Pentagon will 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen

Nach Trumps Kritik an Merz:Hegseth ordnet Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland an

|

US-Verteidigungsminister Hegseth hat laut Pentagon den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Der Abzug solle binnen sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein.

US-Präsident Donald Trump spricht in einer Charter School.

Rund 5.000 ihrer Soldaten will die US-Regierung innerhalb der kommenden sechs bis zwölf Monate aus Deutschland abziehen. Derzeit sind mehr als 35.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert.

02.05.2026 | 2:03 min

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat nach Angaben seines Ministeriums den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Der Abzug solle binnen sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein, erklärte das Pentagon in einer schriftlichen Antwort gegenüber ZDFheute.

US-Präsident Donald Trump hatte einen Abzug vor einigen Tagen angedroht, ohne eine Zahl zu nennen. Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz gesagt, die Iraner würden die USA in den Verhandlungen zur Beendigung des seit zwei Monaten andauernden Krieges demütigen.

Trump hielt noch im März an Truppen in Deutschland fest

Allerdings hatte sich auch schon in den Wochen davor das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den USA und den meisten anderen Nato-Verbündeten weiter eingetrübt. Trump hatte westlichen Ländern vorgeworfen, die USA nicht bei ihrem Krieg gegen Iran unterstützt zu haben.

Erst im März hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben bei einem weiteren Besuch in Washington zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. "Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe", sagte der CDU-Vorsitzende nach einem Treffen mit Trump.

Trump: "Merz wisse nicht, wovon er spreche"

Dass Trump so "hart austeilt", sei "ein Muster", so ZDF-Korrespondent David Sauer aus Washington, es ginge immer gegen Personen und Staaten, die Trump und den USA beim Krieg gegen Iran nicht folgen wollten.

29.04.2026 | 2:52 min

Wo die US-Armee in Deutschland stationiert ist

Noch Ende 2025 waren 36.436 aktive US-Soldaten in Deutschland stationiert - mehr als in jedem anderen europäischen Land. Hinzu kommen 1.486 Reservisten und 11.416 zivile Mitarbeiter. In Europa ist Deutschland damit der mit Abstand wichtigste Standort der US-Armee, wie unsere Karte zeigt:

In Europa stationierte US-Soldaten

ZDFheute Infografik

Ein Klick für den Datenschutz

Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Insgesamt unterhält die US-Armee rund 20 Einrichtungen in Deutschland, vor allem im Süden und Südwesten. Die wichtigsten Standorte sind der Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein und das US-Regionalkommando für Europa und Afrika in Stuttgart.

Der US-Truppenübungsplatz im bayerischen Grafenwöhr gilt als einer der größten in Europa. Am Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel lagern US-Atomwaffen. In Landstuhl ist das größte Militärkrankenhaus der USA außerhalb der Vereinigten Staaten.

Trump droht auch Spanien und Italien

Neben Deutschland drohte Trump auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen. "Das werde ich wahrscheinlich tun, warum sollte ich es auch nicht tun?", sagte Trump am Donnerstag im Oval Office auf eine entsprechende Journalistenfrage.

"Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich", fügte er mit Blick auf die von ihm erhoffte Unterstützung von Verbündeten im Iran-Krieg hinzu.

NATO Summit - Day 2

Spaniens Ministerpräsident Sánchez hat Kritik am Vorgehen der USA im Iran-Krieg geäußert und damit den Zorn des US-Präsidenten auf sich gezogen, der damit droht, Spanien aus der NATO zu werfen.

30.04.2026 | 2:05 min

Trump wollte schon einmal Truppen abziehen

Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) hatte Trump mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Damals hatte er einige Monate vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus angekündigt, er wolle 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen.

Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafaktion für die aus seiner Sicht mangelnden deutschen Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: ZDF, Reuters, dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 02.05..2026 um 09:00 Uhr.

Mehr zum transatlantischen Verhältnis

  1. Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen und Bundeskanzler Friedrich Merz (r, CDU) nehmen an der Pressekonferenz zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses am 18.03.2026 teil.

    Vizekanzler stellt sich hinter Merz:Klingbeil: Wir brauchen keine Tipps von Trump

    mit Video0:26

  2. US-Präsident Donald Trump spricht bei einem Treffen mit Nasa-Astronauten im Weißen Haus.

    "Soll kaputtes Land in Ordnung bringen":US-Präsident Trump ätzt weiter gegen "ineffektiven" Kanzler

    mit Video0:26

  3. US-Präsident Trump hat eine Seeblockade der Straße von Hormus angeordnet. Vom Iran durchgelassene Schiffe sollen so aufgehalten werden.

    Reibereien um Iran-Krieg:Trump geht Merz scharf an - Kanzler bleibt bei Kritik

    mit Video2:52

  4. 03.03.2026, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump (r) reagiert während seines Treffens mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus.

    Trotz Krisen und Vorwürfen:Kanzler Merz glaubt an seinen "Zugang" zu Trump

    mit Video0:36