlagert.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs - er ist für längerfristige Vergleiche aussagekräftiger, weil er die oft starken Schwankungen im Tagesverlauf ausgleicht - hatte ein Liter Diesel 2,005 Euro gekostet - 25,9 Cent mehr als am Freitag vor Ausbruch des Krieges. E10 kostete am Dienstag im Tagesschnitt 1,935 Euro pro Liter - 15,7 Cent mehr als am Freitag.
Iranische Angriffe legen LNG‑Anlagen in Katar lahm, die Preise schießen hoch. Eine Taskforce prüft die Lage; bis zum nächsten Winter müssen die Gasspeicher wieder gefüllt werden
03.03.2026 | 2:07 minE10 und Diesel so teuer wie zuletzt 2022
Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosteten, war zuletzt 2022 der Fall. Die steigenden Spritpreise sorgen inzwischen auch für eine Diskussion um eine mögliche Spritpreisbremse.
2022 hatte der Staat die Steuern auf Diesel und Benzin von Juni bis August deutlich gesenkt, um die Autofahrer angesichts der hohen Preise zu entlasten. Damals hatte es teilweise deutliche Kritik gegeben, dass die Erleichterung die Verbraucher nur teilweise erreicht habe.
Hohe Spritpreise: Reiche kündigt kartellrechtliche Prüfung an
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte nun eine Überprüfung der Preise an: "Wir werden prüfen, dass nicht eine Situation ausgenutzt wird, die sich an den Märkten abbildet, aber nicht in dieser Höhe", sagte Reiche im Podcast von "Table.Briefings". Darüber sei sie mit dem Bundeskartellamt im intensiven Austausch.
Der Krieg in Nahost verteuert den Sprit – auch in Deutschland. Je länger dieser Konflikt dauert, desto mehr werden wir die Auswirkungen spüren, sagt ZDF-Wirtschaftsredakteur Frank Bethmann.
02.03.2026 | 6:36 minBundesfinanzminister Lars Klingbeil drohte Mineralölkonzernen in der Sendung "ZDF spezial" mit Konsequenzen, sollten sie versuchen, aus dem Iran-Krieg und der aktuellen Lage Kapital zu schlagen.
Also es darf da jetzt keine Abzocke geben und da muss Politik natürlich auch handeln und muss da klar und konsequent vorgehen.
Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister
Hintergrund der hohen Preise ist der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus vor der Küste des Landes. Sie spielt für Öl- und Gaslieferungen eine wichtige Rolle. Seit der Eskalation am Samstag sind auch Rohöl und Gas deutlich teurer geworden.
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