Wadephul korrigiert sich: Regierung warnte spät vor Dubai-Reisen

Faktencheck

Wadephul korrigiert seine Aussage im ZDF:Bundesregierung warnte erst spät vor Reisen nach Dubai

Autorenfoto Nils Metzger

von Nils Metzger

|

Für viele Golfstaaten gab es erst eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, als schon Raketen flogen. Außenminister Wadephul musste eine Aussage im heute journal korrigieren.

SGS Slomka Wadephul

"Wir beteiligen uns in keiner Weise an dieser Auseinandersetzung", so Bundesaußenminister Johann Wadephul zum Iran-Krieg. Zu Evakuierungen sagt er: "Wir helfen jetzt den Menschen".

02.03.2026 | 7:53 min

Hat die Bundesregierung Reisende zu spät vor einer möglichen Eskalation in der Golfregion gewarnt? Im heute journal von Montag widersprach Außenminister Johann Wadephul (CDU) mehrfach Moderatorin Marietta Slomkas Vorwurf.

"Das Auswärtige Amt hat ja nicht vor diesem Krieg vor Reisen in die Golfstaaten gewarnt. Also Dubai, wer da einen Flug gebucht hat, da gab es keine Reisewarnung auf der Seite des [Auswärtigen Amtes]", sagte Slomka.

Wadephul entgegnete:

Doch, das gab es schon. Wir haben natürlich schon seit Januar darauf hingewiesen. (...)

Johann Wadephul, Außenminister

"Ja, am Samstag, als bereits die ersten Raketen flogen", hakte Slomka nach. In der Sendung blieb Wadephul bei seiner Version - gestand aber am Dienstag auf X einen Irrtum ein. "Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten besteht in der Tat seit dem 28. Februar", so der Außenminister.

Außenminister Wadephul korrigiert sich

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Rückholung Nahost TUI

"Sicherheit hat oberste Priorität", sagt Sebastian Ebel, Vorstandsvorsitzender TUI, über erste Rückflüge aus Dubai.

03.03.2026 | 5:54 min

Kritik für seine Aussage hatte Wadephul bereits von Tui-Chef Sebastian Ebel im ZDF-Morgenmagazin von Dienstag bekommen:

Da irrt er leider. Jede Reisewarnung wird von uns respektiert oder auch dankend aufgenommen. Die hat es nicht vorher gegeben. Für die Region, für den Iran ja, aber natürlich nicht dort, wo unsere Kunden wären. Sonst wären wir ja gar kein Risiko eingegangen.

Sebastian Ebel, Tui-Chef

Das sagt die Webseite des Auswärtigen Amts

Aktuell warnt die Webseite des Auswärtigen Amtes (AA) mit einem roten Hinweisbanner vor Reisen in zahlreiche Staaten des Nahen und Mittleren Ostens. Deutsche in betroffenen Staaten sollten sich in die Krisenvorsorgeliste eintragen und die Warnungen vor Luftangriffen beachten.

Für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien, Oman, Katar, Kuwait und weitere Staaten der Region gilt derzeit eine Reisewarnung - die höchste Warnstufe. "Die Lufträume mehrerer Staaten wurden gesperrt. Auch weitere Luftraumsperrungen sind möglich. Zahlreiche Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb in die Region eingestellt", heißt es dort.

Screenshot: Vereinigte Arabische Emirate: Reise- und Sicherheitshinweise. Stand: 03.03.2026

So warnt das Auswärtige Amt derzeit vor Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Quelle: Auswärtiges Amt

Diese neuen Reisewarnungen sind aber auch - Stand Dienstagmittag - auf der AA-Webseite noch nicht durchgehend umgesetzt. Auf der zentralen Übersichtsseite aller aktuellen Reisewarnungen sind zwar Saudi-Arabien, Katar oder Kuwait gelistet, die Vereinigten Arabischen Emirate fehlen dort aber weiterhin.

Deutsche Touristen sitzen in Nahost fest

Wegen des Iran-Kriegs im Nahen Osten sind viele Touristen gestrandet. Der Konflikt hat nicht nur den Flugverkehr beeinträchtigt, sondern auch den Schiffsverkehr in der Golfregion lahmgelegt.

02.03.2026 | 2:26 min

Das sagte das Auswärtige Amt im Januar und Februar

Im Januar und bis unmittelbar nach Kriegsbeginn hatte es eine solche Reisewarnung noch nicht gegeben. Formell waren die Golfstaaten damals auf einer Sicherheitsstufe mit Frankreich oder den USA.

Noch am 16. Februar gab es etwa für die VAE im mehrere ausgedruckte Seiten umfassenden Fließtext der Reisehinweise die Einschätzung:

Mit dem Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und Iran am 24. Juni 2025 wurde die militärische Auseinandersetzung zwischen den beiden Staaten beendet.

Reisehinweise für die VAE, Stand 16. Februar 2026

Es folgte ein allgemeiner Hinweis: "Die Sicherheitslage in der gesamten Region ist äußerst volatil. Es kann jederzeit zu Einschränkungen des Flugverkehrs, inklusive der Stornierung von Flügen sowie der Sperrung von Lufträumen, kommen." Am 26. Februar kam ein kurzer Hinweis zur "angespannten Sicherheitslage in der Region" hinzu.

Screenshot: Vereinigte Arabische Emirate: Reise- und Sicherheitshinweise. Stand: 28.02.2026

Keine formelle Reisewarnung: So sahen die Reisehinweise zu den VAE zu Kriegsbeginn am Samstag aus.

Quelle: Auswärtiges Amt
Rauch über der Stadt - Bild nach einen Angriff

Mitten aus der Krisenregion schildern Augenzeugen eindrücklich, was sie erlebt haben.

02.03.2026 | 2:16 min

So funktionieren die Reise- und Sicherheitshinweise

Grundsätzlich unterscheidet das Auswärtige Amt verschiedene Arten von Reise- und Sicherheitshinweisen. Die Einschätzungen basieren meist auf der Arbeit der Fachabteilungen im Ministerium. In sie hinein fließen verschiedenste Informationen auch aus den Sicherheitsbehörden ein. Sie sollen für jedes Land weltweit ständig tagesaktuell auf Stand gehalten werden.

Die Hinweise umfassen Themen wie Kriminalität, Einreiseregeln oder Straßenverkehr, aber auch politische Begebenheiten und Konflikte. Die Frage, ob nur ein allgemeiner Hinweis, eine Teilreisewarnung für bestimmte Gebiete eines Landes, oder eine formelle Reisewarnung bestanden hat, kann für Reisende bedeutsam sein. Etwa wenn es um Stornierungskosten oder Versicherungen geht. Für Reiseanbieter sind diese Hinweise essenziell für die Bewertung, ob eine Reise sicher durchgeführt werden kann.

Über dieses Thema berichtete das heute journal am 02.03.2026 ab 21:45 Uhr.