Libanon, Irak, Jordanien:Deutsche Soldaten in Nahost: Hier sind sie stationiert
Die Bundeswehr ist nicht am Iran-Krieg beteiligt. Doch deutsche Soldaten sind im Nahen Osten im Einsatz - etwa als Teil der Unifil-Mission im Libanon oder in Ausbildungsmissionen.
Im Nahen Osten sind rund 500 Soldaten der Bundeswehr stationiert. Allein im Libanon sind etwa 160 Soldaten im Rahmen der UN-Mission Unifil im Einsatz.
12.03.2026 | 1:12 minDeutschland ist im Iran-Krieg nicht Kriegspartei, deutsche Soldaten sind trotzdem betroffen: Mehrfach hat Iran das Bundeswehr-Feldlager im jordanischen Al-Asrak unter Beschuss genommen. Es ist nur einer der Orte, an denen deutsche Soldaten im Nahen Osten eingesetzt sind. Ein Überblick:
Rund 500 deutsche Soldaten in Westasien
Nach Angaben des Operativen Führungskommandos (OFK) der Bundeswehr sind derzeit rund 500 Soldaten im Nahen und Mittleren Osten stationiert. Vor Beginn des des Iran-Krieges hatte die Bundeswehr nach Angaben von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ihr Personal in der Region aus Sicherheitsgründen verringert.
Eine Sprecherin des OFK sagte, es seien "weitere Anpassungen nicht ausgeschlossen", die Sicherheit der Soldaten habe Priorität.
Bundespräsident Steinmeier hat dem Libanon im Februar weitere Unterstützung für einen stabilen Frieden zugesagt. Bei seinem Besuch in Beirut mahnte er auch die Entwaffnung der Hisbollah an.
16.02.2026 | 0:19 minBundeswehr unterstützt UN im Libanon
Rund 200 deutsche Soldaten befinden sich nach jüngsten Angaben der Bundeswehr derzeit als Teil der Unifil-Mission im Libanon. Der deutsche Beitrag zu Unifil läuft seit 2006, seither verlängert ihn der Bundestag jährlich, bis zu 300 deutsche Soldaten dürfen teilnehmen.
Die seit 1978 tätige Unifil ist eine der ältesten noch bestehenden UN-Friedensmissionen, insgesamt rund 10.000 Soldaten und 800 zivile Mitarbeiter beteiligen sich daran. Erklärte Aufgabe der Blauhelme ist die Überwachung der UN-Resolution 1701, die unter anderem den Rückzug der von Iran finanzierten Hisbollah-Miliz und Israels aus dem Süden des Libanon vorsieht.
An Israels Nordgrenze zum Libanon spitzt sich die Lage zu. ZDF‑Reporter Thomas Reichart berichtet aus Orten direkt an der Grenze – wo der Krieg für die Menschen zum Alltag geworden ist.
10.03.2026 | 4:28 minDie Bundeswehr überwacht die libanesische Seegrenze und bildet libanesische Marine-Soldaten aus. Eingesetzt sind die deutschen Soldaten im Unifil-Hauptquartier im südlibanesischen Nakura und im vor dem Libanon aktiven Unifil-Marineverband - den seit 2021 ein deutscher Admiral leitet und der unter anderem den Waffenschmuggel in den Libanon verhindern soll.
Die Ausbildung libanesischer Marine-Soldaten findet in der libanesischen Marineschule in Dschunieh statt, dieser Teil des Einsatzes ist aber nach Bundeswehr-Angaben "aufgrund der aktuellen Sicherheitslage" ausgesetzt.
ZDF-Korrespondentin Golineh Atai ist von Jordanien in den Irak gereist. Sie berichtet von der Stimmung der Menschen in der Region während der aktuellen Eskalation.
01.03.2026 | 1:48 minIrak und Jordanien: Logistische Unterstützung und Ausbildung
Die Bundeswehr-Mission im Irak und in Jordanien hat zum Ziel, die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen und die militärischen Fähigkeiten des Irak zu stärken. Im Einsatz gegen den nach wie vor aktiven IS beteiligt sich die Bundeswehr vor allem mit logistischer Unterstützung wie Lufttransport, Luftbetankung, See- und Luftraumüberwachung sowie Aufklärung und Lagebilderstellung. Im Irak bildet die Bundeswehr Soldaten der nationalen Armee aus.
Insgesamt sind nach jüngsten Angaben rund 250 Bundeswehr-Soldaten im Rahmen der Mission stationiert, die vom Bundestag genehmigte Obergrenze liegt bei 500 deutschen Soldaten.
Brüssel hat im Nahen Osten kaum Einfluss. Die EU verfolge die Entwicklungen mit "größter Sorge", also aus der Zuschauer-Rolle. Deutsche, französische und britische Reaktionen auf die Ereignisse.
02.03.2026 | 3:53 minDie meisten deutschen Soldaten befinden sich im nordirakischen Erbil, in der irakischen Hauptstadt Bagdad und im jüngst von Iran beschossenen Feldlager Al-Asrak in Jordanien. Einzelne Soldaten befanden sich auch auf der Basis Al-Udeid in Katar, in Bahrain und Kuwait, diese wurden nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland jedoch wegen des Kriegs abgezogen.
EU-Marine-Mission im Roten Meer
Die EU beschloss im Februar 2024 nach wiederholten Angriffen der jemenitischen, von Iran finanzierten, Huthi-Miliz, eine gemeinsame Marine-Mission zum Schutz der Seewege im Roten Meer, im Persischen Golf und im Indischen Ozean. Insgesamt 21 EU-Staaten sind dabei, der Bundestag gab Ende Februar 2024 grünes Licht für die Beteiligung der Bundeswehr.
Nach dem jüngsten Bundestagsmandat dürfen bis zu 350 deutsche Soldaten teilnehmen - grundsätzlich auch mit Schiffen und Booten.
Soldaten auch in Israel
Auch in Israel sind einzelne deutsche Soldaten eingesetzt. Ein Teil davon leistet logistische Unterstützung für Hilfslieferungen in den Gazastreifen, ein weiterer wird an Drohnen ausgebildet.
Die Bundeswehr beteiligte sich an einer Luftbrücke, bei der Hilfsgüter über dem Gazastreifen abgeworfen wurden.
05.08.2025 | 1:45 minMehr zum Nahen Osten
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