Sicherheit in Straße von Hormus:Experte: Iran kann weiter "großen Schaden anrichten"
von Nicola Frowein
Der Iran-Krieg sei bald vorbei, versichert US-Präsident Trump. Zugleich verstärken USA und Israel ihre Angriffe. Experte Brake erklärt, warum die Straße von Hormus nicht sicher ist.
Die USA wollen die iranische Blockade der Straße von Hormus militärisch lösen. Wie kompliziert so ein Einsatz ist, erklärt Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit, bei ZDFheute live.
21.03.2026 | 17:22 minUS-Präsident Donald Trump erwägt, die Militäroperationen gegen Iran schon bald zu reduzieren. "Wir sind kurz davor, unsere Ziele zu erreichen", erklärte er am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social.
Experte: Krieg noch nicht vorbei
Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit und Reserveoffizier der deutschen Marine, hat da jedoch Zweifel. Im Interview mit ZDFheute live sagte er:
Ich glaube nicht, dass wir an dem Punkt sind, dass der Krieg wirklich vorbei ist.
Moritz Brake
Der Iran zeige, dass er trotz massiven Beschusses in der Lage ist, weiterhin großen Schaden in der Region anzurichten. Theoretisch könne Iran aus dem gesamten Land weitreichende Marschflugkörper oder ballistische Raketen auf die strategisch wichtige Straße von Hormus abfeuern. Und direkt von der Küste aus seien Operationen mit kleineren Drohnen möglich. Dazu komme die Gefahr, dass Iran die für den weltweiten Ölhandel wichtige Wasserstraße vermine.
Seeminen? "Mit Sicherheit genug übrig"
Auch wenn es bisher keine Belege gebe, dass Iran bereits Seeminen eingesetzt habe: "Wir müssen einfach schlicht annehmen, dass der Iran sehr einfach in der Lage ist, das zu tun." Nach Schätzungen der britischen Navy zum Beispiel habe das Land vor dem Krieg etwa 5.000 Minen besessen. Davon "ist mit Sicherheit genügend übrig, um die Straße faktisch erstmal zu sperren."
Kanzler Merz und andere Europäer sagen Hilfe bei der Absicherung der Straße von Hormus zu. Dazu die ZDF-Korrespondenten Ulf Röller in Brüssel und Jutta Sonnewald in Washington.
20.03.2026 | 3:54 minAnders als Trumps euphorischer Post auf "Truth Social" klingen so denn auch die übereinstimmenden Berichte von "Wall Street Journal" und dem Sender CNN. Die US-Medien meldeten am Freitag, dass zwischen 2.200 und 2.500 Marines in den Nahen Osten verlegt würden. Auch anderen Medien zufolge verstärkten US-Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber derzeit zudem ihre Angriffe auf iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um die Straße von Hormus freizubekommen.
Dass das schnell gelingen könne, sieht Brake skeptisch. Wichtig sei es, jetzt dauerhaft sicherzustellen, dass von kleinen Booten über größere Schiffe, über Drohnen, über Marschflugkörper und Irans ballistische Raketen nichts mehr zu der Meerenge hindurchdringen könnte. Der Erfolg dieser Mission liege darin, was man dauerhaft an Schutz bieten könne.
Wenn man [...] glaubwürdig zeigt, dass auch wirklich nichts durchdringt, [...] dann könnte man vielleicht an einen Punkt kommen, wo die Straße wieder regelmäßiger nutzbar ist.
Moritz Brake
Machtpolitische Konstellation gefährlich
Dass das aber innerhalb der nächsten Tage gelingt, hält Brake nicht für wahrscheinlich. Der Experte warnt davor, die Situation zu unterschätzen. Denn auch Iran werde unterstützt - etwa von Russland und China.
... ist Experte für maritime Sicherheit. Er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Nexmaris, Korvettenkapitän der Reserve der Deutschen Marine und Associate Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Universität Bonn.
Aus Sicht Teherans sei es sehr sinnvoll, zu versuchen, so eine internationale Unterstützerschaft für die USA aufzubrechen. "All die Staaten, die jetzt von dem Öl in der Golfregion abhängig sind und natürlich unter den hohen Ölpreisen leiden, sind möglicherweise anfällig für etwaige Absprachen mit dem Iran", so Brake.
Die geopolitische Lage am Persischen Golf schneidet Asien von Energie ab. Die Folgen sind drastisch: Produktionsstopps, Rationierungen und ein Alltag im Krisenmodus.
20.03.2026 | 2:38 minDiese machtpolitische Konstellation fordere die bestehende Ordnung heraus und agiere klar gegen die Interessen Europas. Wir müssten "gut schauen, wie wir auch von Europa aus unsere Partner in der Region unterstützen können und […] vor allem verhindern, dass hier die Gegenseite gewinnt."
Das Interview mit Moritz Brake führte Christian Hoch aus der ZDFheute-live-Redaktion.
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