Blockade der Straße von Hormus:Chemiebranche warnt vor Lieferengpässen durch Iran-Krieg
Die deutsche Chemieindustrie warnt wegen des Iran-Kriegs vor Engpässen bei wichtigen Rohstoffen wie Helium und Ammoniak. Diese werden etwa für Düngemittel und MRT‑Scanner benötigt.
Steigende Öl-, Gas- und Spritpreise, Börsen unter Druck. Vor allem die Blockade der Straße von Hormus seitens des Iran hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft.
11.03.2026 | 6:44 minDie deutsche Chemieindustrie warnt vor Störungen in den Lieferketten wegen des Kriegs in Iran. Grund sei die Blockade der Straße von Hormus, die längst nicht nur die Öl- und Gasversorgung betreffe. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt berichtet:
Es besteht die Sorge ernster, zunehmender Versorgungsengpässe bei Rohstoffen - zum Beispiel bei Ammoniak und Phosphat, Helium und Schwefel.
Verband der Chemischen Industrie (VCI)
Es gebe erste Hinweise auf Störungen bei internationalen Lieferketten. Je länger der Krieg dauere, desto heftiger seien die Folgen. Die hohen Preise und die anhaltende Unsicherheit brächten viele Betriebe an ihre Grenzen, sagte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. "Strategische Planung ist immer weniger möglich. Stattdessen fahren die Unternehmen auf Sicht."
Öl-Nadelöhr der Welt - die Straße von Hormus: Ein Grafikvideo zur Bedeutung der Meerenge.
18.06.2025 | 1:13 minHelium, Ammoniak und Schwefelsäure könnten knapp werden
Betroffen von der Blockade der Straße von Hormus seien etwa Düngemittel, denn 20 Prozent des Welthandels mit Ammoniak würden aus Nahost durch die Meerenge geliefert, sagte Große Entrup. Bei Schwefel verlaufe 50 Prozent des Seehandels durch die Straße von Hormus.
Schwefelsäure ist essenziell etwa für Düngemittel und Chemikalien. Große Entrup sagte:
Bei Helium hat die Chipindustrie bereits erhebliche Sorgen, weil 40 Prozent des weltweiten Heliums aus Katar kommt.
Wolfgang Große Entrup, VCI
"Hier geht es um Elektronikindustrie, Halbleiterfertigung und Luft- und Raumfahrttechnik", so Große Entrup.
Die Angriffe im Iran wirken sich auf die Benzinpreise in Deutschland aus. Durch die Kontrolle der Straße von Hormus steigen die Kosten für Öl. Ölkonzerne schlagen bereits jetzt höhere Preise auf.
05.03.2026 | 1:32 minIran-Krieg belastet Produktion und Prognose für 2026
Der Iran-Krieg trübt die Aussichten für die seit Jahren schwächelnde Chemiebranche, die unter hohen Energiepreisen, Überkapazitäten am Weltmarkt und der schwachen Wirtschaft leidet. Der VCI zog seine Prognose für 2026 zurück.
Zuletzt hatte er eine stagnierende Produktion in der Chemie- und Pharmaindustrie erwartet und für die Chemie allein einen Rückgang um ein Prozent. In den vergangenen vier Jahren seien in Europa bereits rund zehn Prozent der chemischen Produktionskapazitäten stillgelegt worden, sagte Große Entrup.
13.03.2026 - phoenix tagesgespräch mit Volker Treier (Außenwirtschaftschef Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)) zum Iran-Krieg.
13.03.2026 | 6:49 minChemiekonzerne sparen und bauen Jobs ab
Viele Chemiekonzerne haben wegen der Krise Sparprogramme aufgelegt. So baut Branchenführer BASF Tausende Jobs ab: Rund 4.800 Beschäftigte haben den Konzern zwischen Ende 2023 und Ende 2025 verlassen.
2025 litt die Chemie- und Pharmabranche mit 478.000 Beschäftigten unter Nachfrageschwäche und billiger Konkurrenz aus China. Der Umsatz fiel um 1,4 Prozent auf 219,6 Milliarden Euro. In der konjunktursensiblen Chemie sank die Produktion um 3,3 Prozent, in der Pharma-Branche stieg sie dagegen um 4,5 Prozent.
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